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Gotthard-Basistunnel ist eröffnet

Großprojekt bringt Schub für die Güterbahnen

Foto: SBB

Europas Eisenbahnen wollen künftig verstärkt zusammenarbeiten. Gleichzeitig haben die Chefs der Unternehmen die Politik aufgefordert Verantwortung zu übernehmen und die Rahmenbedingungen für die Schiene zu verbessern.

01.06.2016 Regina Weinrich

Der Gotthard-Basistunnel bringt nicht nur dem Gütertransport über die Alpen Produktivitätsgewinne, er setzt bei Europas Eisenbahnen offenbar auch Energien für die Gestaltung der Zukunft frei. Am Tag vor der Einweihung des Tunnels vereinbarten die Chefs der Bahnunternehmen in Lugano eine verstärkte Zusammenarbeit und haben dies mit einer Deklaration bekräftigt, berichten die Schweizerischen Bundesbahnen SBB. Im Wettlauf mit anderen Verkehrsträgern sollen die Eisenbahnen mit neuen Technologien und der Digitalisierung innerhalb der Mobilitätskette bestmöglich positioniert werden. 

Es sei erörtert worden, wie die Wirkung des Basistunnels auf dem ganzen Güterverkehrskorridor Rotterdam–Genua genutzt werden könne. Dabei seien sich DB-Chef Rüdiger Grube, der Vorstandsvorsitzende der italienischen Eisenbahn FS, Renato Mazzoncini und SBB-Chef Andreas Meyer einig gewesen, dass zukünftig die Fahrplantrassen grenzüberschreitend geplant, reserviert und optimiert werden. Auch geplante Maßnahmen zur Verbesserung der Pünktlichkeit sollen umgesetzt werden. Dies solle zu einer stärkeren Verkehrsverlagerung beitragen, heißt es in einer SBB-Mitteilung. 

Verschärfter Wettbewerb treibt die Unternehmen an

Denn der Wettbewerb zwischen den Verkehrsträgern um den Platz in der Mobilitätskette verschärft sich. "Die europäischen Bahnen wollen diese Herausforderungen gemeinsam angehen und die grenzüberschreitende Zusammenarbeit verbessern", wird betont. Dabei haben sie sich viel vorgenommen: Die großen Bahnhöfe sollen als attraktive Drehscheiben funktionieren und die Verbindung zu anderen Verkehrsmitteln und Anbietern schaffen, die Anschlüsse innerhalb Europas sollen insgesamt verbessert werden. Die Kunden sollen darauf vertrauen, dass ihre Daten geschützt und nur mit ihrem Einverständnis zur Verbesserung von Angeboten verwendet werden. Die technischen Daten hingegen wollen die Bahnen offen austauschen sowie Standards harmonisieren, damit Abläufe vereinfacht und Kosten gesenkt werden können.

Das alles sei aber nur möglich, wenn der intermodale Wettbewerb fair ablaufe. Die Vorstandsvorsitzenden haben deshalb die Politik aufgerufen, die Rahmenbedingungen zu verbessern und eine langfristige und verlässliche Finanzierung von Unterhalt und Ausbau der Bahninfrastruktur sicherzustellen. Außerdem müssten die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Digitalisierung geschaffen werden. "Die Bahnen als staatsnahe Unternehmen dürfen nicht stärker eingeschränkt werden als IT-Unternehmen wie etwa Google", wird verlangt.

Wenn bis 2020 der Ceneri-Basistunnel und der Viermeterkorridor ausgebaut sind, ist die Gotthardachse eine effiziente Flachbahn für den Güterverkehr. Wann die Strecke zwischen Mannheim und Basel fertiggestellt ist, ist bislang noch offen. In Italien jedenfalls geht der Ausbau mehrerer Strecken voran, und rund um Mailand sind drei neue Verladeterminals für den Güterverkehr geplant.

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