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Gerolsteiner routet Lkw durchs Werk

Kein Stau mithilfe von Pagern

Lkw bei Gerolsteiner Foto: Gerolsteiner Brunnen

Massiver Andrang bei Gerolsteiner bei hochsommerlichen Temperaturen. Dank Pagern mit E-Cityruf bleibt Rampen-Chaos aber aus.

Auf der Fahrt in die Vulkaneifel kristallisieren sich relativ schnell zwei Dinge heraus: Die Gegend ist malerisch schön – und mit dem Mobilfunk ist es nicht weit her. Eine Beobachtung, die Roland Keul, Leiter Logistik beim Mineralwasser-Produzenten Gerolsteiner Brunnen, lachend bestätigt. „Das ist auch der Grund, warum wir bei unserer Lkw-Zulaufsteuerung auf die Funktechnik von E-Cityruf setzen“, erklärt er. Eine Technologie, auf die unter anderem auch Notrufdienste setzen, weil diese immer verfügbar sein müssen (siehe unten: „Die Technologie“).

Innerbetrieblicher Ablauf angepasst

Pager sorgen für Ordung bei Gerolsteiner Foto: Carsten Nallinger
Die Pager, die die Fahrer an entsprechenden Terminals bekommen, zeigen die Lkw-Stopps nacheinander an.

Die dafür verwendeten Pager sind schon länger im Einsatz. Dennoch hat Gerolsteiner es mit einer neuen Struktur sowie weiteren technischen Lösungen geschafft, das Yard-Management komplett umzukrempeln. Um es vorweg­zunehmen: Seit der innerbetriebliche Ablauf digital gesteuert wird, hat sich der Durchlauf verbessert.

Einen ersten Eindruck von der neuen Lösung gibt es bereits bei der Ankunft am Werk von Gerolsteiner. Wie eine Perlenkette aufgereiht stehen die Lkw, die auf den Betriebshof wollen. Für die nötige Berechtigung muss sich der Fahrer zunächst an einem Terminal anmelden. Das kommt von dem Anlagenbauer OAS aus Bremen und wurde erst im Oktober 2018 installiert. „Dort geben die Lkw-Fahrer die nötigen Informationen zu ihrem Auftrag ein“, berichtet Keul. Die Daten dazu kommen und gehen direkt ins Warehouse-Management-System (WMS) von SAP, das bei Gerolsteiner im Einsatz ist. Darüber hinaus geben die Fahrer mögliche Infos zur Rückgabe von Leergut an. „Darunter auch den Hinweis, ob es sich dabei um Glas- oder Plastikflaschen handelt“, ergänzt der Logistikleiter.

Reihenfolge der Stopps vorgegeben

Das wiederum entscheidet darüber, welche Stopps in welcher Reihenfolge der Lkw an welchen Toren einlegt. „Sprachliche Barrieren gibt es kaum noch. Die Menüführung der Terminals, an denen die Auftragsdaten ein- und die Pager ausgegeben werden, gibt es in 15 Sprachen. Die Anzeige auf den Pagern wiederum erfolgt alphanumerisch und ist somit allgemein verständlich“, erläutert Keul.

Zufahrtskontrolle bei Gerolsteiner Foto: Carsten Nallinger
Mithilfe des Pargers öffnet sich die Schranke zum Betriebshof von Gerolsteiner.

Mithilfe der Pager erfahren die Lkw-Fahrer, wann sie aufs Betriebsgelände fahren dürfen – und wohin. Zunächst müssen sie an die Zufahrtsschranke fahren und den Pager an das Einfahrtsterminal halten. Auf dem Gelände an sich zeigen Hinweisschilder den Weg. „Der Fahrer muss schlicht das Tor anfahren, das ihm der Pager vorgibt. Hat er dann beispielsweise im ersten Schritt Leergut abgeladen, bekommt er den nächsten Anfahrpunkt auf dem Display angezeigt“, erklärt Keul. Dort gibt es dann das gewünschte Vollgut aufs Fahrzeug. „Seitdem wir die Mischung aus Erfassungsterminals, Pagern und Hinweisschildern nutzen, können wir täglich bis zu 300 Lkw durchrouten“, berichtet der Logistikleiter.

