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Bericht des BAG

Angst vor der zweiten Welle

Fahrer mit Atemschutzmaske, Corona Foto: GCD Glomb Container Dienst, Montage: ETM

Schärfere Auflagen wegen steigender Infektionszahlen könnten Existenzen vernichten.

In Deutschlands Straßentransportbranche herrscht Angst vor einer zweiten Infektionswelle und große Unsicherheit über den weiteren Verlauf der Coronakrise. Die Geschäftserwartungen sind deshalb immer noch getrübt, geht aus einer Marktbeobachtung des Bundesamtes für Güterverkehr (BAG) zu den Auswirkungen der Pandemie hervor. „Sollten im Zuge steigender Infektionszahlen schärfere Auflagen eingeführt werden, befürchten Befragte existenzbedrohliche Auswirkungen auf die deutsche Transportwirtschaft“, erläutert das BAG.

Verbesserung bei niedrigen Mengen

Zwar würden von den Unternehmen Tendenzen hin zu einer Verbesserung registriert, allerdings lägen die Beförderungsmengen teilweise deutlich unter Vorjahresniveau. Nach wie vor gebe es branchenübergreifend einen Laderaumüberhang und zu wenig Rückladungen. „Vor allem große Spediteure würden extrem niedrigpreisige Offerten oder Preisnachlässe fordern“, heißt es in dem Bericht. Hinzukommt, dass die zu Beginn der Krise von Versicherern gewährte zeitweise Aussetzung von Prämien inzwischen ausgelaufen und in vielen Fällen nicht verlängert worden sei. Andererseits sei ein flexibles Ab- und Anmelden von Lkw, um Fuhrparkkosten zu reduzieren, angesichts der eingeschränkten Erreichbarkeit von Zulassungsstellen aktuell nicht möglich.

Investitionen zurückgestellt

In Anbetracht der Unsicherheiten über den weiteren Verlauf der Krise stellen die Gesprächspartner des Bundesamts ihre Investitionsvorhaben, unter anderem in den Fuhrpark, weitestgehend zurück. Nach wie vor befürchten viele befragte Unternehmen, mittelfristig Fuhrparkkapazitäten reduzieren und Personal entlassen zu müssen. Die Situation sorgt allerdings auch dafür, dass der Fachkräftemangel nachlässt.

KEP: B2C boomt

Im KEP-Bereich läuft das Geschäft mit den Endkunden im Vergleich zum Vorjahr mit hohen Sendungsvolumina, im B2B-Bereich verzeichneten die Unternehmen vergleichsweise geringe Sendungsmengen. „In einigen Fällen konnten Befragte die Verluste im gewerblichen Bereich durch die höhere Nachfrage vor allem im E-Commerce verringern“, ergab die Befragung des BAG.

Indexwert unter Vorkrisenniveau

Der Lkw-Maut-Fahrleistungsindex weist wie in den Vorwochen „trotz einer leicht steigenden Tendenz kaum Bewegung auf“. Im Betrachtungszeitraum vom 18. Juli bis zum 24. Juli lag der bereinigte Indexwert im Durchschnitt rund 1,9 Prozent unterhalb des Vorkrisenniveaus. Dabei blieben die Rückgänge dem BAG zufolge bei deutschen Lkw (-2%) auf einem vergleichbaren Niveau mit dem ausländischer Fahrzeuge (-1,8%).

Freie Kapazitäten im kombinierten Verkehr

Auch im Schienengüterverkehr bewerten die Unternehmen die Geschäftslage eher schlecht. Beförderungsaufkommen und Nachfrage liegen nach Erkenntnissen des BAG weiter unter dem Vorkrisenniveau. Auf fast allen Verbindungen des Kombinierten Verkehrs gebe es freie Kapazitäten. Die Containerschifffahrt muss mit geringen Beförderungsmengen für Produkte und Bauteile aus dem Automotive- und Maschinenbereich fertigwerden. Deutlich zugelegt haben dagegen Transporte von Pharmaprodukten sowie der Containerexport von Holzprodukten nach China.

Qualifizierte Momentaufnahme

Das Bundesverkehrsministerium hatte das BAG gebeten, im Rahmen der Marktbeobachtung wöchentlich über die Auswirkungen der Corona-Krise auf den deutschen Güterverkehrsmarkt zu berichten. Die Ausführungen gäben die Ergebnisse umfangreicher Befragungen wieder, seien aber im wissenschaftlichen Sinne nicht repräsentativ, betont das BAG. Sie stellten aufgrund der Auswahl der Unternehmen und Gesprächspartner jedoch eine qualifizierte Momentaufnahme der aktuellen Wirkungen der Krise auf die Unternehmen der Transport- und Logistikwirtschaft dar. Berücksichtigt wurden Erkenntnisse und Informationen, die bis zum 30. Juli 2020 vorlagen.

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