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Schiene hat Kapazitäten

Statt Stau Güter verlagern

Foto: Thomas Küppers

Die Güterbahnen wollen in der Corona-Krise zusätzliche Transporte übernehmen. Freie Kapazitäten nutzen, statt im Lkw-Stau zu stehen.

„Wir können mehr leisten und wir wollen mehr leisten“, sagte Martin Henke, Geschäftsführer Güterverkehr des Verbandes Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV). „Wettbewerbsbahnen wie auch die DB haben die Kapazitäten.“ Die Straßentransportbranche habe wiederholt vor Personalmangel gewarnt, weil Lkw-Fahrer in ihren Heimatländern unter Quarantäne gestellt worden sind. „Wenn es so ernst ist, hätten wir mehr Anfragen bei unseren Mitgliedsunternehmen erwartet, um beispielsweise die Langstrecke und grenzüberschreitende Transporte zu verlagern“, ergänzte Ludolf Kerkeling, Chef des Netzwerkes Europäischer Eisenbahnen (NEE).

Staus an Grenzen umgehen

Mit einer Verlagerung auf die Schiene könnten die Verlader auch Lkw-Staus an den Grenzen umgehen, betonte Henke. „Einer der großen Vorteile des Schienengüterverkehrs ist, dass wenige Menschen große Mengen bewegen“, erläuterte er. Damit fielen auch die Grenzkontrollen deutlich schlanker aus als auf der Straße. Bisher führen die internationalen Züge weitgehend reibungslos.

Kaum Personalausfälle

Bei den Güterbahnen selbst gibt es nach Erkenntnissen beider Verbände bisher kaum krankheitsbedingte Personalausfälle über das jahreszeitlich übliche Maß hinaus. „Es zahlt sich aus, dass sich alle Güterbahnen schon zu Beginn der Corona-Krise auf gemeinsame Maßnahmen verständigt haben, um die Ansteckungsgefahr zu verringern“, betonten Kerkeling und Henke. Kerkeling appellierte an EU-Kommission und Mitgliedstaaten, Grenzkontrollen für Beschäftigte des Schienenverkehrs zu minimieren. „Wünschenswert wäre, dass weitere kleinere Straßengrenzübergänge für diese Berufspendler geöffnet werden“, schlug Kerkeling vor.

DB Netz gefordert

Beide Verbände appellierten an den bundeseigenen Infrastrukturbetreiber DB Netz, trotz der Corona-Krise die kontinuierliche Besetzung aller systemrelevanten Stellwerke sicherzustellen. Wenn der Schienengüterverkehr seine Aufgaben bei der Versorgung von Menschen und Wirtschaft möglichst reibungslos erfüllen soll, müssen alle Vorkehrungen getroffen werden, um das Ansteckungsrisiko für unersetzliches Betriebspersonal zu reduzieren“, sagte Henke. Dass dabei auch persönliche Härten für die Mitarbeiter auftreten könnten, sei schmerzlich, aber unvermeidbar.

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