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Bitkom-Studie zeigt: Lieber auf Wolke sieben

Cloud-Computing hat sich laut KPMG etabliert

Cloud, Sendungsverfolgung, Montage Foto: Fotolia, Sergey Nivens, Montage: Mannchen

Cloud-Computing hat sich durchgesetzt, auch aufgrund der höheren Sicherheit. Das zeigt eine Studie von Bitkom und KPMG.

Transport- und Logistikunternehmen nutzen immer häufiger Speicherplätze und Rechnerkapazitäten von Dritten. Dabei sollten sie vorab genau überlegen, welche Daten sie auslagern wollen. Auch wenn die Digitalisierung zunehmend den Alltag der Branche verändert – und das in allen Bereichen. Gerade deshalb ist es für jedes Unternehmen entscheidend, sich grundsätzlich über den digitalen Aufbau der Verwaltungsaufgaben Gedanken zu machen. Das beginnt bei der Buchhaltungssoftware, geht über Beschaffungs- und Planungstools bis hin zu der Frage, ob das Dispositionsprogramm oder die Telematikanbindung eher host- oder webbasiert sein sollte.

Mittlerweile sind es viele Anwendungen, die webbasiert angelegt sind. Damit gehören sie bereits zu den Programmen, die nur über die Cloud zu erreichen sind. Für Transportunternehmen entfällt dann die Anschaffung einer eigenen umfänglichen IT-In­frastruktur. Die Technik, die hinter dem Auslagern der IT-Welt steckt, ist das Cloud-Computing. Sie hat sich etabliert. So liegt die Technik nach Informationen des Cloud Monitors 2018 des Branchenverbandes Bitkom und des Beratungsunternehmens KPMG bei den Hightech-Themen mit 61 Prozent auf Platz zwei gleich hinter der IT-Sicherheit mit 67 Prozent. Auch die Zahl der Unternehmen, die auf die Technik setzen, ist beeindruckend: Mittlerweile sind es zwei von drei Unternehmen, die Cloud-Computing einsetzen.

Zahl der Cloud-Nutzer hat sich stabilisiert

Dr. Axel Pols, Geschäftsführer von Bitkom Research Foto: Bitkom/Till Budde
Dr. Axel Pols, Geschäftsführer von Bitkom Research, sieht Cloud Computing als Basis für die Digitalisierung.

Damit hat sich die Nutzung der Technik mit einem leichten Wachstum von einem Prozent auf einem hohen Niveau stabilisiert. Noch von 2015 auf 2016 stieg die Zahl der Nutzer um elf Prozent. Im Jahr 2014 waren es sogar erst 44 Prozent der Unternehmen, die Cloud-Computing in irgendeiner Form genutzt haben. „Cloud-Computing hat sich durchgesetzt und sich innerhalb weniger Jahre zur Basistechnologie der Digitalisierung entwickelt“, sagt Dr. Axel Pols, Geschäftsführer von Bitkom Research. Er sehe in einer bedarfsgerechten Nutzung von IT-Leistungen über Datennetze enorme Vorteile. Cloud-Computing mache die betrieblichen Prozesse effizienter. Das bestätigt auch Matthias Zacher, Analyst beim Beratungsunternehmen IDC: „Ohne Cloud wird es keine digitale Transformation geben. Das Cloud-Computing wird mittelfristig das IT-Architektur-Modell und technologische Framework für die digitale Transformation in allen Unternehmen sein.“

Für die Entscheidung eine Cloud-Lösung zu nutzen, sprechen die geringen Kosten für den Aufbau und die Verwaltung einer eigenen IT-Welt. So fallen weder Investitionsanwendungen noch IT-Wartungskosten an. Mit der Einführung von Cloud-Computing und Software as a Service (SaaS) können Transportunternehmen somit Betriebskosten optimieren. Zudem entbindet es die Unternehmen von der Notwendigkeit, Aufgaben zu übernehmen, die nicht zu ihrer Kernkompetenz gehören.

Webbasierte Anwendungen sind schnell umgesetzt

Cyberattacken Foto: ETM Verlag/Monika Haug
Die Zahl der Cyberangriffe auf interene IT-Systeme ist höher als die auf Public-Cloud-Lösungen.

Einführung und Umsetzung webbasierter Anwendungen gehen häufig schnell, da alle Dienste bereits existieren. Sie müssen nur an wenigen Stellen den Anforderungen der Kunden gemäß angepasst werden. Software-Updates sind im Preis inbegriffen und werden den Kunden gleichzeitig auf einem zentralen Server bereitgestellt. Die SaaS-Anwendungen können von überall aus dem Internet abgerufen werden. Die Kosten für das Rechenzentrum und den IT-Service werden gemeinsam von den Kunden getragen und sind Teil der Abonnentengebühr. Dadurch zahlt jeder Kunde nur einen geringen Teil der Kosten. So hat das Unternehmen mehr variable Kosten, und die Kostenstruktur der Unternehmens-IT wird flexibler.

Dabei lassen die Unternehmen weiterhin Vorsicht walten. Nach Untersuchungen von IDC arbeiten mehr als zwei Drittel der Unternehmen hauptsächlich mit einer sogenannten Private Cloud. Damit bleiben die Daten hauptsächlich im eigenen Rechenzentrum, beziehungsweise sie liegen auf eigenen Servern bei Providern. Diese Lösung gilt jedoch hauptsächlich für große Logistikbetriebe, die bundes-, europa- oder weltweit mehrere Filialen haben. Mit der Private Cloud lassen sich dann Anwendungen für alle Niederlassungen zentral steuern. Das muss jedoch nicht in der eigenen Verantwortung bleiben. Mit der Public Cloud gibt es eine Alternative. Hierbei liegen die Daten jedoch in fremden Rechenzentren und auf fremden Servern. Die Skepsis gegenüber diesem System ist deshalb auch noch entsprechend groß. Durchschnittlich nur zehn Prozent benutzen die Public Cloud. Zudem gibt es auch noch Unternehmen, die solchen Diensten weiterhin fernbleiben. Nach Zahlen der Bitkom sind dies etwa 15 Prozent. Sieben von zehn Betrieben sind so weit, dass sie eine Mischung aus Private und Public Cloud nutzen.

Gefahren für die weitere Entwicklung

Für eine weitere Entwicklung des Cloud-Computing in Deutschland bestehen aber auch einige Gefahren. Zwar befindet sich der Markt für Rechenzentren weiterhin auf Wachstumskurs. Doch der Standort Deutschland verliert an weltweiter Bedeutung. Das ist das Ergebnis einer Studie des Borderstep Instituts für Innovation und Nachhaltigkeit aus Berlin im Auftrag des Digitalverbands Bitkom. „Die internationale Bedeutung des Standorts Deutschland nimmt bei Rechenzentren ab. So positiv die Wachstumsraten auch sind – im globalen Vergleich sind sie unterdurchschnittlich“, sagt Bitkom-Präsident Achim Berg. Laut Prognose wird der Anteil der deutschen Rechenzentren am Weltmarkt – gemessen an der IT-Fläche – von fünf Prozent im Jahr 2010 auf vier Prozent im Jahr 2020 sinken. Dabei überschritten die Investitionen in Deutschland im vergangenen Jahr erstmals die Grenze von einer Milliarde Euro. Daraus folgt letztendlich, dass die Kapazitäten in deutschen Rechenzentren bald erschöpft sein könnten. Dann müssen sich Transport- und Logistikunternehmen erneut entscheiden, welche IT-Strategie sie fahren wollen.

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