18-jährige Fahrerin

Natalie Brand macht ihr Hobby zum Beruf

U25 Natalie Brand, FF 3/2018, Ruta Spedition Beckum, Werner Ruploh. Foto: Johannes Roller

Die junge Fahrerin macht ihre Ausbildung bei der RUTA Spedition. Im Gespräch verrät sie FERNFAHRER ihre Lieblingstouren und Zukunftspläne.

Warum Fahrerin?

Ich fand es schon immer toll, viel unterwegs zu sein. Durch das gemeinsame Hobby Modellbau (ferngesteuerte Lkw im Maßstab 1 : 14) von meinem Vater und mir bin ich diesem Beruf näher gekommen. Letztendlich kam ich durch einen Bekannten meiner Eltern in meinen Ausbildungsbetrieb. Er hatte mich gefragt, ob ich nicht mal ein Praktikum machen möchte. Ich bin dann ein paar Tage mitgefahren und es hat mir sehr gut gefallen. Daraufhin habe ich mich um einen Ausbildungsplatz beworben und bin nun bereits im zweiten Lehrjahr.

U25 Natalie Brand, FF 3/2018, Ruta Spedition Beckum, Werner Ruploh. Foto: Johannes Roller
Im zweiten Lehrjahr beherrscht Natalie die Silozüge bereits souverän (o.). Mit Werkstattleiter Tobias Ruploh und Geschäftsführer Werner Ruploh (r. o.).
Einsatzgebiet?

Mein Einsatzgebiet bei RUTA ist sehr abwechslungsreich: Mal fahre ich die Betonwerke an, dann kommt mal eine Baustelle dazwischen oder ich fahre ins Kraftwerk. Größtenteils führen mich meine Touren in den Ruhrpott.

Lieblingstour?

Am liebsten fahre ich Richtung Norden, zum Beispiel Bremen und Emden. Dort herrscht auf den Autobahnen meist nicht so viel Stau wie im Ruhrgebiet und man fährt an tollen Landschaften vorbei.

Grösstes Missgeschick?

Ich war gerade vom Firmengelände runter, da kam mir ein Lkw entgegen und es gab einen lauten Knall. Das war der Spiegel, der mir gegen die Scheibe knallte. Wir hatten beide parkende Pkw neben uns und sind zu weit mittig gefahren.

Freundeskreis?

Meine Freunde haben ganz cool reagiert als ich ihnen gesagt habe, dass ich Lkw fahren möchte. Eine Freundin ist sogar schon mitgefahren und war sehr begeistert davon. Sie fand es sehr lustig, wie komisch manche Leute schauen können, wenn eine junge Frau hinterm Steuer eines großen Brummis sitzt.

U25 Natalie Brand, FF 3/2018, Ruta Spedition Beckum, Werner Ruploh. Foto: Johannes Roller
Natalie fährt für RUTA.
Das Schöne am Job?

Der Job ist sehr abwechslungsreich, man ist jeden Tag an einem anderen Ort, stellt sich neuen Herausforderungen und man hat eine gewisse Art von Freiheit. An meinem Job Stört mich: Wir haben in der Gesellschaft einen ziemlich schlechten Ruf und es gibt immer weniger Leute, die diesen Beruf ausüben wollen. Zudem ist so das typische Bild eines Lkw-Fahrers: fett, stinkt und ist faul – was ja gar nicht stimmt. Viele "alte Hasen" sind leider auch der Meinung, dass eine Frau auf dem Lkw nichts zu suchen hat. Dabei kann eine Frau den Beruf genauso gut ausüben wie ein Mann.

Zukunft?

Erst mal beende ich meine Ausbildung und dann würde ich gerne weiterhin bei RUTA fahren. Später möchte ich auch gerne für RUTA im internationalen Fernverkehr fahren.

Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
FF 03 2018 Titel
FERNFAHRER 03 / 2018
3. Februar 2018
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