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Wegen hoher Energie- und Sachkosten Stückgutkosten massiv angestiegen

Lagerhalle Foto: Thomas Küppers

Laut dem DSLV-Kostenindex Sammelgut treiben Energie- und Sachkosten 2022 die Stückgutkosten extrem nach oben. Um marktfähig zu bleiben, greifen die Spediteure zu neuen Mitteln.

Der Stückgutmarkt hat im ersten Halbjahr 2022 im Vergleich zu 2021 mit 10,1 Prozent einen weiteren massiven Anstieg der sendungsbezogenen Kosten erfahren. Laut der aktuellen Kostenerhebung Sammelgut des Bundesverbands Spedition und Logistik (DSLV) sind dafür der kontinuierliche Anstieg der Energie- und Treibstoffkosten sowie die Personal- und Sachkosten maßgeblich. Laut dem DSLV waren bereits im zweiten Halbjahr des Jahres 2021 die Sendungskosten um neun Prozent gestiegen.

„Mit einer Abschwächung der Kostenentwicklung ist in der Systemlogistik angesichts steigender Energiepreise und Beschaffungskosten für Investitionsgüter und Produktionsstoffe wie Adblue und Euro-Paletten, sowie massiver Personalengpässe auch im zweiten Halbjahr 2022 nicht zu rechnen“, prognostiziert DSLV-Hauptgeschäftsführer Frank Huster.

Explodierende Kraftstoffkosten

Im Vergleich der ersten sechs Monate der Jahre 2021 und 2022 hat demnach die explosionsartige Entwicklung der Kraftstoffpreise um 45,9 Prozent in den Stückgutnetzen zu einem erneuten Kostensprung beigetragen. Als größter Kostentreiber führten die Treibstoffkosten zu einem Anstieg des Gesamtkostenindex um 4,8 Prozentpunkte.

Weiter steigende Personalkosten

Laut der Analyse des DSLV haben im Vorjahresvergleich zudem der anhaltende Fachkräftemangel und die Auswirkungen der Corona-Pandemie die Personalkosten um 3,8 Prozent anwachsen lassen. Ihr Anteil an den Gesamtkosten liege inzwischen bei über 53 Prozent, der Anteil am Gesamtkostenindex liege bei 2 Prozentpunkten.

Extreme Entwicklung der Sachkosten

In den ersten sechs Monaten des Jahres führten darüber hinaus auch der Anstieg der Flächenkosten in den Depots, die Kosten der Beschaffung von Flurförderfahrzeugen und sonstigem Equipment sowie gestiegene Palettenpreise zu einer Erhöhung der Sachkosten um 10,3 Prozent. Laut dem jüngsten Index beträgt der Anteil dieser Sachkosten an den Gesamtkosten 32,3 Prozent, sie tragen mit 3,3 Prozentpunkten zum Gesamtkostenanstieg bei.

Preisgleitklausel für Logistikkosten

Personal- und Sachkosten trugen demnach auch ohne Berücksichtigung der Treibstoffkosten in der ersten Hälfte des Jahres bereits mit sechs Prozent zum Anstieg der Sendungskosten bei. "Die zwischen den Stückgutnetzbetreibern und ihren Kunden vielfach vereinbarten Dieselfloater, mit denen bei längerfristigen Verträgen volatile Treibstoffkosten durch Preisgleitklauseln flexibel angepasst werden, berücksichtigen diese Kostenblöcke nicht", so heißt es von Seiten des DSLV.

Um marktfähig bleiben zu können, beschränken Sammelgutspediteure demnach Preisgleitklauseln nicht allein auf die Treibstoffkosten, sondern weiten sie zunehmend auf die Logistikkosten aus.

Für den Index, der jetzt in der 16. Auflage veröffentlicht wurde, berücksichtigt der DSLV die Daten von 13 Stückgutnetzwerken mit insgesamt 113 Umschlagdepots und mehr als 21 Millionen abgewickelten Stückgutsendungen. Das durchschnittliche Sendungsgewicht liegt derzeit demnach bei 329 Kilogramm; 13,4 Prozent aller Sendungen werden mittlerweile an Privatkunden (B2C) zugestellt.

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