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Marktübersicht Stückgutkooperation

Personal- und Mautkosten gestiegen

Foto: IDS

Die Personal- und Mautkosten in der Stückgutkooperation sind 2018 deutlich gestiegen. Lesen Sie mehr in unserer Marktübersicht.

Beständige Kostensteigerungen sind auch im Sammelgutverkehr die Regel, dennoch waren die vergangenen Jahre eine besondere He­rausforderung. 2018 haben sich die Sendungsmengen im Vergleich zu 2017 wieder leicht reduziert, aber weiterhin zu schaffen macht den Unternehmen der Personalmangel. Daraus resultierend stiegen die Personalkosten pro Stückgutsendung im ersten Halbjahr 2018 im Vergleich zum selben Zeitraum 2017 um 10,3 Prozent. Laut dem „Kostenindex für ­systemgeführte Sammelgutver­kehre“ des Deutschen Speditions- und Logistikverbands (DSLV) aus dem September 2018 haben die Personalkosten bei den Systemverkehren damit inzwischen einen Anteil von durchschnittlich 50,4 Prozent erreicht.

Die auf Konsumgüter und Markenartikel spezialisierte Kooperation Dialog kann bestätigen, dass sich der zunehmende Mangel an qualifiziertem Fahrpersonal bei den Personalkosten im zweistelligen Bereich auswirkt. Und auch die Kooperation IDS berichtet auf Anfrage von zweistelligen Konditionserhöhungen im Transportunternehmerbereich im Nahverkehr. Laut 24 plus bereitet der massive Fachkräftemangel inzwischen sogar operativ Probleme und hat sich als zusätzlicher Kostentreiber entwickelt. „Merkliche Veränderungen“ spürte auch CTL im Frachtführereinkauf. „Diese Preiserhöhungen schlugen bei der Tarifanpassung zum Jahreswechsel um zwei bis drei Prozent zu Buche.“

Mautkosten im Fern- und Nahverkehr signifikant gestiegen

Für eine zunehmende Anzahl an Regionen müssen laut 24 plus auch die steigenden Sachkosten, speziell im Immobilienbereich, als überdurchschnittlicher Kos­tentreiber genannt werden. Auch die Aufwendungen für Maut und Treibstoff werden als Kostentreiber gesehen, so etwa bei Online Systemlogistik und VTL. Die ­Kooperation aus Fulda berichtet, dass im letzten Quartal 2018 der Dieselpreis wieder gestiegen (und seither wieder gefallen) sei. Die Kooperation Cargoline führt auch gestiegene Unternehmerkosten an. Die Mautkosten sind fast ein Thema für sich.

Den Mautkostenanteil pro Sendung beziffert der DSLV-Kostenindex noch auf 3,1 Prozent – ein Wert, der als Folge des 1. Juli 2018 (Mautausweitung auf alle Bundesstraßen) und des 1. Januar 2019 (neue Mautsätze) inzwischen gestiegen sein dürfte. Alle Netzwerke geben an, dass die Mautkosten im Fern- und vor allem im Nahverkehr signifikant gestiegen seien. ­Online System­logistik bildet die Mautentwicklung mit einem separaten Zuschlag auf die Verteilersätze ab, der als Folge der Maut erhöht wurde. ILN meldet, dass die Maut­anpassung in die Verrechnungs­tarife hinsichtlich Berechnung und Begutschriftung eingearbeitet und die Ausweitung der Maut auch in den Flächentarifen berücksichtigt wurde. CTL hat nach eigenen Angaben zu den Terminen ebenfalls Preisanpassungen durchgeführt, die sich „insgesamt um sechs Prozent“ ­niederschlugen.

Zwölf Prozent höhere Produktionskosten

Laut der Dialog-Systemzen­trale haben die Mitglieder bei den meisten Kunden Verständnis für die Erhebung dieser Zusatzkosten gefunden – aber nicht bei allen, „sodass wir dadurch aus einigen Gebieten rückläufige Mengen zu verzeichnen haben“, so die Antwort der Kooperation auf die trans aktuell-Anfrage. Nicht alle Kunden nehmen demnach wahr, „dass es sich bei den notwendigen Preisanhebungen nicht um Konditionsanhebungen zur Renditesteigerung“ handele. Dass sich die Änderungen bei der Maut auch in den Hauptlaufkosten niedergeschlagen haben, bemerkten neben Dialog auch die anderen Kooperationen, etwa VTL. Die Kooperationen beziehungsweise die Unternehmen mussten also in den vergangenen Monaten deutlich mehr Geld aufwenden.

Laut Dialog sind die Produktions­kosten einer Stückgutsendung binnen zwei Jahren um mehr als zwölf Prozent gestiegen. Eine Herausforderung ist für alle Kooperationen das Thema Netzwerkstabilität. Um die Flächendeckung zu erhalten, führt CTL nach eigenen Angaben dauerhafte Netzwerk- und Marktanalysen durch, um bei Veränderungen schnellstmöglich reagieren zu können. IDS hat nach eigenen Angaben sein Netzwerk 2018 von 45 Standorten auf 49 Exklusiv­standorte ausgeweitet. „Durch ein Netzwerk mit Exklusivpartnern sehen wir erhebliche operative und administrative Vorteile“, teilt die Kooperation aus Kleinostheim mit. Dialog ist nach eigenen Angaben mit seiner Ausrichtung nicht auf die Masse aller Produktsparten ausgelegt, was die Auswahl an Partnern einschränke. Gleichwohl habe man bereits Gespräche geführt, wenn auch ohne Ergebnis.

Große Herausforderung für Kooperationsnetzwerke

Laut Cargoline gelingt es oft nur über Partner, die für mehrere Kooperationen tätig sind, manche Standorte abzudecken. Das Thema sei daher „eine große Herausforderung für die Kooperationsnetzwerke in den kommenden Jahren“. 24 plus und Online Systemlogistik sehen sich da auf einem guten Weg und arbeiten „sehr eng zusammen“, wie 24 plus mitteilt. Dies habe „bereits heute wesentlich dazu beigetragen, die Netzwerksicherheit zu gewährleisten“.

Nach eigenen Angaben hat Online Systemlogistik zudem sein Netzwerk 2018 in einigen Gebieten durch die Aufnahme zusätzlicher Partner weiter verstärkt, „teil­weise sind wir neue Verbindungen eingegangen“. Die beiden Stückgutnetzwerke ILN (Sinzig) und Star (Homberg/Efze) sind in puncto Kooperation derzeit wohl am weitesten. Nachdem eine Dreierkonstellation mit VTL gescheitert ist, wollen ILN und Star bis Mitte des Jahres eine gemeinsame Gesellschaft gründen und in sie alle operativen ­Aktivitäten der beiden Netzwerke übertragen. 2020 soll es dann ein gemeinsames Netzwerk geben.

Download Die Stückgutkooperationen in Deutschland, ihre Bilanzen 2018 und Ihre Erwartungen 2019 (PDF, 1,61 MByte) Kostenlos
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