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Frachtraten auf der Straße Wirtschaftliche und ökologische Ziele in Gefahr

Foto: Gerd Altmann - Pixabay

IRU, Upply und Ti veröffentlichen den Index für die Straßenfrachtraten in Europa. Wie sich diese auf dem Spot-Markt und für Kontraktraten in unterschiedliche Richtungen ändern.

Die Transport-Plattform Upply, der Verband International Road Transport Union (IRU) und die Analysten von Transport Intelligence (Ti) haben die europäischen Straßenfrachtraten unter die Lupe genommen. Wie sich die Preise auf dem Spot-Markt im Vergleich zu den Kontrakt-Raten verändert.

Spot- und Kontrakt-Raten entwickeln sich gegenläufig

Laut der drei Initiatoren liegt der Index der Spot-Raten im dritten Quartal 2023 weiter unter dem Index der Kontrakt-Raten. Der Spot-Index ist demzufolge sogar das vierte Quartal in Folge gesunken, während der Kontrakt-Spot-Index zum ersten Mal seit dem 4. Quartal 2022 wieder gestiegen ist. Im 3. Quartal 2023 bewegt sich der Spot-Index damit weiter unter dem Kontrakt-Index. Dies bedeute, dass die Spot-Raten nun näher an ihrem Basisniveau (1. Quartal 2017) liegen als die Kontrakt-Raten. Der Spotmarkt-Index ist das 4. Quartal in Folge gesunken, und zwar um 1,2 Punkte auf 125,4, womit er im Jahresvergleich jetzt um 14,8 Punkte niedriger liegt. Die Geschwindigkeit des Rückgangs der Spotmark-Sätze habe sich damit sich um mehr als ein Drittel verlangsamt, da sich die Spotmarkt-Sätze als Reaktion auf die niedrigere Nachfrage zu stabilisieren beginnen.

Kostendruck beim Straßentransport nimmt zu

Der Kontraktmarkt-Satz hat sich gegenüber dem Vorquartal um 1,4 Punkte erhöht und liegt im Jahresvergleich nur um -0,4 Punkte niedriger. Die Änderung der Kontraktrate für das 3. Quartal 2023 ist der erste Anstieg des Index seit dem 4. Quartal 2022, da der Kostendruck zunimmt.

Mautpreis-Erhöhung auch in anderen EU-Ländern

Die Mautpreis-Erhöhungen in Deutschland im Dezember könnten die Mautkosten zudem um bis zu 83 Prozent erhöhen, ein Anstieg, der zum Teil an die Kunden weitergegeben werden könnte. IRU, Upply und ti erwarten allerdings, dass die Mautgebühren auch in anderen EU-Mitgliedstaaten im Laufe des Jahres 2024 steigen. Die genauen Erhöhungen für die meisten Mitgliedstaaten sei noch nicht bekannt.

Keine Entwarnung bei den Kontrakt-Preisen

Aktuell sei es den Transporteuren aufgrund einer hohen Kostenbasis zwar gelungen, die Preise hochzuhalten. Sollte die europäische Wirtschaft jedoch weiterhin auf einem Aktivitätsniveau stagnieren, das unter dem der Vorjahre liegt, sei zu erwarten, dass dies den Druck auf die Vertragspreise erhöht. Die IRU erwartet, dass die Frachtraten mit einem leichten saisonalen Anstieg im 4. Quartal 2023 gedämpft bleiben, sich aber 2024 stabilisieren, wenn sich die europäische Nachfrage erholt und höhere Kosten zum Tragen kommen.

IRU: Der Transportsektor braucht Unterstützung

„Die Straßenverkehrsbranche befindet sich in einem beispiellosen Wandel, denn sie muss sowohl auf die wachsende Verkehrsnachfrage reagieren als auch gleichzeitig den Kohlenstoff-Ausstoß verringern. Ohne Unterstützung des Sektors, der hauptsächlich aus kleinen und mittleren Unternehmen besteht, deren Gewinnspannen gering sind, besteht vor dem Hintergrund steigender Preise, Kosten und Investitionen die große Gefahr, dass keines der wirtschaftlichen und ökologischen Ziele erreicht wird“, erklärt Vincent Erard,Leiter Strategie und Entwicklung bei der IRU.

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