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Verkehrsminister-Konferenz

Ramsauer für Lang-Lkw-Test

Verkehrsministerkonferenz Foto: Matthias Rathmann

Lang-Lkw: Der Feldversuch kommt. Durch den Regierungswechsel in Baden-Württemberg hat sich daran laut Bundesverkehrsminister Ramsauer nichts geändert. Er erwartet den Startschuss in wenigen Monaten.

Der geplante bundesweite Feldversuch mit Lang- Lkw wird trotz der politischen Machtverschiebungen in mehreren Bundesländern nicht gekippt. Bundesverkehrsminister Dr. Peter Ramsauer (CSU) sagte im Anschluss an die Verkehrsministerkonferenz in Potsdam, ihm lägen keine Anhaltspunkte vor, dass sich an der Position dieser Länder zum Thema Lang-Lkw etwas geändert habe. Das gelte auch für das bald grün-rot regierte Baden-Württemberg.

Der Minister fordert, dass Länder, die sich doch noch querstellen sollten, dann eine klare Linie verfolgen müssten. Das gelte vor allem mit Blick auf Ausnahmegenehmigungen für besonders schwere oder lange Lkw, die Spezialtransporte durchführen. »Sollten sich zusätzliche Bundesländer entscheiden, nicht an dem Versuch teilzunehmen, sollten sie so konsequent sein, alle bereits ausgegebenen Ausnahmegenehmigungen zurückzuziehen beziehungsweise keine neuen mehr auszugeben«, erklärte der CSU-Politiker.

Froh ist Ramsauer, dass sich Hamburg dazu entschieden habe, trotz aller Skepsis den Versuch zu unterstützen. Länder wie Hamburg verfügten über wichtige logistische Knotenpunkte – seien es Häfen oder Ballungsräume, die man gut an einen solchen Feldversuch anbinden könne.

Startschuss fällt in den nächsten Monaten

Ramsauer rechnet damit, dass der Startschuss für den Feldversuch »in den nächsten Monaten beziehungsweise im Sommer« erfolgt. In den nächsten Wochen müssten das Ministerium und die untergeordnete Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) noch eine Organisation auswählen, die das Ganze wissenschaftlich begleiten soll.

Ein Großteil der Vorarbeiten ist offenbar abgeschlossen. In mehreren Sitzungen hätten die verschiedenen Arbeitsgruppen sowohl die Voraussetzungen an die Fahrer als auch an die Fahrzeuge definiert. »Wir haben die Strecken von den Ländern genannt bekommen«, sagte Ramsauer. Für ihn steht fest, dass nur Punkt-zu-Punkt- Verkehre eine Chance haben, die fast komplett über Bundesfernstraßen führen. Sollte die Zufahrt zu einem Logistikzentrum auch das nachgeordnete Streckennetz betreffen, müsse man das im Einzelfall bewerten.

Thüringens Verkehrsminister Christian Carius (CDU) verteidigt den Feldversuch ebenfalls. »Es sind nennenswerte Einsparungen bei der Zahl der Fahrten und beim Kraftstoffverbrauch möglich«, sagte er und verwies auf den Pilotversuch seines Landes mit einem Lang-Lkw. Die Spedition Rigterink aus Nordhorn hatte mit Befristung auf zwei Jahre zwischen Ohrdruf und Hermsdorf mit einem 25,25 langen 40-Tonner Zwieback befördert.

»Viele Vorurteile konnten entkräftet werden – zum Beispiel, dass das Fahrzeug nicht über Kreisverkehre komme oder Brücken beschädige.« Bei den Brücken sei das Gegenteil der Fall – schließlich seien bei 40 Tonnen, die sich auf insgesamt acht Achsen verteilen, die durchschnittliche Achslast und damit der Verschleiß der Infrastruktur deutlich geringer. Carius spricht angesichts der Vorteile inzwischen vom Öko-Liner.

Super-Brummi könnte der Lang-Lkw heißen

Eine Bezeichnung, an der auch Ramsauer Gefallen hat. »Dann sprechen wir doch gleich vom Super-Brummi«, schlug er vor. Diese Begriffe kommen dem Fahrzeug seiner Ansicht nach viel näher. Erneut distanzierte sich der Bundesverkehrsminister von Begrifflichkeiten wie Monstertruck oder Gigaliner. Es verwundert ihn deshalb auch nicht, dass laut einer Forsa-Umfrage im Auftrag von Schienenverbänden 77 Prozent der Bundesbürger gegen den Einsatz dieser Lkw sind.

»Wenn nach Monstertrucks gefragt wird, ist das Ergebnis doch klar«, erklärte er. An die Adresse der Allianz pro Schiene, die die Umfrage in Auftrag gegeben hatte, sagte er: »Was sie bekämpfen will, hat sich doch längst erledigt.« Keiner wolle Lkw mit 30 Meter Länge oder 60 bis 70 Tonnen Gewicht. »Ich glaube, auch die Allianz pro Schiene kann man am Ende überzeugen.«

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