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Charta in Corona-Zeiten

Versorgung über Schiene sichern

Wettelsheimer Kurve bei Treuchtlingen Foto: Deutsche Bahn AG/Claus Weber

Der Verkehrssektor legt eine Charta für eine verstärkte Zusammenarbeit in der Corona-Krise vor.

Führende Vertreter der Verkehrsbranche haben sich in einer gemeinsamen Charta zu einer verstärkten Zusammenarbeit in der Corona-Krise bekannt, um die Versorgung über die Schiene sicherzustellen.

„Diese Herausforderungen können wir nur zusammen bewältigen“, heißt es in der Erklärung. Unterzeichnet haben die Deutsche Bahn, das Unternehmen Kombiverkehr, die Hamburg Port Authority (HPA), die Allianz pro Schiene, das Deutsche Verkehrsforum (DVF), der Bundesverband Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL), der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV), der Verband der Bahnindustrie in Deutschland (VDB), das Netzwerk Europäischer Eisenbahnen (NEE), der Interessensverband Mofair und der Verband der Güterwagenhalter (VPI) in Deutschland.

„Schienengüterverkehr systemrelevant“

In dem Papier betonen die Unternehmen und Verbände die Bedeutung des Schienengüterverkehrs als Lebensader der Volkswirtschaft. Die Güterbahnen beförderten neben wichtigen Rohstoffen auch Lebensmittel und medizinische Erzeugnisse. Ganze Branchen wie die Chemieindustrie, die Energiewirtschaft mit ihren Kraftwerken oder die Seehäfen seien abhängig vom Schienengüterverkehr, dessen besondere Stärke die Bündelung großer Transportvolumina sei. „Schon in normalen Zeiten und erst recht in Corona-Zeiten gilt: Der Schienengüterverkehr ist systemrelevant.“

Ganzheitlicher Ansatz

Das breite Bündnis definiert zugleich wichtige Bedingungen, damit die Güterzüge weiter rollen. Dafür reiche es nicht, sich nur auf den Betrieb der Züge und die Funktionsfähigkeit der Infrastruktur zu konzentrieren. „Lokführer, Wagenmeister und Fahrdienstleister sind als Vertreter systemrelevanter Berufe nur dann wirklich einsatzbereit, wenn auch die Rahmenbedingungen stimmen.“

Dafür brauchen die Beschäftigten des Schienensektors laut der Erklärung eine gesicherte Betreuung ihrer Kinder. Darüber hinaus sei es nötig, die Hotels an den Standorten des Lokführerwechsels ebenso wie die Werkstätten für die Instandhaltung des rollendenden Materials offen zu halten. Weitere Maßnahmen wie mehr Flexibilität bei den Öffnungszeiten zum Beispiel der Terminals für den Kombinierten Verkehr oder eine geänderte Baustellenplanung sollten für die Dauer der Krise geprüft werden. „Nur ein ganzheitlicher Ansatz kann Versorgungssicherheit gewährleisten.“ Dies beinhalte auch die verstärkte Zusammenarbeit mit anderen Verkehrsträgen und den intensiven Einsatz des Einzelwagenverkehrs auf der Schiene.

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