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Truck-Waschanlagenbetreiber Santo Zavattieri

Zuversichtlich trotz Corona

Lkw-Waschanlage Foto: Ralf Lanzinger 5 Bilder

Santo Zavattieri betreibt zwei Truck-Waschanlagen. Trotz Rückschlägen im Zuge der Corona-Pandemie blickt er optimistisch in die Zukunft.

Santo Zavattieri ist das, was man einen „Self-made man“ nennen könnte. Er arbeitete sich vom Lkw-Wäscher zum Inhaber und Geschäftsführer seiner Firma Truck Wash A61 hoch. Das Unternehmen verfügt inzwischen über zwei Lkw-Waschanlagen an verschiedenen Standorten. Einen davon, die Truck-Waschanlage am Autohof Bad Honnef an der Autobahn A3, hat er im Juni 2019 in Betrieb genommen. Dafür hat er etwa 2,5 Millionen Euro investiert.

„Ich habe einen Markt hier für Lkw-Wäschen an der viel befahrenen Autobahn A3 gesehen. Und ich wollte expandieren“, erzählt Zavattieri gegenüber trans aktuell. Zudem gab es dort bereits eine Tankstelle und ein gut gehendes Trucker-Restaurant. So passte eine Lkw-Waschanlage gut zum Ensemble. Bereits im Juli 2017 eröffnete Zavattieri in Koblenz seine erste eigene Anlage. „Ich habe sehr viel Spaß an der Arbeit. Und ich wollte unbedingt meine eigene Waschanlage haben.“ Hierbei konnte der heute 44-Jährige auf einige Erfahrungen zurückgreifen, denn er leitete als Angestellter vorher 13 Jahre lang neun Waschanlagen bei einem anderen Unternehmer.

Waschanlage mit vier Spuren

Die Waschanlage am Autohof Bad Honnef verfügt über vier Spuren. So können vier Nutzfahrzeuge gleichzeitig gewaschen werden. Das heißt alle Nutzfahrzeuge, die nicht in eine Pkw-Waschanlage passen. Angefangen vom Sprinter und Pick-up bis hin zu schweren Lkw, ebenso Unimog und Lkw-Bergungsfahrzeuge. „Es passt alles rein“, erklärt Zavattieri. Dafür hat er extra große Öffnungstore am Gebäude anbringen lassen. Eine Reinigung dauert etwa 20 Minuten. So können durchschnittlich zwölf Fahrzeuge pro Stunde gewaschen werden. Eine Anmeldung seitens der Kunden ist weder erforderlich noch gewünscht. Zavattieri: „Die Kunden sollen spontan vorbeikommen.“

Außer der Fahrzeugwäsche bietet der Unternehmer die Innenreinigung von Trailern an, ebenso von Kühltrailern für Lebensmitteltransporte. „Wir reinigen die Innenräume mit Desinfektionsmittel. Das ist gerade in Coronazeiten wichtig“, betont Zavattieri. „Es sollte Gesetz sein, dass Unternehmer regelmäßig solche Innenreinigungen absolvieren. Entsprechende Zertifikate, die auch wir ausstellen, wären auch für den Endverbraucher von Vorteil“, ist sich der Unternehmer sicher.

Die Waschanlage arbeitet durchaus umweltfreundlich. Bei einem Lkw-Wäsche beträgt der Verbrauch insgesamt etwa 1000 Liter pro Wäsche. 80 Prozent davon werden wiederverwendet. 20 Prozent des Wassers, also etwa 200 Liter, kommt aus dem normalen Leitungsnetz.

Reinigungszeit angenehm gestalten

Was machen die Fahrer während der Reinigung? „Diese Zeit wollen wir unseren Kunden so angenehmen wie möglich gestalten“, erklärt Zavattieri. So können die Fahrer im Kassenraum zwischen verschiedenen Kaffeespezialitäten wählen, ebenso Snacks wie eine heiße Bockwurst essen oder einen Kuchen. Zur Unterhaltung gibt es kostenloses W-Lan, eine großen Fernseher und es liegen aktuelle Zeitschriften aus. „Hier können unsere Kunden eine halbe Stunde abschalten“, erklärt Zavattieri. Natürlich können die Fahrer auch die sanitären Anlagen nutzen und duschen. „Die Fahrer müssen ohnehin alle 4,5 Stunden eine Pause machen. Da können sie bei uns verschiedenes gleichzeitig erledigen – waschen, duschen, entspannen - und erholt weiterfahren.“ Ein weiter Vorteil: Die Waschanlage steht auf einem großen Platz mit 170 Lkw-Parkplätzen. So müssen die Fahrer nicht lange nach einem Stellplatz suchen und können großzügig rangieren.

Seit der Corona-Pandemie haben sich allerdings ein paar Abläufe geändert. Speisen und Getränke mussten in den ersten Wochen von Corona draußen verzehrt werden. Bei Regen haben die Fahrer im Lkw gegessen. Noch heute gilt, dass die Fahrer den Kassenraum nur mit Mundmaske betreten dürfen. Die Abläufe bei der Reinigung sind gleich geblieben. Nur in der ersten Zeit mit den strikten Restriktionen haben die Wäscher mit Mundschutz gearbeitet. Nun nicht mehr, da sie ja keinen Kontakt mit anderen Personen haben. „Die Mitarbeiter halten die Abstände und sind dann in der Regel allein. Da gibt es dann keine Ansteckungsgefahr.“

Bei den Duschen gab es keine Einschränkungen: „Die konnten die Fahrer ganz normal benutzen. Die Duschen wurde zwar desinfiziert, aber das machen wir sowieso, ob nun Corona oder nicht Corona.“ Insgesamt beschäftigt Zavattieri in Bad Honnef 13 Mitarbeiter. Davon sind zehn mit Waschen beschäftigt, aber nie zusammen. Zwei Mitarbeiter befinden sich im Kassenbereich.

Corona-Effekt

Der Betrieb hat von 7 bis 23 Uhr geöffnet. Gearbeitet wird in zwei Schichten, und zwar von 7 bis 15 Uhr und von 15 bis 23 Uhr. Samstags von 7 bis 14 Uhr. Sonntags hat der Betrieb geschlossen. Neue Lkw-Wäscher werden von Zavattieri umfassend eingearbeitet. „Das ist in ein paar Wochen gelernt“, erklärt der Inhaber.

Er kommt auch auf einen gravierenden negativen Effekt zu sprechen, den Corona verursacht hat. Wegen der Pandemie ist auch die Arbeit weniger geworden. Das Aufkommen sei um 30 Prozent gesunken, berichtet Zavattieri. Seine Erklärung: „Wegen Corona haben unter anderem viele Zulieferer weniger Arbeit. Dadurch sind auch weniger Spediteure unterwegs. Zudem haben sich die Frachtpreise geändert. Einige Spediteure fahren nicht zu diesen Dumping-Preisen. Vermehrt übernehmen Osteuropäer diese Aufträge. Die lassen dann leider wenig in Deutschland waschen.“

Wie sehen die Pläne des Unternehmers für die Zukunft aus? „Zunächst Corona bewältigen und beide Standorte mit Erfolg weiterführen. Momentan planen wir keinen dritten Standort. Das geben die Zeiten nicht her.“ Er überlegt: „Bei einem guten Standort würde ich allerdings nicht nein sagen.“

Truck Wash am Autohof A3

  • Größe des Gebäudes: 1000 qm
  • Investitionsvolumen: 2,5 Millionen
  • Kosten pro Lkw-Wäsche: rund 50 Euro
  • 170 Lkw-Parkplätze
  • 13 Mitarbeiter
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