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Autonomes Containerfahrzeug

BASF testet autonomes Fahren in Ludwigshafen

BASF optimiert Logistik am Standort Ludwigshafen / BASF optimizes logistics at Ludwigshafen site Foto: BASF/Claudia Schäfer

Das autonome Fahren ist nicht nur ein Thema für öffentliche Straßen, sondern vor allem für Betriebshöfe. Wie schnell dort auf das Fahrerhaus oder die Rangierlok verzichtet werden kann, zeigt der Chemiekonzern BASF derzeit an seinem Standort Ludwigshafen.

11.08.2017 Matthias Rathmann

In Ludwigshafen ist seit neuem ein 16,5 Meter langes Förderfahrzeug im Einsatz, das bis zu 78 Tonnen bewegen kann und automatisiert über Transponder im Boden gesteuert wird. Das mit der VDL-Gruppe entwickelte Fahrzeug ist besonders wendig, weil es über acht gelenkte Achsen verfügt. Bei BASF firmiert es als AGV (Automated guided vehicle).

BASF bestellt 700 45- und 52-Fuß-Container bei Van Hool

Eine Besonderheit ist nicht nur das Fahrzeug selbst, sondern auch seine Last: Das AGV befördert 45- und 52-Fuß-Tankcontainer, die BASF zusammen mit dem Hersteller van Hool nach dem Vorbild von 20- und 30-Fuß-Containern konzipiert hat. Diese Behälter fassen bis zu 73.000 Liter und mit einer Zuladung von 66 Tonnen die doppelte Kapazität eines konventionellen Tankcontainers und damit eine vergleichbare Kapazität eines Chemie-Kesselwagens. 700 solcher Container hat der Konzern geordert, die ersten 90 sind bereits in der Auslieferung.

BASF will auch Platooning in Ludwigshafen erproben

Noch bewegt sich das flache gelbe Roboterfahrzeug in einer Testphase, die eigentlich im Juli abgeschlossen werden sollte. In der Erprobung transportiert das AGV keine Chemikalien, sondern leere oder mit Wasser gefüllte Container. Die bisherigen Tests fallen positiv aus. "Die Anforderungen werden erfüllt", teilt BASF gegenüber der Fachzeitschrift trans aktuell mit. Es würden aktuell auch Platooning-Ansätze für diese Fahrzeuge entwickelt. BASF-Logistikexperte Thorsten Bieker hatte vor kurzem schon durchblicken lassen, dass Transporte mit selbstfahrenden Einheiten auch außerhalb des Werks vorstellbar seien. Zurzeit konzentriere man sich aber auf die Umsetzung am Standort selbst.

Fahrerlose Transportsysteme in Verbindung mit größeren Behältern sind für den Chemiekonzern das Kernelement eines neuen Logistikkonzepts am Standort. Heute setzt BASF bei der Werkslogistik innerhalb des riesigen Geländes stark auf die Schiene. Die Kesselwagen komen von mehr als 200 Produktionsbetrieben und müssen zum Rangierbahnhof gebracht werden, wo sie zu neuen Zügen zusammengestellt werden – und umgekehrt. "Das nimmt viel Zeit in Anspruch", heißt es. Durch die Trennung von Tank und Waggon ließen sich diese Prozesse auf dem Werksgelände automatisieren. Wofür die Bahn 22 Stunden braucht, benötigt das AGV nur eine Stunde.

BASF kann bis zu sechs Container übereinander stapeln

Die Trennung der Container vom Waggon bringt noch einen weiteren Vorteil: Die Behälter sind unabhängig von der Schiene transportierbar und können übereinander gelagert werden. Bis zu sechs Behälter lassen sich stapeln, was Platz, Kosten und Transportwege spart.

Teil des neuen Logistikkonzepts ist auch ein vollautomatisches Tanklager, das BASF bis Mitte 2018 in Betrieb nehmen will. Es ist auf eine Kapazität von 2.000 Standardcontainer ausgelegt, verfügt über zwei Kräne und kann Behälter auf drei Verkehrsmittel umschlagen – auf die Bahn, auf den Lkw und auf das neue fahrerlose Transportsystem namens AGV.

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