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Neues Start-up Liefergrün Shopping trifft Nachhaltigkeit

Foto: lasse-designen - stock.adobe.com, David Fuentes Prieto - stock.adobe.com

Die letzte Meile ist CO2-neutral und trägt zum positivem Einkaufserlebnis bei: Das sind die Ziele des Start-ups Liefergrün.

trans aktuell: Herr Tauch, welche Idee steckt hinter der Gründung von Liefergrün?

Tauch: Unsere Vision war es immer, die Shopping- oder Kauf­erfahrung mit Nachhaltigkeit zu verbinden. Es fing alles mit einer Schnapsidee an: Wir bauten einen Onlineshop für nachhaltige Lebensmittel mit dem Schwerpunkt auf einem eigenen, klimafreund­lichen Lieferdienst namens Liefergrün. Doch schnell bekamen wir Anfragen, ob wir nicht auch für andere Unternehmen aus­liefern könnten, darunter auch von ­Apple. Daraufhin änderten wir unser Konzept und setzten den vollen Fokus auf die Lieferung für alle.

Wie sieht das Liefergrün-Konzept aus?

Im Wesentlichen hat Liefergrün das Ziel, die letzte Meile zu revolutionieren, indem wir die Lieferungen nachhaltiger, flexibler und schneller machen. Dabei bieten wir Kundinnen und Kunden das bestmögliche Einkaufserlebnis an, damit Bestellen nicht mehr mit einem schlechten Gewissen, sondern mit Freude verbunden ist.

Wie sieht das im Detail aus?

Nach der Bestellung werden die Pakete vom Lager des Händlers abgeholt und anschließend in unsere Umschlaglager eingespeist. In der Zwischenzeit wird bereits mit der Tourenplanung begonnen und anhand der Größe der Pakete das passende Fahrzeug berechnet. Nach Ankunft der Pakete in der Stadt, dort, wo 70 Prozent aller Emissionen in der Paketlogistik entstehen, wird mit emissionsfreien Fahrzeugen wie Fahrrädern, Elektrolastenrädern oder E-Fahrzeugen ausgeliefert. Unsere standardisierten Plug-ins und Schnittstellen ermöglichen es uns, neue Händler und deren E-Commerce- und ERP-Systeme schnell bei uns zu integrieren. Die Verbraucher können dann sicher planbare Lieferungen zum nächsten Tag in zweistündig buchbaren Lieferzeitfenstern erwarten und den gesamten Lieferprozess über das GPS-Livetracking ganz einfach verfolgen. Bei Rücksendungen gilt das gleiche Prinzip, nur holen wir das Paket bei den Kunden zu Hause in flexibel wählbaren Zeitfenstern ab.

Foto: Liefergrün
Niklas Tauch, CEO und Mitbegründer von Liefergrün.
In welchen Städten ist Liefergrün aktuell präsent?

Aktuell liefert Liefergrün in über 30 deutschen Städten aus, davon in 17 der 25 größten deutschen Städte, für Marken wie Adidas, Dyson und Every. In Hamburg beliefern wir zum Beispiel Adidas-Kunden am Tag der Bestellung. Insgesamt können wir aktuell mehr als 17 Millionen Einwohner beliefern – Tendenz steigend.

Also kein Massengeschäft auf Plattformen, sondern nur mit Markenherstellern?

Liefergrün ist die Versandlösung für den Händler und die Liefermarke für Endkonsumenten. Zu unserer Kundengruppe gehören Händler aus verschiedenen Branchen, wie zum Beispiel aus der Mode-, Pharma-, Elektronik- oder Lebensmittelindustrie, aber auch Versender von Medikamenten. Die besonders schnellen und flexiblen Lieferzeiten erhöhen den eigenen Kundenkomfort und die Wiederkaufrate um bis zu 25 Prozent. Außerdem kann durch die nachhaltigen Lieferungen die Ökobilanz eines Unternehmens verbessert werden. Schließlich erhöhen die individuellen und flexiblen Versandoptionen die Kaufbereitschaft enorm und erschaffen ein positives Einkaufserlebnis.

Wodurch hebt sich Liefergrün nach Ihrer Ansicht von den Wettbewerbern noch ab?

Anders als andere Versanddienstleister verstehen wir uns viel mehr als Tech-Unternehmen. Der Lieferprozess wird automa­tisiert und damit höchst effizient gestaltet. Anstatt unsere Emis­sionen mit Zahlungen auszugleichen, verhindern wir, dass diese erst entstehen. In diesem Jahr wollen wir ebenfalls auf Ökostrom umstellen, um unsere Lieferungen noch nachhaltiger zu machen. Was wir von der Konkurrenz und den traditionellen Lieferdiensten gelernt haben, ist, dass der Kunde wieder im Mittelpunkt stehen und den Kauf genießen muss. Deshalb ist es unsere Vision, Nachhaltigkeit für jeden möglich zu machen, ohne verzichten zu müssen.

Liefergrün expandiert stark, demnächst auch international, und hat dafür zuletzt in einer Finanzierungsrunde drei Millionen Euro eingesammelt. Hat das Tempo einen Grund?

Die Herausforderungen bezüglich Platz und Letzte-Meile-­Lieferung in Großstädten sind selbstverständlich keine deutsche Besonderheit, sondern ein europäisches Anliegen. In fast jeder Großstadt gibt es ein dringendes Bedürfnis nach effi­zienten sowie zugleich auch CO₂-sparenden Lieferdiensten. Deshalb betrachten wir den Paketmarkt auf internationaler Ebene mit einer zukünftigen Expansion in große Märkte wie London, Paris und Madrid. Konkret gesprochen, wollen wir in den nächsten drei Monaten nach Wien und bis Ende des Jahres nach London expandieren.

Zur Person

  • Niklas Tauch ist CEO und Mitbegründer von Liefergrün
  • 2020 gründete er mit seinen beiden Co-Foundern Max Schleper und Robin Wingenbach Liefergründ als Green-Tech-Startup
  • Davor war Tauch, der an der Hochschule Niederrein und der Westfälische Wilhelms-Universität Münster studiert hat, sechs Jahre bei Henkel, unter anderem als Verantwortlicher in der Produktionssteuerung
  • Tauch sieht sich nach eigenen Angaben als „Impact Entrepreneur“, der Unternehmen aufbaut und Klimaschutz und Skalierbarkeit durch Technologie verbindet
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