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Foto: Kombiverkehr

Kombinierter Verkehr

Stena Line punktet in Sachen Nachhaltigkeit

Das schwedische Fährunternehmen Stena Line vermeldet eine hohe Nachfrage im Kombinierten Verkehr zwischen Verona und Kiel. Der Transport über die Ostsee erfolgt mit einer Fähre, die auf Methanol läuft.

Dass der Transport per Schiff und Schiene in Sachen Nachhaltigkeit ordentlich punktet, ist klar. Darum bietet die schwedische Reederei Stena Line mit Sitz in Göteborg drei Verbindungen im Kombinierten Verkehr (KV) an. Erst kürzlich kam der vierte wöchentliche Rundlauf zwischen der Verbindung Verona–Kiel hinzu, den der Schienen-Operateur Kombiverkehr unterstützt. "Die Nachfrage auf dieser Strecke ist sehr hoch", erklärt Ron Gerlach, Deutschlandchef von Stena Line. Weitere Rundläufe seien daher geplant.

Zwischen Verona und Kiel kooperiert Stena Line zudem mit dem österreichischen Transporteur Lkw Walter. Dreimal wöchentlich verkehren die Züge. Die dritte Verbindung geht von Triest nach Kiel. Dabei handelt es sich um den Unternehmenszug des türkischen Logistikdienstleisters Ekol in Zusammenarbeit mit TX Logistik.

Die Stena Germanica läuft auf Methanol

Der Transport über die Ostsee von Kiel nach Göteborg erfolgt bei allen Verbindungen im Nachtsprung – und mit deutlich geringerem Schadstoffausstoß als auf anderen Routen. Denn eine der beiden eingesetzten Fähren, die Stena Germanica, läuft auf Methanol.
Für den Einsatz des alternativen Kraftstoffes, der Schwefelemissionen um 99 Prozent, Partikel um 95 Prozent und Stickoxide um 60 Prozent gegenüber herkömmlichen Treibstoffen reduzieren soll, hat das Fährunternehmen bereits vier Auszeichnungen eingeheimst. Künftig können weitere Stena Line-Fähren auf Methanol umgerüstet werden.

Auch neue, spritsparende Schiffe sind geplant. "2019 werden wir vier neue Fähren anschaffen, die 15 Prozent weniger Kraftstoff verbrauchen als die herkömmlichen", erklärt Gerlach gegenüber trans aktuell. Das Thema Nachhaltigkeit beschränkt sich jedoch nicht nur auf den KV und alternative Antriebe, sondern beginnt schon bei einem Online-Training für die Mitarbeiter. "Sei achtsam mit der Umwelt" nennt sich das Web-Programm für die rund 5.500 Angestellten – Mitmachen ist Pflicht.

Kein Plastik mehr an Bord

Zudem verkündete das Unternehmen kürzlich, dem Plastikmüll an Bord der Schiffe ein Ende zu bereiten. Vollständig biologisch abbaubare Tragetaschen ersetzen nach und nach die Tüten, die an Bord über die Ladentheke gehen. In den Sommermonaten kommen bereits die Einwegkaffeebecher dran: Crew und Gäste trinken an Bord bald aus biologisch abbaubaren Varianten.

Kleine Schritte, die laut Gerlach in der Summe Erfolg versprechen und der eigens aufgesetzten Nachhaltigkeitsstrategie von Stena Line folgen. "Momentan testen wir auch batteriebetriebene Schiffe", erklärt der gelernte Schiffbauingenieur, der seit 2015 für den deutschen Markt verantwortlich ist.

Erste Tests mit Elektroantrieb in küstennahen Gewässern laufen derzeit zwischen Schweden und Dänemark. Bis zum Regelbetrieb werden laut Gerlach aber noch einige Jahre vergehen. Dass die Tests zwischen Schweden und Dänemark stattfinden, ist kein Zufall. "Skandinavien bekommt mehr ökologische Förderung und ist generell umweltfreundlicher aufgestellt als Deutschland", sagt Gerlach. Das belegen auch Studien, die Skandinavien schon lange als Vorbild in Sachen Umweltschutz nennen. Der skandinavische Geist darf gerne weiter nach Deutschland schwappen – das Fährunternehmen Stena Line wird sein Bestes dafür tun.

Das Unternehmen

  • Stena Line ist eine Tochtergesellschaft der Stena-Konzerngruppe mit rund 35.000 Mitarbeitern
  • Stena Line hat rund 5.500 Angestellte
  • gegründet im Jahr 1962
  • Geschäftsführer ist Niclas Mårtensson
  • 38 Fährschiffe mit 22 Routen
  • arbeitet im Kombinierten Verkehr mit Kombiverkehr (Verona–Kiel) und TX Logistik (Triest–Kiel) zusammen

Franziska Niess

Datum

8. August 2017
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