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Kabelbäume aus der Ukraine Leoni liefert nach Bedarf

MAN Lkw mit Kabelbäumen von Leoni Foto: MAN Truck & Bus; Leoni AG; Montage: Marcus Zimmer

Die für die Automobilproduktion wichtigen Kabelbäume aus der Ukraine können nach Bedarf geliefert werden. An beiden Leoni-Standorten im Westen des Landes wird trotz des Krieges produziert.

Die Produktion von Kabelbäumen in der Ukraine erfolge in enger Absprache mit den Kunden und dem Management vor Ort, sagte ein Konzernsprecher. „Wir sind voll lieferfähig aus der Ukraine“, betonte er. Alle Bestellungen der Kunden könnten bedient werden. Zu Kriegsbeginn hatte es bei mehreren Autobauern Produktionsstilllegungen wegen fehlender Kabelbäume gegeben. Auch bei Lkw-Hersteller MAN in München und Krakau standen die Bänder still, an den Standorten Nürnberg, Salzgitter und Wittlich kam es zu "signifikanten Ausfällen", Beschäftigte wurden in Kurzarbeit geschickt.

Drei Viertel Frauen beschäftigt

Der Wille und die Motivation, die Folgen des Krieges zu beherrschen, seien auf allen Seiten deutlich zu spüren, führte der Sprecher aus. Bereits wenige Tage nach Kriegsbeginn sei die Produktion in begrenztem Umfang wieder aufgenommen und dann langsam wieder hochgefahren worden. Das Niveau sei schwer vergleichbar mit der Zeit vor dem Krieg, es gebe auch immer wieder Produktionsunterbrechungen durch Fliegeralarm. „Aber was aus der Ukraine bestellt wird, wird auch geliefert.“ Das ist auch möglich, weil drei Viertel der Beschäftigten in den Werken Frauen sind.

Konzentration auf Bordnetzsysteme

Leoni ist aufgeteilt in zwei große Divisionen: die Bäume-Sparte WSD Wiring Systems Division und die klassische Kabel-Sparte WCS Wire and Cable Solutions. Die beiden Standorte in der Ukraine gehören zu WSD, die komplette Bordnetzsysteme herstellt. Strategie des Unternehmens ist es, sich künftig ganz auf diese Sparte auszurichten. „Wir treiben unsere bekannte strategische Fokussierung auf das Geschäft mit Bordnetzsystemen weiter voran“, sagte Leoni-Chef Aldo Kamper.

Kabelsparte abstoßen

Das Unternehmen hat harte Zeiten hinter sich und muss sich finanziell weiter stabilisieren, dementsprechend werden Geschäftseinheiten, die zur Kabelsparte WCS gehören, Schritt für Schritt verkauft. Es werde geprüft, für welche Teile man noch der ideale Eigentümer sei, sagte der Sprecher. Im vergangenen Herbst fiel die Geschäftseinheit Industrial Solutions raus, jetzt ist das Geschäft mit Automobil-Standard- und Spezialkabeln dran, das in der Business Group Automotive Cable Solutions (BG AM) gebündelt ist.

Thailänder übernehmen

Den Bereich soll gemäß einer Verkaufsvereinbarung der strategische Investor Stark Corporation aus Thailand übernehmen, der branchenübergreifend zu den führenden Draht- und Kabelanbietern Südostasiens gehöre. Derzeit produziert die BG AM weltweit mit 3.300 Beschäftigten an zehn Standorten, 2021 lag das Umsatzvolumen bei 1,3 Milliarden Euro, der Kaufpreis soll 400 Millionen Euro betragen. Einer der künftigen Kunden wird Leoni sein, der die Kabel für seine Bordnetzsparte braucht.

Fabrik der Zukunft in neuen Händen

Zu dem Deal gehört auch die „Fabrik der Zukunft“ in Roth bei Nürnberg, deren Bau für fast 100 Millionen Euro Leoni 2017 begonnen hatte. Die hochmoderne Kabelproduktion wird hier durch ein Hightech-Labor- und Entwicklungszentrum für innovative Produkte und Lösungen ergänzt. Stichworte: Datenleitungen für autonomes Fahren, Hochvolt- und Ladeleitungen für Elektrofahrzeuge sowie Glasfaserkabel für Telekommunikations- und Infrastrukturanwendungen.

Leoni als Unternehmen

Leoni sieht sich als globalen Anbieter von Produkten, Lösungen und Dienstleistungen für das Energie- und Datenmanagement in der Automobilindustrie. Die börsennotierte Unternehmensgruppe beschäftigt eigenen Angaben zufolge rund 100.000 Mitarbeiter in 28 Ländern und erzielte 2021 einen Konzernumsatz von 5,1 Milliarden Euro.

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