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Eifelstrecke für den Gütertransport Bündnis fordert zwei Gleise

Schiene, Eisenbahn, Güterverkehr Foto: Adobe Stock/nadianb

Die Eifelstrecke zwischen Köln und Trier soll zweigleisig ausgebaut werden. Dafür plädiert ein Bündnis aus mehr als 20 Unternehmen – darunter die Trierer Hafengesellschaft, Gerolsteiner Brunnen und die Spedition Ludwig aus Dreis-Brück.

Die rund 163 Kilometer lange Eifelstrecke zwischen Köln und Trier wurde bei der Hochwasserkatastrophe im Sommer 2021 massiv zerstört. Bis Mitte 2024 soll die gesamte Strecke wieder in Betrieb sein – allerdings nicht zweigleisig. Doch für den zweigleisigen Ausbau setzt sich seit November 2023 ein Bündnis aus mehr als 20 Unternehmen aus Logistik, Industrie und Tourismus ein.

Bei einer vom Hafen Trier veranstalteten Pressekonferenz erläuterte das Bündnis zum Ausbau der Eifelstrecke die Gründe für seine Forderungen. Bereits vor dem Hochwasser sei die Gesamtstrecke zu 90 bis 95 Prozent ausgelastet gewesen. Um die Schiene zu stärken, den Transport nachhaltiger zu gestalten und der gestiegenen Nachfrage gerecht zu werden, sei der zweigleisige Ausbau notwendig. Die gesamte Reisezeit im Personenverkehr von Köln Hauptbahnhof bis Trier Hauptbahnhof habe vor der Flut 3:04 Stunden betragen. Mit zwei Gleisen seien 2:19 Stunden möglich.

Erstmal 10 Kilometer zweigleisig

In einem ersten Schritt soll ein Abschnitt von zehn Kilometern zweigleisig werden, um mindestens auch einen Güterzug in der Stunde realisieren zu können. Die Reisezeit im Personenverkehr von Köln Hauptbahnhof bis Trier Hauptbahnhof würde dann 2:34 Stunden betragen. Bis 2038 ist der komplette zweigleisige Ausbau anvisiert. Ebenso wichtig ist die Elektrifizierung der Strecke – für den Güterverkehr genauso wie für den Personenverkehr.

Bis Ende 2026 oder Anfang 2027 soll die Eifelstrecke elektrifiziert sein. Das Land Rheinland-Pfalz trägt 80 Millionen Euro der Elektrifizierungskosten für den Streckenabschnitt in Rheinland-Pfalz, der Bund zahlt 308 Millionen Euro. Der Rest fließt aus dem Wiederaufbaufonds.

Strecke war schon mal zweigleisig

Bis zum zweiten Weltkrieg war die Strecke größtenteils zweigleisig. Nach dem Krieg musste ein 64 Kilometer langer Gleisabschnitt wegen der Reparationsleistungen abgebaut und nach Frankreich gebracht werden. Die Gleisbette sind nach Angaben des Bündnisses nach wie vor mehrheitlich breit genug für zwei Gleise. Die Kosten könnten zu 60 Prozent der Bund und zu 40 Prozent die Deutsche Bahn und das Land Rheinland-Pfalz übernehmen.

„Die Emissionen zu senken, ist nur durch attraktive Verbindungen möglich“, sagte Marcus Schumacher, Kommissarischer Leiter Produktivitäts- und Supply Chain Management bei Gerolsteiner Brunnen. Momentan bestünden Nachteile durch die mangelhafte Infrastruktur, auch im Hinblick auf Gerolsteiner als Arbeitgeber. Der zweigleisige Ausbau ermögliche den Mitarbeitenden einen kürzeren Arbeitsweg, was Gerolsteiner als Arbeitgeber attraktiver mache. In Bezug auf den intermodalen Verkehr lohnt sich der Ausbau sowieso: Bis zu 40 Prozent der Lkw-Fahrten könnten langfristig auf die Schiene verlagert werden.

Wie können leere Rückfahrten vermieden werden?

Für die Trierer Hafengesellschaft ist der Ausbau ebenfalls wichtig. Sie erweitert und modernisiert in den nächsten fünf Jahren das Logistik Hub. Neben den Bauaktivitäten im Hafen müsse auch die Infrastruktur ausgebaut werden. „Hierzu gehört auch die Verbesserung der Schienenanbindung aus und in den Hafen Trier,“ sagte Volker Klassen, Geschäftsführer der Trier Hafengesellschaft. „Die Elektrifizierung und somit die Ertüchtigung der Eifelstrecke für den Güterverkehr ist dafür ein wichtiges Projekt.“

Dem Thema Paarigkeit sehen die Beteiligten positiv entgegen. „Es wird zu Beginn ein gewisses Ungleichgewicht geben“, sagte Rüdiger Meurer, Director Transportation bei der Molkereigenossenschaft Arla Foods. Anders als bei Gerolsteiner sei bei Arla kein Leergut für die Rückfahrt nach Trier vorhanden. „Aber wir sind viele“, sagte Meurer. Die Nachfrage werde sich entwickeln – auch, weil er mit noch mehr Bündnispartnern rechnet.

Politik soll endlich handeln

Leider fehlen dem Bündnis positive Aussagen von Seiten der Politik. Es gebe keine verlässlichen Planungen oder politische Aussagen für den zweigleisigen Ausbau. Daher haben die Unternehmen ein Positionspapier mit Forderungen an die Politik formuliert. Gespräche mit der Kommunal- und Landespolitik sowie weitere mit der Deutschen Bahn sind ebenfalls geplant.

Interessierte Unternehmen, die sich dem Bündnis anschließen wollen, können sich unter dialogmitstern@gerolsteiner.com melden.

Die Mitgliedsunternehmen

  • Am Zehnhoff-Söns Group
  • Molkereigenossenschaft Arla Foods
  • Apra Norm
  • Apra-Plast
  • Backes Bau und Transporte
  • Bitburger Baugruppe
  • CC Pharma
  • Gebrüder Müller Mehren
  • Gerolsteiner Brunnen
  • Gesundland Vulkaneifel
  • Hafen Trier
  • Hermes & Greisler
  • IHK Trier
  • Krüger Logistik
  • Ludwig Spedition- und Handelsgesellschaft
  • Dr. Oetker
  • Prüm-Türenwerk
  • Rothschild Logistic Group
  • Scherer Gruppe
  • Simon-Fleisch
  • Streif Haus
  • Wotan Zement
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