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Beschränkungen in Tirol

Schiene hat zu viele Probleme

Blockabfertigung Lkw Kieferfelden Österreich Porträt GF Georg Dettendorfer Foto: Dettendorfer

Georg Dettendorfer von der gleichnamigen Spedition in Nussdorf am Inn zu den Beschränkungen in Tirol und Probleme beim KV.

trans aktuell: Wie kann das Verkehrschaos über den Brenner aufgelöst werden?

Georg Dettendorfer: Eine kurzfristige Lösung sehe ich nicht. Ich sehe eine mittelfristige Lösung, für die man sich zusammensetzt und gemeinsam Strategien entwickelt, um mehr Güter auf die Schiene zu verlagern. Das geht nicht von heute auf morgen. Man kann nicht einfach den Schalter umlegen, und dann verschwinden 800.000 Transit-Lkw am Brenner. Es gibt ja bereits Maßnahmenpapiere, die sehr genau beschreiben, wie eine Verlagerung beschleunigt werden kann.

Wo hakt es?

Es bleiben beispielsweise Züge am Brenner stehen, weil es in Italien zu wenig Lokführer gibt. Andererseits ist Italien das einzige Land in Europa, wo ein Zug mit zwei Lokführern gefahren werden muss. Da müsste sich etwas ändern. Außerdem sollte der Nachlauf von den Terminals auf einen Radius von 250 Kilometern ausgedehnt werden. Dann würde beispielsweise das Terminal Trento stärker genutzt - das in Verona platzt ja bekanntermaßen aus allen Nähten.

Österreich will ja die Rollende Landstraße massiv ausbauen. Würde das helfen?

Auf alle Fälle. Wenn das aber nur für das Terminal Wörgl nach Brennersee hinauf gilt, haben wir nichts gewonnen, denn dann stehen die Fahrzeuge nach wie vor in der Blockabfertigung in Kufstein. Wir brauchen ein Terminal im Hinterland, in Regensburg. Wir brauchen Trassen. Bislang sind viele Fragen nicht geklärt: Wer soll die Rola betreiben, wer ist der Operator, wer fährt die Züge, woher kommen die Waggons? Wir müssen die Rollende Landstraße von Regensburg nach Trento ans Laufen bekommen. Allein das dauert mindestens ein Jahr. In etwa fünf Jahren lassen sich Terminals aktivieren und Strecken so ertüchtigen, dass schätzungsweise 500.000 bis 600.000 Lkw von der Straße auf die Schiene verlagert werden könnten.

Die Verzögerungen haben vermutlich auch damit zu tun, dass für diese Lösung öffentliche Gelder gebraucht werden, oder?

Eine Rollende Landstraße ohne Subventionen wird nicht funktionieren. Hierzu müssen sich beide Staaten zusammenfinden.

Zur Person

  • Georg Dettendorfer ist Geschäftsführer der Dettendorfer Spedition aus Nussdorf/Inn.
  • Die Gruppe beschäftigt an zwölf Standorten in Europa bei einem Umsatz von 345 Millionen Euro rund 590 Mitarbeiter.
  • Dettendorfer ist Präsidiumsmitglied der IHK München und Vorsitzender des Verkehrsausschusses beim Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK) in Berlin.
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