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GV Trucknet kompensiert CO2-Ausstoß

Große-Vehne arbeitet CO2-neutral

Foto: Matthias Rathmann

Große-Vehne ist das erste größere Transport- und Logistikunternehmen, das seit diesem Jahr vollständig CO2-neutral arbeitet.

Die Spedition Große-Vehne (GV) sucht traditionell nicht das Rampenlicht. Umso mehr lässt eine Nachricht von ihr aufhorchen. "GV Trucknet ist das erste größere Transport- und Logistikunternehmen in Deutschland, das CO2-neutral agiert", berichtet Geschäftsführer René Große-Vehne gegenüber der Fachzeitschrift trans aktuell. Bereits in diesem Jahr erfolgt eine komplette Kompensation des CO2-Ausstoßes über die Initiative Plant for the Planet.

Große-Vehne ließ bereits 80.000 Bäume pflanzen

Die 2007 von dem damals erst neunjährigen Schüler Felix Finkbeiner gegründete Bewegung hat bereits mehr als 15 Milliarden Bäume gepflanzt. Rund 80.000 davon wachsen im Auftrag von Große-Vehne. "Bis in drei Jahren lautet unser Ziel eine Million Bäume", sagt der Unternehmer. Plant for the Planet pflanzt die Bäume im mexikanischen Campeche auf stiftungseigenem Grund. In den südlichen Ländern wächst das Gehölz zwei- bis viermal so schnell als in Deutschland und kann demzufolge mehr CO2 binden.

ZNU überwacht und begleitet Engagement von Große-Vehne

Das Engagement des Große-Vehne-Netzwerks GV Trucknet beim Klimaschutz wird durch eine neutrale Organisation überwacht und begleitet. Es handelt sich um das Zentrum für Nachhaltigkeit in der Unternehmensführung (ZNU) der Universität Witten/Herdecke. Es hat sich zum Ziel gesetzt, mit einem Netzwerk von 70 Unternehmen bis zum Jahr 2022 an sämtlichen Standorten klimaneutral zu agieren. Darunter sind fünf Firmen, die einen großen Schritt weiter gehen und bereits in diesem Jahr am Ziel sein wollen: die Brauerei Bitburger, der Senf- und Ketchup-Hersteller Develey, der Schokoladenproduzent Ritter Sport, das Netzwerk Gemüsering und Große-Vehne als einziger Logistikdienstleister darunter.

Große-Vehne lässt seit fünf Jahren CO2-Ausstoß erfassen

"Als Familienunternehmen liegt uns das Thema Nachhaltigkeit am Herzen", erläutert Große-Vehne. "Um als Logistiker langfristig erfolgreich zu sein, werden wir uns auch zukünftig für unsere Mitarbeiter, Kunden und den Klimaschutz engagieren", kündigt er an. Seit fünf Jahren schon messe und erfasse das ZNU den CO2-Fußabdruck seines Hauses. Gemeinsam überlegen sich beide Partner Maßnahmen, um die Prozesse weiter zu verbessern und die Verbräuche zu drosseln.

Flotte von 1.000 eigenen Lkw, davon 850 in Deutschland

Als Beispiele nennt René Große-Vehne Telematikanwendungen zur besseren Tourenplanung, das Vermeiden von Leerkilometern, permanente Fahrerschulungen und Kontrollen des Spritverbrauchs. Auch der kleinste Beitrag führt zum Erfolg, was erst recht angesichts einer Flotte von knapp 1.000 eigenen Lkw gilt. Davon laufen rund 850 innerhalb des deutschen GV Trucknet-Netzwerks, das neun Standorte umfasst.

"Wir werden von Jahr zu Jahr besser", bilanziert der Spediteur. Zu mehr Effizienz trägt zum Beispiel der Einsatz von 47 Lang-Lkw bei. 45 davon sind Sattelzüge mit verlängerten Aufliegern, hier dürfte Große-Vehne der mit Abstand größte Betreiber sein. Ferner hat das Unternehmen einen Teil seiner Hauptläufe zwischen Stuttgart und Bremen um Intermodaltransporte mit DB Cargo Logistics auf der Schiene ergänzt.

Große-Vehne: Ganz ohne Diesel geht es noch nicht

Doch auch wenn die Verbräuche von Jahr zu Jahr sinken – "ganz ohne Dieselverbrauch geht es noch nicht", sagt Große-Vehne. Ob ein Elektro-Lkw hier der große Wurf ist, bezweifelt er. Schaue man sich die Gesamtbilanz eines solchen Fahrzeugs an, auch unter welchen Voraussetzungen die Rohstoffe für die Batterien-Fertigung abgebaut würden, sei dessen Umwelteffekt mehr als fraglich.

Große-Vehne denkt eher, dass beim konventionellen Antrieb noch erhebliche Potenziale schlummern. Die EU-Kommission hatte kürzlich von den Lkw-Herstellern bis 2025 eine Reduktion um 15 Prozent verlangt. 35 Handelsunternehmen und Logistiker sind überzeugt, dass noch deutlich mehr Luft nach oben ist und hatten der EU-Kommission CO2-Grenzwerte vorgeschlagen, die eine Reduzierung um 24 Prozent vorsehen. Einer der Unterzeichner dieses Schreibens ist das Unternehmen Große-Vehne.

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