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Interesse am RampenGuide wächst

Frust an der Rampe beenden

Kombiverkehr Frankfurt Foto: WWW.BILSKI-FOTOGRAFIE.DE

Frust abbauen, die Produktivität erhöhen und Fahrer an der Rampe besser behandeln – wie es funktioniert, zeigte ein trans aktuell-Forum auf der virtuellen Fachmesse Transport Logistic.

Die Rampe bleibt ein Zankapfel. Dem Ärger lässt sich mit etwas gutem Willen aber ein Ende bereiten, denn es gibt etliche Hebel, um die Abläufe an der Schnittstelle vom Lager zum Lkw zu verbessern – zum Vorteil des Verladers, des Spediteurs beziehungsweise Transportunternehmens und des Fahrers gleichermaßen. Einige erfolgsversprechende Ansätze dazu stellte ein trans aktuell-Forum auf der virtuell abgehaltenen Fachmesse Transport Logistic vor. Der Titel der von Redakteur Ralf Lanzinger moderierten Session: Mehr Effizienz an der Rampe – so verbessern Logistikunternehmen ihre Produktivität und Prozesse.

Knefelkamp: Abfertigung in einer Stunde

Harald Knefelkamp, Inhaber des gleichnamigen Logistikunternehmens aus Vlotho-Exter (Kreis Herford), muss man nicht erst überzeugen. Er hat ein erhebliches Eigeninteresse an funktionierenden Rampenabläufen – alles andere kann er sich buchstäblich nicht leisten. Da sein Unternehmen mit seinen 80 Mitarbeitern und 30.000 Quadratmeter Lagerfläche gleichzeitig Verlader und Spedition ist, gilt dieser Anspruch für beide Seiten: Bei den Rampen der Kunden wie auch bei den eigenen muss es laufen. Auf die Kundenrampen hat er nur bedingt Einfluss, daher agiert er entschlossen, wenn es dort dauerhaft stockt. Von zwei Kunden hat er sich kürzlich getrennt. Der Unternehmer spricht von Wartezeiten von drei bis vier Stunden pro Entladung. „Diesen Kunden konnte ich nicht mehr bedienen.“ Er müsste Preise fordern, die er selbst nicht mehr mit seinem Gewissen vereinbaren könne. Auf die eigenen Rampen hat er sehr wohl Einfluss. Hier hat er die Messlatte hoch gesetzt. „Von der Anmeldung bis zur Abfahrt darf es maximal eine Stunde dauern“, sagt er. In der Regel seien seine Mitarbeiter deutlich schneller. Die Auswertung seiner Verlade-Rampen aus dem Monat April: drei Verladungen pro Stunde.

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Was ist das Erfolgsrezept hinter dieser schnellen Abwicklung? Der ankommende Fahrer muss alle Daten zur Hand haben. „Es reicht nicht zu sagen: Ich will was abholen für München.“ Kein Fahrer muss abladen, das erledigen die Knefelkamp-Mitarbeiter, die aufgrund ihrer Nationalitäten eine Vielzahl an Sprachen verstehen. Die Wege zwischen bereit gestellter Ware und Rampe sind kurz – maximal sechs Meter. Die Mitarbeiter sind ebenfalls gleich zur Stelle. Der Unternehmer hat Kommissionier-Tätigkeiten in die Nähe der Rampenbereiche verlagert, dass sie schnell Hand anlegen können. Nahezu alle Mitarbeiter haben den Staplerschein, im Einsatz sind Schnellläufer, die gleich zwei Paletten schultern können.

Knefelkamp müsste bei einer Rampenbewertung durch Fahrer gute Bewertungen bekommen. Sein Kunde Agoform aus Löhne, Hersteller von Besteckeinsätzen, eigentlich auch. „Bei uns gibt es Kaffee- und Getränkeautomaten, und die Fahrer werden gut behandelt“, sagt Geschäftsführer Jan Ottensmeyer, im Ehrenamt Vorsitzender des Industrieausschusses der IHK Ostwestfalen. Daher finden beide Gefallen an der Lösung RampenGuide des ETM Verlags, in dem unter anderem trans aktuell erscheint.

Agoform: RampenGuide aus Verladersicht positiv

Der RampenGuide (rampenguide.de) macht die Verladestellen transparent, indem er alle relevanten Informationen liefert und gibt Fahrern eine Stimme, weil sie auf der FERNFAHRER Truck Stops App oder – was zum Beispiel bereits die die Kooperation IDS ermöglicht – auf einem Endgerät ihrer Spedition die Rampen bewerten können. Auf dieser Basis lassen sich eines Tages die besten Rampen auszeichnen – wenn genügend Unternehmen, Verlader, Speditionen und Fahrer mitmachen und Daten zur Verfügung stellen. „Aus Verladersicht ist das sehr positiv“, sagte Agoform-Chef Ottensmeyer. Durch Facebook, Google oder Kununu sei man an Bewertungen längst gewöhnt.

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„Alle Beteiligten sollen einen Vorteil haben“, erklärte Thorsten Gutmann, Leiter des Business Development im ETM Verlag. Wer als Spedition seine Rampendaten bereit stelle und gute Bewertungen erhalte, tue sich auch bei der Fahrersuche leichter. Und Fahrer erhalten durch die Bewertung mehr Gewicht, auch das ein Beitrag zu einer höheren Wertschätzung. Daniela Dihlmann, Produktmanagerin für digitale Medien im ETM Verlag, wies darauf hin, dass die Fernfahrer Truck Stops App bei Fahrern bei 185.000 Downloads bereits sehr verbreitet sei – das Werkzeug für Bewertungen haben viele also schon zur Hand.

Rhenus und Universal Transport: Wertschätzung für Fahrer

Dass die Meinung der Fahrer explizit gefragt ist, halten auch die Logistiker Sascha Hähnke, Geschäftsführer von Rhenus Transport aus Bielefeld, und Holger Dechant, Geschäftsführer von Universal Transport aus Paderborn, für wichtig. Sie erinnern sich mit Schrecken an die anfängliche Corona-Zeit, als der Bevölkerung deutlich wurde, unter welchen Bedingungen die Helden der Logistik arbeiten. „Ein Fahrer hat berichtet, er habe 32 Paletten Klopapier zum Supermarkt gefahren, die Toilette dort sei ihm aber verweigert worden“, kritisiert Dechant und fordert mit Hähnke deutlich mehr Wertschätzung für Fahrer – „zumindest mal ein Dankeschön oder eine Tasse Kaffee“.

Beide wissen bei ihrem Einsatz für bessere Arbeitsbedingungen und Wertschätzung in der Logistik den Verkehrsausschuss der IHK Ostwestfalen und die Logistik-Initiative Mecklenburg-Vorpommern hinter sich. Beide werben nun nach Kräften auch auf der Verladerseite für eine Beteiligung am RampenGuide. Für Rhenus-Mann Hähnke hat eine Prämierung von vorbildlichen Rampen einen besonderen Charme. Für ihn ist klar, dass auch Rhenus sich daran beteiligen wird – mit dem Ehrgeiz, unter die Top 30 zu kommen.

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