Junge Fahrer unter 25

Robin Müller im Gespräch

U25, FF 6/2018, Robin Müller. Foto: Benjamin Keller

Robin Müller hat schon als Kind den Beruf des Lkw-Fahrers durch seinen Vater miterlebt und erzählt im Gespräch von seiner Lieblingstour und den schönen Seiten seines Jobs.

Warum Fahrer?

Den Beruf des Lkw-Fahrers habe ich mir mehr oder weniger von meiner Familie abgeschaut. Ich bin schon als Kleinkind immer gerne in den Ferien mit meinem Vater quer durch die Schweiz, Deutschland, Frankreich oder Holland unterwegs gewesen. Auch durch diverse Truckertreffen wurde die Faszination immer größer. Nachdem ich meine erste Lehre als Maurer abgebrochen hatte, zog es mich in dieselbe Spedition, in der mein Vater damals fuhr. Dort, bei der Spedition Ketterer, absolvierte ich meine dreijährige Ausbildung zum Berufskraftfahrer. Nach der Lehre versuchte ich mich zunächst woanders: im Transport von Abrollmulden und Bedienen von Autokränen. Doch das Holzfahren war schon in der Ausbildung mein Ziel geworden – und so kam ich schließlich zu Künstle.

U25, FF 6/2018, Robin Müller. Foto: Benjamin Keller
Dank des Ladekrans ist Robin beim Be- und Entladen auf niemanden angewiesen. Auch die Ruhe im Wald trägt viel zu seiner Berufszufriedenheit bei.
Einsatzgebiet?

Im Großen und Ganzen erstreckt sich der Tätigkeitsbereich bei der Firma Künstle auf den Transport von Lang- und Kurzholz rund um die Regionen Nord- und Südschwarzwald, Ortenau, Kaiserstuhl und den Elsass. Hierbei transportieren wir das zurechtgerückte Holz aus dem Wald direkt zu den Sägewerken oder Lagerplätzen. In der Regel schlafen bei uns abends alle Fahrer zu Hause in den eigenen Betten. Bei einigen Aufträgen kann es aber auch sein, dass man mal ein oder zwei Nächte im Lkw übernachtet.

Lieblingstour?

Am liebsten bin ich in meiner Heimatregion unterwegs. Weite Strecken zurücklegen, im Stau die Reifen platt stehen, die Gegend um mich herum nicht zu kennen, das ist überhaupt nichts für mich. Selbstverständlich sehe ich gerne etwas Neues, wie zum Beispiel in den kurzen Touren durch die Vogesen. Aber dennoch gibt es immer wieder viele Orte in der heimischen Umgebung, die man aus neuen Blickwinkeln erst wirklich zu schätzen lernt.

Grösstes Missgeschick?

Während der ersten drei Monate, in denen ich alleine im Wald unterwegs war, habe ich durch einen blöden Anfängerfehler einen Baumstamm in der Zange so ungeschickt neben meinem Fahrerhaus verkeilt, dass sich das eine Ende des Stammes verdreht hat und das andere Ende dann gegen die Beifahrertür geknallt ist.

Freundeskreis?

Meine Freunde mögen meinen Beruf. Ich habe auch den einen oder anderen "Stammbeifahrer", der bei Gelegenheit mit dabei ist. Zwei Freunde haben auch schon nachgezogen und selbst den Lkw-Führerschein gemacht.

Das Schöne am Job?

Ich habe im Wald meine Ruhe. Durch meinen Palfinger-Ladekran bin ich auf keinen Be- oder Entlader angewiesen. Im Wald ist keiner, der "schnell mal vor" muss. Diese Ruhe, der Geruch von frisch gesägtem Holz oder das kurze Gespräch mit dem Forstwirt gibt einem so viel zurück, dass man das schlechte Wetter und das Schneekettenmontieren im Winter fast vergisst.

An meinem Job Stört mich,

dass so mancher rücksichtslose Verkehrsteilnehmer gerne mal die Überlänge und den Platz unterschätzt, den meine Fahrzeugkombination benötigt.

Zukunft?

Ich habe das Gefühl, im Bereich Holztransport richtig zu sein. Das Klima und der Zusammenhalt bei der Firma Künstle ist wirklich einmalig – jeder steht für den anderen ein.

U25, FF 6/2018, Robin Müller. Foto: Benjamin Keller
Künstle Transporte GmbH

Der Ausbildungsbetrieb: Künstle Transporte GmbH

Adresse: Dorfstr. 61, 77776 Bad Rippoldsau-Schapbach                                           Telefon: 07839/546
Internet: www.künstle-holztransporte.de

Fuhrpark/Fahrpersonal: acht Lkw der Marken Mercedes-Benz und MAN mit Langholzaufbauten der Firmen Doll und Huttner

Einsatzbereich: Nord- und Südschwarzwald, Ortenau, Kaiserstuhl und Elsass

Ansprechpartner: Reinhold und Jörg Künstle

Dank des ladekrans ist Robin beim Be- und Entladen auf niemanden angewiesen. Auch die Ruhe im Wald trägt viel zu seiner Berufszufriedenheit bei.

Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
FF 06 2018 Titel
FERNFAHRER 06 / 2018
5. Mai 2018
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