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Online-Spedition von Cargoline

Cargoboard mit positiver Entwicklung

Foto: Cargoboard

Die Stückgut-Kooperation Cargoline hat Cargoboard als Logistikpartner für Onlineversender etabliert. Seit zehn Monaten ist Cargoboard am Markt.

Nicht jeder Versender mag Besuch von einem Verkäufer. Tarife studieren oder über Laufzeiten diskutieren – nein, danke. Stattdessen wollen diese Versender ihre Ware mit wenigen Klicks selbst auf den Weg bringen, gern auch mal abends oder am Sonntag.

Eine klassische, analog aufgestellte Spedition stößt hier an ihre Grenzen. Das haben jedenfalls die Verantwortlichen der Stückgut­kooperation Cargoline festgestellt und deshalb im April vorigen Jahres die digitale Spedition Cargo­board gegründet. Sie wendet sich gezielt an eine neue Klientel – nämlich an die steigende Zahl von Verladern aus dem digitalen Umfeld, die oft nur kleine Mengen versenden, seien es Onlineshops oder Start-ups.

Cargoline-Chef Struck: 300 Aufträge im ersten Monat

Zehn Monate nach dem Start der digitalen Spedition zeigt sich: Die Rechnung ist aufgegangen. Gegenüber der Fachzeitung trans aktuell zieht Cargoline ein durchweg positives Zwischenfazit. „Cargoboard hat sich äußerst gut entwickelt, wir liegen in der Entwicklung über Plan“, teilt die Kooperation aus Frankfurt mit. „Im ersten Monat erhielten wir über das Portal bereits rund 300 Aufträge“, sagt Cargoline-Chef Jörn Peter Struck zurückblickend.

Zum Start äußerte Struck die Erwartung, über Cargoboard rund 100 Auftragseingänge täglich abwickeln zu können. Bereits ein halbes Jahr später war diese Marke geknackt. Im November meldete die digitale Spedition durchschnittlich 110 transportierte Sendungen am Tag. Aktuell sind rund 2.400 Kunden bei dem Unternehmen registriert, das zwölf Mitarbeiter beschäftigt und von einem dreiköpfigen Beirat aus Mitgliedern des Cargoline-Netzwerks beraten wird.

Konkurrenz ins Haus hat sich Cargoline mit der Onlinetochter nicht geholt. Die Aktivitäten beider Organisationen kannibalisieren sich nicht, sondern ergänzen sich, wie die bisherigen Erkenntnisse zeigen. So handelt es sich bei den Versendern aus dem Bereich E-Commerce um neue Kunden, mit denen die bisherigen Cargoline-Partner noch nicht im Geschäft waren. Damit einher geht eine entsprechende Mengensteigerung.

„Interessanterweise bleiben die beiden Welten getrennt“, heißt es von Cargoline. Soll heißen: Ein Onlinekunde von Cargoboard geht nicht zusätzlich auf Cargoline-Partner zu. Und Kunden der Cargoline-Partner fragen nicht noch bei Cargoboard Preise an.

Synergien durch Kooperation von Cargoline und Cargoboard

Erhebliche Synergien ergeben sich durch die Zusammenarbeit auch. „Alle Transporte, die ein Versender über Cargoboard bucht, werden mit der Infrastruktur von Cargoline abgewickelt“, teilt das Mittelstandsbündnis mit. „Das heißt, unsere Onlinespedition muss keine eigene Flotte vorhalten oder mit Dienstleistern verhandeln.“ Cargoboard fungiere als Erstspediteur, also als Ansprechpartner für alle Fragen der Kunden, und übernehme die Rechnungsstellung. „Dadurch entsteht bei den Partnern keine Mehrarbeit.“

Die eigentliche Synergie sehen die Cargoliner aber im Ideellen. „Wir profitieren von neuen Denkansätzen, die Mitarbeiter von Cargo­board – viele davon noch Studenten – wiederum von unserer fachlichen Erfahrung, dem Mentoring schon in der Entwicklungsphase und der Unterstützung in allen speditionellen Belangen“, so die Einschätzung von Cargoline.

Preisrisiken ergeben sich für die beiden Partner nicht, obgleich Cargoboard auf Mausklick die Fracht ermittelt und die Fuhre für diesen Preis auch befördert werden muss. Von Vorteil sei hier, dass alle Transporte über die Cargoline-Partner bedient würden. „Dadurch sind wir unabhängig von Tagespreisen beziehungsweise Preisschwankungen“, heißt es.

Dass Cargoboard zusätzliche Mengen ins Netzwerk spült, ist für die Kooperation ein schöner Effekt. „Die zusätzlichen Sendungen waren aber nicht der Treiber“, betont sie. Die Gründung der ­digitalen Spedition habe vielmehr damit zu tun, dass Cargoline neue Entwicklungen und digitale Möglichkeiten selbst aktiv mitgestalten wolle. Somit sei sie Teil der umfangreichen Digitalisierungsstrategie von Cargoline und eines neuen Geschäftsmodells.

Entstanden aus Ideen-Workshop an der Uni Paderborn

Ähnlich flink wie ein Start-up stellte Cargoline die Plattform auf die Beine. Von der Geschäftsidee bis zur Umsetzung – Programmierung und Firmengründung – vergingen gerade mal zehn ­Monate. Vorangegangen war ein Ideen-Workshop in Paderborn, den Cargoline gemeinsam mit dem Start-up-Inkubator Garage 33 organisiert hatte. Mehrere Teams, bestehend aus Studenten der Universität Paderborn und Mitarbeitern von Cargoline-Partnern, entwickelten Ideen für sogenannte disruptive Geschäftsmodelle. Den abschließenden Pitch von fünf Ideen gewann dann am Ende Cargoboard.

Der Beginn von Cargoboard markierte für Cargoline zugleich das Ende der Zusammenarbeit mit dem Start-up Instafreight. „Für Cargoline ist es wichtig, dass wir selbst den Kundenkontakt verantworten. So können wir besser die Anforderungen von morgen identifizieren und unsere Geschäftsmodelle danach ausrichten“, erklärt die Kooperation. Von Instafreight habe man sich sehr partnerschaftlich getrennt und tausche sich auch weiterhin aus.

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