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Staus und Streiks in Europas Häfen Hamburg und Bremerhaven vorn

Hapag-LLoyd: Die 400 Meter lange "Al Nefud" ist eines unserer größten Schiffe und kann insgesamt 19.870 TEU transportieren. Foto: Heinz-Joachim Hettchen

In den deutschen Häfen Hamburg und Bremerhaven hat die Überlastung in den vergangenen Monaten weiter zugenommen. Auch der Rest Europas ist von der Normalität noch weit entfernt, und in Großbritannien wird ab Sonntag gestreikt.

Die Lage in den europäischen Häfen hat sich nur bedingt entspannt, und neues Ungemach ist zu erwarten, wenn ab Sonntag im britischen Felixstowe für acht Tage gestreikt wird. In Bremerhaven und Hamburg liegen die durchschnittlichen 60-Tage-Liegezeiten im Seeverkehr seit dem 13. August bei 9,3 beziehungsweise 9,5 Tagen, berichtet Fourkites, eine der weltweit führenden Plattformen für Lieferkettentransparenz. Für Bremerhaven bedeute dies einen Anstieg um 43 Prozent gegenüber dem Tiefstand im April und um 19 Prozent gegenüber Jahresbeginn. Getoppt werden diese Zahlen in Hamburg mit einem Anstieg um 79 Prozent seit dem Tiefpunkt im März und um 22 Prozent zum Jahresbeginn.

Liegezeiten in Rotterdam steigen

Zwar lägen die Verweilzeiten in Antwerpen und Rotterdam weiter unter den Spitzenwerten von März und April, seien aber in den letzten Wochen stetig gestiegen, so Fourkites. „In Antwerpen liegt der 60-Tage-Durchschnitt der Verweildauer im Seeverkehr jetzt bei 7,5 Tagen. Das ist weniger als der Höchststand von 8,1 Tagen Anfang April, aber 15 Prozent mehr als zu Beginn des Jahres.“ Für Rotterdam liege die entsprechende Verweildauer jetzt bei 6,9 Tagen. Das seien zehn Prozent weniger als zu Beginn des Jahres und 21 Prozent weniger als der Höchststand von Ende März. Allerdings seien die Liegezeiten in Rotterdam seit dem Tiefpunkt Ende Juni um 15 Prozent gestiegen.

Wie geht die Entwicklung weiter?

Im übrigen Europa scheint sich die Überlastung der Häfen den Analysten zufolge vorerst stabilisiert zu haben. Die durchschnittliche 60-tägige Verweildauer im Seeverkehr liege jetzt bei 7,6 Tagen und damit 19 Prozent unter dem Ende März verzeichneten Höchststand und zwölf Prozent unter dem Niveau zu Jahresbeginn. Das könnte sich aber schnell wieder ins Negative verkehren.

Acht Tage Streik in Großbritannien

Abzuwarten bleibt nämlich, wie sich die Lage in Großbritanniens größtem Containerhafen Felixstowe entwickelt, wo pro Woche 30.000 bis 40.000 Container umgeschlagen werden. Hier beginnt ab Sonntag ein achttägiger Streik der Hafenarbeiter für höhere Löhne, nachdem die Gewerkschaft Unite eine Lohnerhöhung von sieben Prozent und eine Einmalzahlung in Höhe von umgerechnet knapp 600 Euro für ihre 1.900 Mitglieder als „effektive Lohnkürzung“ abgelehnt hatte.

Nachwirkungen absehbar

Es ist davon auszugehen, dass britische Fracht in anderen europäischen Häfen wie Rotterdam oder Antwerpen entladen und geparkt wird. Reedereien werden ihre Anläufe streichen, und die Schließung des Hafens könnte wochenlange Nachwirkungen im ohnehin angeschlagenen System haben.

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