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Hellmann Worldwide Logistics "Ein Strauß an Veränderungen"

Monika Thielemann-Hald, Hellmann Worldwide Logistics, Global Head of Automotive Logistics Foto: Hellmann Worldwide Logistics; Montage: Monika Haug

Monika Thielemann-Hald, Global Head of Automotive Logistics bei Hellmann, über ihre Faszination für den Bereich Vertrieb und die Veränderungen, die auf die Branche zukommen.

Monika Thielemann-Hald ist ohne Zweifel ein Vertriebsprofi. In ihrer bisherigen Berufslaufbahn hat sie in diesem Segment Erfahrungen bei vier großen Namen der Branche gesammelt. Zunächst als Assistentin der Geschäftsleitung beim Logistikdienstleister Dachser in Kornwestheim. Bereits Anfang der 1990er Jahre war sie dort „stark vertriebsorientiert“ und verschrieb sich diesem Bereich.

Positionen bei Dachser, Schenker und Panalpina

Anschließend arbeitete sie neun Jahre lang in verschiedenen Positionen bei DB Schenker. Dort betreute sie als Global Account Direktor die in Stuttgart ansässigen Automobilhersteller und namhaften Automobillieferanten und verantwortete zugleich den europaweiten Vertrieb des Segments Industriegüter und Chemie. Von Schenker wechselte sie zu Panalpina Welttransport und entwickelte den Bereich Automotive & Manufacturing in fünf Jahren zum größten Industriesegment des Schweizer Logistikers hinsichtlich Umsatz, Volumen und Gross Profit.

„Der Bereich Vertrieb umfasst alle Verkehrsträger, alle Produkte und vielfältige Aufgaben im Unternehmen“, sagt Thielemann-Hald. „Wir bekommen das komplette Spektrum mit und können es gestalten.“ Vor allem in der Logistik habe die Vertriebstätigkeit einen hohen Stellenwert und sorge für den Umsatz.

High Tech und Industrial Solutions

An der Automobillogistik gefällt ihr die Mittelfristigkeit und die enge Zusammenarbeit mit den Kunden. Außerdem sei sie Asset-basiert und biete ein großes Investitionsvolumen. Ausflüge in andere Sparten wie High Tech oder Industrial Solutions waren von kurzer Dauer. Nicht einmal die Projektkoordination der Olympischen Spiele in Sydney 2000 konnten sie von ihrem Weg abbringen. Ein Highlight in ihrer Berufslaufbahn stellen sie dennoch dar.

Weltweite Automobillogistik im Fokus

Bei Hellmann verantwortet sie seit drei Jahren die weltweite Automobillogistik. Ihre neue Position trat sie pünktlich zu Beginn der Corona-Pandemie an. Kein leichter Start. War es doch schwieriger, ein internes und externes Netzwerk aufzubauen, das Team kennenzulernen und mit den Kunden zu interagieren. „Dafür war die Einarbeitung schnell und effektiv“, sagt die 54-Jährige. Die Kombination aus beidem, Online und Präsenz, findet sie empfehlenswert. Diese Arbeitsform lebt sie aktuell. Ihr Büro befindet sich in ihrem Haus im Landkreis Heilbronn. Dort lebt sie mit ihrem Ehemann. Je nach Bedarf fährt sie in die Hellmann-Zentrale nach Osnabrück. Und sie ist weltweit unterwegs. „Das Reisen habe ich während der Corona-Zeit vermisst“, sagt Thielemann-Hald. USA, Mexiko, Asien, Europa: Die Liste ist lang.

„Caring“-Gedanke gehört zum Leitbild von Hellmann

An ihrem aktuellen Arbeitgeber schätzt die Diplom-Betriebswirtin (BA) die positive Unternehmenskultur. Der „Caring“-Gedanke gehört zum Leitbild. Das zeigt sich auch bei den gegenwärtigen Kriegen und Krisen. Nach Ausbruch des Ukraine-Kriegs im Februar 2022 kümmerte sich der Logistiker zum Beispiel um seine Mitarbeitenden in der Ukraine. Unter anderem wurden über den Verein „Hellmann helps“ Power Banks verteilt, um Stromausfälle überbrücken zu können. Darüber hinaus gab es zahlreiche Hilfstransporte in die Kriegsregion.