Bei aller Digitalisierung bleiben Wartezeiten dennoch nicht aus. „Am besten läuft die Abwicklung natürlich, wenn die Einfahrten gleich verteilt sind“, erklärt Keul. Bis zu zwei Mitarbeiter überwachen das Yard-Management nebst Lkw-Durchlauf auf dem Betriebsgelände. Und zu Spitzenzeiten haben sie alle Hände voll zu tun.

Bereits ab Temperaturen von 25 Grad und mehr herrscht bei Gerolsteiner Hochbetrieb – „denn dann wird deutlich mehr Mineralwasser getrunken“. Eine Zeit, in der es bei Gerolsteiner auch logistisch rundgeht. In drei Schichten mit jeweils etwa 35 Mitarbeitern geht’s ans Be- und Entladen der Lkw. Bei den Mehrwegprodukten – ob Glas oder PET – kommt die palettierte Ware beispielsweise gleich direkt per Fließband in eine spezielle Verladehalle, und die Stapler sind dort buchstäblich im Dauereinsatz.

Beladung wird technisch überwacht

Beladung Lkw bei Gerolsteiner Foto: Carsten Nallinger
Bei der Beladung des Lkw wird automatisch ein Code gescannt, sodass es zu keinen Fehlern kommen kann.

Etwas beschaulicher, aus logistischer Sicht aber interessanter, verläuft die Verladung bei den Einwegflaschen im automatischen Kompaktlager. Auch dort kommen die Artikel zur jeweiligen Bestellung direkt auf Förderbändern. Diesmal allerdings direkt an die jeweilige Rampe. Der Fahrer passiert beim Beladen seines Trailers mit dem Hubwagen einen Scanner, der den aufgeklebten Strichcode einliest. Ist alles in Ordnung, leuchtet eine grüne Lampe auf; sonst leuchtet es rot, was auf einen Fehler hinweist. Des Weiteren ist an jeder Rampe ein Touchdisplay angebracht, das über den Ist- und Sollzustand des Auftrags informiert. „Auf diese Weise stellen wir sicher, dass die Ladung komplett ist und auch keine Artikel dabei sind, die für eine andere Tour bestimmt sind“, erläutert Keul.

Haben die Fahrer alles an Bord, geht’s Richtung Einfahrt, die zugleich Ausfahrt ist. Nur durch das Einwerfen des Pagers an der dortigen Konsole öffnet sich die Schranke. Vor Einführung dieser Maßnahme gab es bei den Pagern einen gewissen Schwund.

Zu Beginn jeder Schicht wird dieser „Postkasten“ geleert und die Pager in die Ausgabe-Automaten gebracht. Aufgrund der verwendeten Technologie und des damit verbundenen niedrigen Strombedarfs halten die Geräte Monate durch, bis sie wieder aufgeladen werden müssen. Die frisch beladenen Lkw wiederum machen sich von der Vulkaneifel auf den Weg zu ihrem Bestimmungsort. Schließlich warten bei sommerlichen Temperaturen jede Menge durstige Kunden auf das erfrischende Mineralwasser aus Gerolstein.

Die Unternehmen

E-Message Deutschland

  • Der E-Cityruf ist ein Funkruf-Dienst des Unternehmens E-Message Deutschland
  • Von Berlin und Le Chesnay bei Paris aus treibt die Unternehmensgruppe den Ausbau der Funkrufnetze und die Entwicklung neuer Dienste voran

Gerolsteiner Brunnen

  • Das Unternehmen wurde 1888 gegründet
  • Gerolsteiner ist nach eigenen Angaben die meistgekaufte Mineralwassermarke auf dem deutschen Markt
  • 2018 lag der Gesamt-
  • Nettoumsatz bei 308,7 Millionen Euro
  • Der Absatz betrug 8,04 Millionen Hektoliter
  • Gerolsteiner beschäftigt rund 840 Mitarbeiter

Die Technologie

  • Die E-Message-Dienste basieren auf einer dedizierten
  • Infrastruktur, das heißt, sie ist diesem Service vorbehalten
  • Dabei kommen optimierte standardisierte Übertragungs­verfahren zum Einsatz
  • In Deutschland und Frankreich werden eigene Mobilfunknetze betrieben
  • Landesweit gibt es Hunderte eigener Funkstandorte, die die besonders versorgungssichere Schmalband-Technologie Narrowband Point-to-Multipoint (NP2M) nutzen
  • Diese Technologie ist besonders dazu geeignet, gleichzeitig eine große Gruppe von Adressaten in kurzer garantierter Zeit zu erreichen
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