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Foto: Bundeswehr

Militärfahrzeuge

Die PS-Könige im Lkw-Fuhrpark der Bundeswehr

Die Bundeswehr hat weit mehr zu bieten als Hubschrauber, Schiffe und Panzer. Wir stellen euch den Fuhrpark der Truppe vor und zeigen euch die Hubraum-Monster des Heeres. Sie sind zwar weniger prestigeträchtig, funktionieren aber wenigstens zuverlässig.

Wer seinen Lkw-Führerschein bei der Bundeswehr gemacht hat, fuhr mit hoher Wahrscheinlichkeit einen der unverwüstlichen MAN mil gl KAT 1. Die treuen Lastesel wurden Mitte der Siebzigerjahre bei der Truppe - als Nachfolger des MAN 630 "Emma" - eingeführt. Bis heute leisten die viereckigen "Schuhkartons" ihren Dienst. Doch die Tage des MAN sind bei der Bundeswehr gezählt. Nach fast 40 Jahren Dienstzeit laufen sich die Nachfolger warm.

Der Unimog - vom Militär nicht wegzudenken

Eine Offroad-Legende, die ihre Erfolgsgeschichte vor allem den Großaufträgen europäischer Streitkräfte verdankt, ist der Mercedes-Benz Unimog. Kein anderes Fahrzeug hat das Gesicht der Bundeswehr im In- und Ausland mehr geprägt als das UNIversal-MOtor-Gerät. Seit 1955 hat die Bundeswehr über 30.000 Unimog beschafft und ein Dienstzeitende für den Allradler ist nicht abzusehen. Die Weiterentwicklung des Unimog im Laufe der Jahre ist beachtlich. Zum Vergleich: Die ersten Unimog der Truppe wurden von einem 2,2-Liter-Reihensechszylinder mit 80 PS angetrieben. Die aktuelle Version schöpft die Kraft von 255 PS aus einem Reihen-Vierzylinder-Common-Rail-Turbo-Dieselmotor.

Die Neuen - Trakker und Zetros

Mittlerweile haben modernere Baureihen in deutlich kleinerer Stückzahl ihr Zuhause im Bundeswehr-Fuhrpark gefunden. Dazu gehören verschiedenste Varianten des Iveco Trakker und des Mercedes-Benz Zetros. Von beiden gibt es sowohl "handelsübliche" als auch "geschützte" Varianten für den Auslandseinsatz. 

Dingo, Eagle und Bison - willkommen im Tiergehege

Seit Mitte der Neunzigerjahre hat sich das Aufgabenspektrum der Bundeswehr massiv gewandelt. Stand bis zum Ende des Kalten Krieges die Heimatverteidigung an oberster Stelle, nahmen seit dem Bürgerkrieg in Jugoslawien die Vielfalt an Aufträgen zu. Mit dem militärischen Eingreifen im Kosovo im Jahre 1999, haben sich die Fahrzeuge der Bundeswehr gewandelt. Das erste Fahrzeug der neuen Generation war der Dingo und sein Nachfolger Dingo 2. Die Basis des "Haushundes" bildet der Unimog 5000, jedoch ist die für vier Besatzungsmitglieder ausgelegte Kabine sowohl gegen den Beschuss von Handfeuerwaffen als auch gegen Minen und Sprengfallen geschützt.

Ein weiterer Zulauf im Arsenal der Truppe ist der Eagle IV/V. Er wurde speziell für den Einsatz in Afghanistan entwickelt und kann als kleiner - aber wendigerer - Bruder des Dingo angesehen werden. Besonders in der Höchstgeschwindigkeit unterscheiden sich die beiden Raubtiere. Während dem Dingo bereits bei 90 km/h die Puste ausgeht, stürmt der Eagle mit bis zu 110 km/h an seinem Bruder vorbei.

Einer der beeindruckensten schweren Lkw des Heeres ist das schwere Bergefahrzeug Bison. Das achträdrige Ungetüm basiert auf dem Chassis des Mercedes-Benz Actros 4151. Das Gewicht des Wildrindes beträgt stolze 35 Tonnen und bietet den Soldaten auch bei Beschuss mit Handfeuerwaffen ausreichend Schutz.

Die Dickhäuter der Truppe

Doch nun zu den Königen des Bundeswehr-Fuhrparks: Der Elefant und der Mammut. Was entweder nach durcheinander gewürfeltem Biounterricht oder einem bisher unbekannten Bud-Spencer-und-Terence-Hill-Film klingt, sind die beiden Schwerlast-Brüder der Truppe. 

Der "Elefant" befindet sich bereits seit 1972 im Dienste der Truppe. Analog zu seinem Namensvetter in der Natur, strotzt die bullige Schwerlastzugmaschine vor Kraft: Der Zwölfzylinder von Deutz wartet mit 735 PS auf. Damit kann er bei einer Geschwindigkeit von 40 km/h bis zu 92 Tonnen transportieren. Etwas später folgte noch eine Version für den reinen Straßentransport, der SLT "Franziska".

Der jüngste Bruder von Elefant und Franziska, der SLT 2 "Mammut", ist sogar noch leistungsstärker. Zwar verfügt das Steinzeittier "nur" über 680 PS aus 16,2 Litern Hubraum, durch die modernere Technik kann das Monster aber theoretisch bis zu 130 Tonnen bewegen - inklusive stattlichem Eigengewicht.

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Datum

30. August 2017
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