„Geschäftlich hat uns der Ukraine-Krieg getroffen“, sagt Thielemann-Hald. Zum Beispiel fehle durch den Wegfall der Hauptroute der Transsibirischen Eisenbahn eine maßgebliche Säule der nachhaltigen Alternative zum Luftverkehr. Ihre Aufgaben als Global Head of Automotive Logistics fasst sie so zusammen: „Wir setzen Strategien und Initiativen im Bereich Automotive auf und um, sind im Team für unsere Großkunden verantwortlich und entwickeln strategische Lösungen für die Zukunft.“

Diversität im Team

Ihr Team ist über den gesamten Globus verteilt. Bei der Auswahl ihrer Mitarbeitenden gilt „Qualification first“. Aber Thielemann-Hald achtet auch auf Diversität. Ein Thema, das Hellmann stark vorantreibe. „Trotz der vermeintlichen Männerdomäne Automotive ist das Geschlechterverhältnis in meinem Team ausgewogen.“ Sie hat in den vergangenen Jahren mehrere Führungskräftetrainings absolviert und sich 2019 zur Mediatorin ausbilden lassen.

Veränderungsprozesse stößt Thielemann-Hald nicht nur intern an. Sondern auch im Hinblick auf die Mobilitätsformen der Zukunft. „Uns erwartet ein Blumenstrauß an Veränderungen“, sagt die Schwäbin. Batterieentwicklung, Nearshoring – also die Verlagerung betrieblicher Aktivitäten ins nahe Ausland – sowie neue Anforderungen an die Lieferkette: Nur eine Auswahl an Themen, die sie aktuell beschäftigen.

2024 sollen Lösungen für Batterielogistik kommen

Konkrete Lösungen sehen zum Beispiel so aus: Die Lieferung eines chinesischen Unternehmens an einen deutschen Autohersteller läuft auf der letzten Meile über einen täglichen Zug. Weitere Alternativen zum klassischen Diesel-Lkw sind zum Beispiel Fahrzeuge mit alternativen Antrieben. In diesem Bereich laufen bei Hellmann viele Testphasen. „Für die Testphasen gibt es keinen Endpunkt,“ sagt Thielemann-Hald. Es handle sich um eine stetige Weiterentwicklung. Speziell für den Bereich Automotive hat sie sich im nächsten Jahr unter anderem Lösungen für die Batterielogistik vorgenommen.

Nachhaltigkeit ist auch privat ein Thema

Das Thema Nachhaltigkeit lebt sie auch privat. Seit April fahren ihr Mann, der ebenfalls Logistiker ist, und sie ein E-Auto, geladen wird direkt am Haus. Auf dem Dach befindet sich eine Photovoltaikanlage. Für sie ein Gewinn: „Jeder, der sagt, dass ihn die fehlende Infrastruktur behindert, hat es nicht wirklich probiert.“ Ihr Wohnmobil dagegen fährt mit herkömmlichem Diesel. „Da sind wir leider mangels Alternativen weniger nachhaltig.“ Aber die Reisen durch ganz Europa sind ihr wichtig und ein Ausgleich zum oft stressigen Job. Es kommt eben auch auf die Balance an.

Zur Person

  • Monika Thielemann-Hald ist Diplom-Betriebswirtin (BA) mit Fachrichtung Spedition
  • Sie startete ihre Karriere 1991 bei Dachser in Kornwestheim bei Stuttgart
  • Nach Stationen bei DB Schenker (1994 bis 2013) und Panalpina (2014 bis 2020) ist sie seit 2020 bei Hellmann Worldwide Logistics für die Automobillogistik weltweit verantwortlich
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