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BMU vergibt Auftrag

Scania liefert Oberleitungs-Lkw

Foto: Dan Boman

Der Lieferant für die drei Feldversuche mit Oberleitungs-Lkw in Deutschland heißt Scania. Von Scania kommen 15 Lkw mit Geweih.

Im September noch auf der IAA, ab nächstem Jahr auf Deutschlands Straßen: Scania wird die Fahrzeuge für die drei geplanten Feldversuche mit Oberleitungs-Lkw liefern. Wie der schwedische Lkw-Hersteller mitteilt, wird er für die Projekte in Hessen, Schleswig-Holstein und Baden-Württemberg insgesamt 15 Lkw mit Stromabnehmern produzieren. Der erste Hybrid-Lkw des Typs R 450 solle im Mai ausgeliefert werden, die Pantographen für den Kontakt mit dem Fahrdraht liefert Siemens.

Das erste Fahrzeug werde in Hessen zum Einsatz kommen. Dort ist der Aufbau der Straßeninfrastruktur auf dem fünf Kilometer langen Teilstück der A5 zwischen Langen/Mörfelden und Darmstadt/Weiterstadt seit Ende November abgeschlossen. Die Landesbehörde Hessen mobil hat den eHighway von Siemens inzwischen auch abgenommen und fährt dort bereits die ersten Versuche mit Oberleitungs-Lkw. Starten soll der Regelbetrieb dann nächstes Jahr, unter anderem mit der Spedition Schanz und Meyer Logistik als Praxispartner.

Fördermittel aus dem Programm Erneuerbar mobil

Beschafft werden die Fahrzeuge für die drei Feldversuche zentral durch das Bundesumweltministerium (BMU), die entsprechenden Fördermittel kommen aus dem Programm Erneuerbar mobil. Das BMU hatte die Ausschreibung für die drei Feldversuche in drei unterschiedliche Lose aufgeteilt. Darin gefordert waren neben der Fahrzeugtechnik auch die Wartung der Lkw sowie eine begleitende Datensammlung.

Ob die 15 Lkw für die drei Feldversuche gleichmäßig auf die drei Bundesländer aufgeteilt werden, lässt das BMU noch offen. Das hänge davon ab, wo welcher Erkenntnisgewinn zu erwarten sei. Der wiederum hängt nicht zuletzt von den jeweiligen Einsatz- und Streckenbedingungen ab. In Schleswig-Holstein etwa, wo der eHighway auf einem Teilstück der A1 bei Lübeck geplant ist, soll das Projekt Erkenntnisse liefern, wie sich Elektromobilität in intermodale Transportketten integrieren lässt – also auch in Schienen- und Fährtransporte. Praxispartner dort ist die Spedition Bode aus Reinfeld.

Während Schleswig-Holstein nächsten Sommer mit dem eHighway starten möchte, werden in Baden-Württemberg dort voraussichtlich erst die Bauarbeiten beginnen. Das dortige Verkehrsministerium hat vorige Woche die Ausschreibung zum Aufbau des eHighway auf der B 462 im Murgtal veröffentlicht. Geplant sind 5,7 elektrifizierte Streckenkilometer pro Richtung. Der Leistungskatalog umfasst 524 Seiten und 95 Pläne. „Die Vergabe des Bauauftrags soll bis spätestens Ende März 2019 erfolgen“, teilt das Ministerium mit.

VW Konzernforschung testet ebenfalls Oberleitungs-Lkw

Parallel zu den Tests auf öffentlichen Straßen geht die Weiterentwicklung für die nächste Generation der Oberleitungs-Lkw voran. Hierzu wird Scania in einem ebenfalls vom BMU geförderten Projekt zwei Oberleitungs-Lkw an die VW-Konzernforschung liefern. Die Schwestergesellschaft wird die beiden R 450 voraussichtlich im Februar und Herbst nächsten Jahres bekommen. Zielsetzung eines entsprechenden Projekts ist es, weitere Effizienzpotenziale dieser Fahrzeuge auszuloten – im Antriebsstrang, Energiemanagement, Hybridgetriebe, Kühlsystem und in der Batterietechnik. Dieses Forschungsprojekt sei als Ergänzung zu den Feldversuchen zu verstehen, heißt es aus dem BMU, das die Mittel ebenfalls aus dem Programm Erneuerbar mobil bereitstellt.

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