Neues Terminal am Start

Osnabrücker Logistiker stärken die Schiene

Foto: Koch International

Gemeinsam für die Schiene: Die Logistikdienstleister Hellmann, Koch International und Nosta bündeln ihre Kräfte und bringen ein neues KV-Terminal an den Start.

Mit vereinten Kräften läuft es: Die drei in Osnabrück ansässigen Logistikdienstleister Hellmann Worldwide Logistics, Koch International und die Nosta Group wollen gemeinsam Verkehre auf die Schiene bringen und haben dafür ein neues Terminal für den Kombinierten Verkehr an den Start gebracht. Gemeinsam hatten sie sich in einer europaweiten Ausschreibung als Betreiber des Terminals durchgesetzt.

„Wir sind seit Oktober erfolgreich im Probebetrieb gestartet, und die bahntechnische Abnahme erfolgt aktuell“, teilt Björn Tiemann, Geschäftsführer des Container Terminals Osnabrück (CTO), gegenüber eurotransport.de mit. Gesellschafter der CTO sind die drei Logistikdienstleister sowie die Terminalbesitzgesellschaft Osnabrück, die einen Minderheitsanteil von 49 Prozent hält. Gemeinsames Ziel sei es, Verladern und Empfängern aus der Region den Umstieg auf die Schiene anzubieten und das Streckennetz zu erweitern, hatten die Partner bereits im Frühjahr erklärt.

Mehrere Verbindungen von 10. Januar an geplant

Seitdem hat sich eine Menge getan. Was das Streckennetz angeht, gibt es von 10. Januar an mehrere Verbindungen. Drei bis fünf Abfahrten wöchentlich soll es zu den Seehafenterminals nach Hamburg geben, fünf nach Landshut und Regensburg sowie drei bis fünf nach Dresden – und jeweils retour. Weitere Planungen für Anbindungen nach Bremerhaven, Rotterdam und Leipzig laufen. „Zudem arbeiten wir an einer Anbindung an das neue Mega-Hub in Hannover-Lehrte“, heißt es auf Anfrage.

Foto: Hellmann Worldwide Logistics
Neue Drehscheibe für den Güterverkehr: Das neue Container Terminal Osnabrück kann bis zu 700 Meter lange Güterzüge abfertigen.

Die neue Drehscheibe für den Kombinierten Verkehr ist seit Frühjahr vorigen Jahres auf einer 9,5 Hektar großen ehemaligen Kasernenfläche am Osnabrücker Hafengelände entstanden. An vier Gleisen können bis zu 700 Meter lange Güterzüge abgefertigt werden, dafür stehen zwei Portalkräne mit je 40 Metern Höhe und 50 Metern Breite zur Verfügung. Die Investitionen beliefen sich auf 29 Millionen Euro, 22 davon steuerte das Bundesverkehrsministerium bei. Pro Jahr wollen die Partner bis zu 150.000 Ladeeinheiten an der neuen KV-Schnittstelle umschlagen.

Das neue Terminal unterstreicht nach Ansicht der drei Logistiker Hellmann, Koch International und Nosta auch die Bedeutung des Standorts Osnabrück als Drehscheibe im nationalen und internationalen Güterverkehr. Die gute Lage mache es zu einem attraktiven Verladepunkt in der Region, die viele Synergien mit bestehenden Terminals und Strecken biete. Die Partner ihrerseits suchen nun weitere Akteure, die sich am Verlagern von Verkehren beteiligen möchten – so auch in ihren jeweiligen Stückgutnetzwerken.

Interessant auch für andere Mitglieder von Cargoline

Koch International beispielsweise ist bei Cargoline aktiv. Und Uwe Fieselmann, Geschäftsführer von Koch International, ist überzeugt, dass das neue Angebot auch für andere Cargoline-Mitglieder von Interesse ist. Einerseits gleicht Koch International mit den internationalen Partnern ab, welche Hauptläufe zu welchen Anforderungen sich auf die Schiene verlagern lassen. Zugleich sieht er auch das Potenzial für die nationalen Netzwerkpartner – allen voran für die in räumlicher Nähe wie Hartmann, BTG Feldberg, Schmidt-Gevelsberg oder Rhenus, wie auch im Cargoline-Magazin Cargotime nachzulesen ist.

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„Wenn man bedenkt, dass wir in kürzester Zeit im Ballungsraum Ruhrgebiet sind in und in nur vier Stunden an den skandinavischen Grenzen oder niederländischen und belgischen Küsten, haben wir hier hervorragende Logistikmöglichkeiten, aus denen sich viele neue Warenströme ergeben“, sagt Fieselmann. Für den Transport auf der Schiene sprechen seiner Ansicht nach mehrere Gründe. „Mit Blick auf den Klimaschutz, knapper werdende Ressourcen, besonders bei den Fahrern, unterstützen wir die Initiative der Bundesregierung, Warenströme auf die Schiene zu verlagern.“ Zudem wachsen Fieselmann zufolge die Anforderungen an und durch die Kunden – allein durch die CO2-Abgaben im Straßenverkehr.

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