Lkw-Unfälle am Stauende

So lange sind Bremsweg und Anhalteweg

Lkw auf der Autobahn mit einem zu geringen Abstand. Foto: Bergrath
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Die Zahlen sind erschreckend: 2013 waren es allein in Nordrhein-Westfalen noch 135 Lkw-Unfälle an einem Stauende, 2017 bereits 194. Im Bundesland mit den meisten Baustellen und häufigsten Staus kamen dabei 19 Menschen ums Leben. Auch Rheinland-Pfalz meldet eine Steigerung der Auffahrunfälle von Lkw um rund 20 Prozent, von 121 (2016) auf 146 im Jahr 2017. Bundesweit sind es derzeit über 300 dieser Auffahrunfälle im Jahr, praktisch einer pro Werktag.

Drei Faktoren kommen dabei zusammen: zunächst natürlich eine Baustelle mit einem Rückstau. Die gibt es in keinem europäischen Land so häufig wie in Deutschland, das zudem noch die meisten Transitverkehre bewältigen muss. Dabei kristallisieren sich zwei Unfallzenarien heraus.

Abstand und Ablenkung

Ein Faktor: Viele Lkw sind mit Abständen deutlich unter dem gesetzlich vorgeschriebenen Mindestabstand von 50 Metern unterwegs. Die Fahrer haben dadurch keinen Blick auf das weitere Verkehrsgeschehen vor ihnen. Und so passiert es immer wieder, dass in einer Kolonne auf der Autobahn der erste Lkw-Fahrer einen Stau noch rechtzeitig erkennt, der zweite gerade rechtzeitig abbremsen kann und der dritte Fahrer mit seinem Lkw alle drei Fahrzeuge zusammenschiebt.

Anhalteweg und Bremsweg in Meter eines beladenen Lkw und eines leeren Lkw. Foto: Polizei Münster
Anhalteweg (Bremsweg und ­Reaktionsweg) in Meter eines beladenen Lkw (Verzögerungswert 6,5 m/s2) und eines leeren Lkw (Verzögerungswert 8,0 m/s2) Quelle: Polizei Münster.

„Nahezu ungebremst“ heißt es dagegen in den Polizeiberichten zur zweiten Kategorie von Stauendeunfällen. Hier stehen alle Fahrzeuge bereits, und ein Lkw rast mit voller Wucht aus 80 bis 90 km/h hinein. Häufig sind dabei Pkw-Fahrer am Stauende die Leidtragenden, Lkw-Fahrer selbst werden oft schwer verletzt. Als Ursache nennt die Autobahnpolizei immer öfter die Ablenkung durch fahrerfremde Tätigkeiten, meist der Gebrauch von Smartphones, oder ein Augenblicksversagen durch Ermüdung.

Moderne Notbremsassistenten, so die Aussage von Unfallforschern, könnten 80 Prozent dieser Unfälle entweder abmildern oder gar komplett verhindern. Wenn der Fahrer weiß, wie die Technik funktioniert. Der MAN Emergency Brake Assist 2, kurz EBA2, eingeführt im Juli 2015 in alle relevanten Euro-6-Fahrzeuge von MAN, ist so ein Lebensretter in der Not.

Dieser Beitrag ist Teil des MAN Safety Guide, der zusammen mit FERNFAHRER, lastauto omnibus und trans aktuell erstellt wurde.

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