Einsatz von Notbremsassistenten

Aufklärung dringend erforderlich

Foto: Thomas Küppers

Rund 60 Prozent aller Fernverkehrs-Lkw auf deutschen Autobahnen verfügen mittlerweile über einen Notbremsassistenten. Doch die wenigsten Fahrer wissen, wie dieser im Notfall reagiert. MAN hat nun erstmalig sechs Fahrern und zwei Fahrerinnen die Wirkungsweise des EBA 2 demonstriert.

Die Nachrichten über schwere Lkw-Auffahrunfälle am Stauende kommen mittlerweile täglich. Einige Bundesländer berichten über zweistellige Zuwachsraten gegenüber 2016. Politik und Verbände reagieren und fordern, dass der schon seit November 2015 in Lkw gesetzlich vorgeschriebene Notbremsassistent nicht mehr permanent abschaltbar sein darf. Grund dafür ist unter anderem eine Studie von Unfallforschern aus dem Jahr 2017. Doch bei der genauen Analyse wird klar, dass die meisten dieser Unfälle zum einen immer noch von Fahrern mit Lkw ohne Notbremsassistent verursacht wird – entweder durch einen zu geringen Sicherheitsabstand oder durch eine Unachtsamkeit im entscheidenden Moment. Und zum anderen ist es bei der Unfallanalyse ohne Zugang zu den Fahrzeugdaten nicht mal eben zu erkennen, ob der Notbremsassistent ausgeschaltet war – oder nicht.

Unfallexperten aus der Nutzfahrzeugindustrie rechnen mit maximal zwei bis vier Prozent der Fahrer, die den Notbremsassistenten tatsächlich permanent abschalten, und das vor allem bei älteren Fahrzeugen. Viele Fahrer kennen zudem offenbar auch nicht den Unterschied zwischen einem Notbremsassistenten und einem Abstandsregeltempomaten (ACC). Eine Folge: Die aktuelle politische Diskussion läuft zum Teil in die falsche Richtung.

MAN demonstriert Fahrern den Emergency Brake Assist 2 (EBA2)

Daher hat MAN nun sechs Fahrern und zwei Fahrerinnen, ausgesucht von die Redaktion des Magazin FERNFAHRER und MAN Trucker`s World, auf dem Dekra Testgelände am Lausitzring in Klettwitz demonstriert, wie der MAN-Notbremsassistent, der Emergency Brake Assist 2, im Notfall tatsächlich reagiert – wenn der Fahrer nicht eingreift. Der Film "Nerven behalten", der dabei entstanden ist, zeigt nicht nur, wie zuverlässig die Kombination aus Radarsensor und Kamera arbeitet, wenn plötzlich ein Hindernis vor dem Lkw auftaucht. Er demonstriert zudem in beeindruckenden Bildern, welche Hemmschwelle Fahrer aufbringen, wenn sie im alles entscheidenden Moment nichts tun sollen, außer der Technik zu vertrauen. Vor allem aber belegt der Film, dass die Aufklärung der Fahrerinnen und Fahrer, die mit solchen Fahrzeugen unterwegs sind, immer wichtiger wird. Denn täglich werden es mehr. Dieser Film ist dazu der erste Schritt.

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