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Stauzuschlag hat sich bewährt

Planzer warnt vor Systemkollaps

Planzer Foto: Juliane Dünger

Spediteur Nils Planzer aus der Schweiz setzt sich für eine konsequente Verkehrssteuerung und eine teurere Mobilität ein.

Transport und Mobilität sind zu billig. Davon ist der Chef des größten privaten Logistikdienstleisters in der Schweiz, Nils Planzer, überzeugt. Die Folge einer zu billigen Mobilität ist demnach ein stetiges Anwachsen des Verkehrs. Der 47-Jährige rät deshalb dazu, mit konsequenter Verkehrssteuerung und entsprechender Bemautung einem Verkehrsinfarkt entgegenzuwirken.

Planzer führt Stauzuschlag ein

Planzer Transport ist vor zwei Jahren vorangegangen und hat einen Stauzuschlag eingeführt. „Der wird zwar akzeptiert, aber eigentlich ist das ein Kollaps des Systems, vergleichbar mit einem Körper, bei dem der Blutkreislauf nicht mehr funktioniert. Das ist ungesund für die Wirtschaft, für die Umwelt, für alle“, sagt Planzer im Interview mit der Fachzeitschrift trans aktuell.

Die falsche Antwort darauf wäre es seiner Meinung nach, die Kapazitäten auf der Straße massiv zu erweitern. „Ich bin ganz klar für ein Mobility-Pricing. Mobilität ist – auch global – viel zu günstig“, betont der Spediteur, dessen Unternehmen 5.200 Mitarbeiter an 77 Standorten beschäftigt und einen Fuhrpark von rund 1.900 Fahrzeugen betreibt.

Planzer: Mobilität muss teurer werden

„Derjenige, der Kosten verursacht, muss das erfahren, und er muss sie auch bezahlen, auf der Schiene, der Straße und in der Luft. Mobilität muss definitiv auf allen Ebenen teurer werden“, fordert Nils Planzer.

Das Hauptproblem sieht er im Individualverkehr. Um die Städte herum sei es wegen Platzmangels kaum noch möglich, zusätzliche Infrastruktur zu bauen. „Dort muss das Verkehrsaufkommen gesteuert werden, und das geht nur über den Preis. Wer zu Hauptverkehrszeiten derzeit noch viel zu billig unterwegs sind, sollte dafür künftig zahlen.“ Technologisch sei das bereits morgen möglich.

Nicht zuletzt als Reaktion auf die überlastete Straße will Planzer Transport auch noch stärker auf die Schiene ausweichen. Schon heute wickelt das Unternehmen 60 Prozent seiner Transporte auf der Bahn ab.

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