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Nachhaltigkeit: Contargo gewinnt Eco Performance Award

Der Gewinner des diesjährigen Eco Performance Awards des Tankkartendienstleisters DKV Euro-Service heißt Contargo.

Das auf Containertransporte im Hinterlandverkehr spezialisierte Unternehmen aus Mannheim überzeugte die Jury unter Vorsitz von Prof. Dr. Wolfgang Stölzle von der Universität St. Gallen mit einer Vielzahl an Einzelmaßnahmen, die es im Sinne der Nachhaltigkeit in den vergangenen Jahren angestoßen und umgesetzt hat.
"Oft sind es die kleinen Dinge, die ihre Wirkung entfalten", sagte Stölzle bei der Preisverleihung am Vorabend der Fachmesse Transport Logistic vor rund 150 geladenen Gästen in München.

Fitnessprogramm und Gesundheitscheck

Exemplarisch nannte er das Angebot von Fitnessprogrammen oder Gesundheitschecks beziehungsweise die Ausgabe von Lesebrillen für die Mitarbeiter.
Wie im vergangenen Jahr, als die Elflein Spedition aus Bamberg den Nachhaltigkeitspreis gewonnen hatte, gibt es auch in diesem Jahr nur einen Preisträger. Seit DKV den Eco Performance Award im Jahr 2007 vergibt, gab es meist zwei Gewinner - einen in der Kategorie kleine und mittlere Unternehmen und einen in der Kategorie große Unternehmen. "Wir stehen mit voller Überzeugung hinter dieser Entscheidung", bekräftigte Stölzle. Ebenfalls nominiert für die Endrunde waren die Unternehmen Schachinger Logistik aus Hörsching in Österreich und Pabst Transporte aus Gochsheim.

"Wir finden es einfach toll, dass die Jury unser Konzept überzeugt hat", sagte der sichtlich erfreute Contargo-Geschäftsführer Heinrich Kerstgens in einer ersten Stellungnahme gegenüber der Fachzeitschrift trans aktuell. Seit der ersten Stunde gestaltet er die Geschicke von Contargo mit.

Contargo betreibt 25 Terminals

Das 100prozentige Tochterunternehmen des Logistikdienstleisters Rhenus ist erst seit 2004 am Markt aktiv und in dieser Zeit rasant gewachsen. Derzeit beschäftigt die Firma 800 Mitarbeiter und setzte voriges Jahr 410 Millionen Euro um. Contargo betreibt 25 Terminals in sieben europäischen Ländern und wickelt Containerverkehre im Hinterland trimodal per Binnenschiff, Bahn und Lkw ab. Einen Teil dieser Transporte erledigt die Firma auch mit eigenem Equipment, beispielsweise setzt sie rund 100 eigene Lkw ein. Kunden sind Speditionen, aber auch Reedereien.

Intermodal Tarif Inforamtion überzeugt die Jury

Der Kunde kann selbst wählen, auf welchem Verkehrsträger seine Box reisen soll. Ein entsprechendes Tool, das neben Preis und Laufzeit auch die CO2-Emissionen ausweist, hilft ihm bei der Entscheidung. Dieses System namens Intermodal Tarif Information hat auch die Jury überzeugt. "So kann ich einfach feststellen, welches von Antwerpen nach Breisgau das sinnvollste Verkehrsmittel ist", erklärte Stölzle.

"Für den kombinierten Verkehr geöffnet"

Dass Contargo sich am Ende durchsetzen konnte, hängt auch mit den veränderten Teilnahmebedingungen am Wettbewerb zusammen. "Wir haben uns für den Kombinierten Verkehr geöffnet, was wir für zeitgemäß halten", erläuterte der Jury-Vorsitzende. Dennoch werde der Preis auch weiterhin einen Bezug zum Straßengüterverkehr haben. Das sei die Wurzel. Künftig soll es auch noch weitere Veränderungen geben. So hat sich DKV-Geschäftsführer Dr. Alexander Hufnagl vorgenommen, die Teilnahme an der Ausschreibung zu vereinfachen, um niemanden vor der möglichen Komplexität des Verfahrens abzuschrecken. Derzeit werde das dreistufige Bewerbungsprocedere, das aus Bewerbung, Präsentation und Ortstermin besteht, von einigen Unternehmen als sehr aufwendig angesehen, sagte er.

Neue Bewerbungsrunde bereits gestartet

Was sich konkret ändert, soll dann in den nächsten Wochen feststehen. In jedem Fall können sich Speditionen schon ab sofort bis 31. März für die neue Runde bewerben. Prämiert werden die besten Konzepte dann am Vorabend der IAA Nutzfahrzeuge am 22. September in Hannover.

Überzeugt ist Hufnagl in jedem Fall davon, dass der Preis in der Branche etabliert ist und einen Ansporn darstellt, sich auf dem Gebiet der Nachhaltigkeit weiter zu engagieren. "Für Unternehmen bringt das einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil", sagte er. Und auch das Image steige, was nicht zuletzt die Rekrutierung von Mitarbeitern erleichtere.

Rüdiger Elflein kann das bestätigen. Ihn hat vor allem die Wirkung der Preisverleihung auf seine Kunden beeindruckt. "Sie diskutieren inzwischen viel ernsthafter mit uns", sagte der Geschäftsführer der Elflein Spedition aus Bamberg. "Insgesamt hat der Preis uns deutlich voran gebracht." Exemplarisch stellte er in einer kurzen Präsentation einige Maßnahmen zur Nachhaltigkeit in seinem Unternehmen vor, welche die Jury voriges Jahr überzeugt hatten.

Elflein gewann 2014 den Eco Performance Award

Das Unternehmen, das 600 Mitarbeiter beschäftigt und mehr als 300 eigene Lkw einsetzt, betreibt einmal mit 22 Einheiten die größte Lang-Lkw-Flotte in Deutschland. Es hat sich aber auch bei konventionellen Lkw einiges einfallen lassen, um die Effizienz zu erhöhen - durch eine verbesserte Aerodynamik, konsequente Fahrerschulungen, das Drosseln auf maximal 82 km/h oder den Einsatz von Zwei-Achs-Trailern. Mit einem Bündel an Maßnahmen schaffte es die Elflein Spedition, den Spritverbrauch der Flotte innerhalb von fünf Jahren seit 2009 im Schnitt von 32,5 auf 26,9 Liter zu reduzieren. Bei bis zu 300.000 Kilometer, die die Fahrzeuge jeweils im Fuhrpark jährlich zurücklegen, sei das eine immense Ersparnis.

Matthias Rathmann, trans aktuell Chefredakteur

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Datum

5. Mai 2015
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