Spedition Bode Company Train 18 Bilder Video Zoom
Foto: Mario P. Rodrigues

Lidl-Zentrallager per Schiene beliefert

Spedition Bode: Company Train nach Schweden

Höstens härliga smaker – die köstlichen Aromen des Herbstes können die schwedischen Kunden des deutschen Filialisten Lidl kaufen und genießen. Damit alles pünktlich zu Beginn der Aktion in den Filialen ist, fährt die deutsche Spedition Bode mit einem Companytrain drei Mal in der Woche nach Schweden.

Kombinierter Verkehr (KV) statt nur Lkw: Seit 2015 organisiert der KV-Operateur Kombiverkehr in Zusammenarbeit mit DB Cargo den "Alter Schwede" genannten Companytrain für Bode."Früher sind wir ausschließlich mit dem Lkw gefahren. Durch die Nutzung der Fähre und der damit verbunden Unwägbarkeiten wie der Wetterlage kam es immer wieder zu Unpünktlichkeiten", sagt Kai Bode, geschäftsführender Gesellschafter der Spedition Bode mit Sitz in Reinfeld in Holstein.

10.000 Lkw-Fahrten eingespart

Inzwischen nutzt Bode zu 95 Prozent den Schienenweg nach Schweden. Auch zur Freude des Kunden Lidl, der seine Bestellrhythmen dem Zug angepasst hat: Statt wie sonst üblich fünfmal in der Woche auf dreimal wöchentlich, um die Zugkapazitäten auszufüllen. 10.000 Hauptläufe mit dem Lkw pro Jahr und rund 25 Tonnen Kohledioxidemissionen pro Fahrtstrecke spart der Alte Schwede ein. Damit hilft Bode als Dienstleister seinen Kunden, deren CO2-Bilanz zu verbessern.

Die Ware für Lidl kommt von Lieferanten aus ganz Europa und wird bei Bode konsolidiert. Non-Food-Artikel, Getränke und Lebensmittel – darunter auch TK- und Frischeware – sowie Aktionswaren werden anschließend palettenweise im Lager kommissioniert und an den Standorten Reinfelde sowie Seelandkai Lübeck auf die Fahrzeuge verladen.

Nachhaltigkeit ist wichtig

Um die Zugmaschinen auf dem Bode-Gelände hin und her zu bewegen, hat Bode bereits ein elektrisches Rangierfahrzeug von Terberg ausprobiert – das verfügt aber leider noch nicht über einen drehbaren Sitz, ein K.O.-Kriterium für den Unternehmenschef. Nachhaltigkeit und die damit verbundenen Fragen nach einer Alternative für den Diesel-Antrieb ist ein wichtiges Thema für das Unternehmen, das sich aus diesem Grund auch für den Ende 2018 startenden Feldversuch mit Oberleitungs-Lkw in Schleswig-Holstein verpflichtet hat. Dabei wird der Oberleitung-Lkw im Vor- und Nachlauf zum lokalen Verladebahnhof eingesetzt. Bereits 2004 kaufte Bode mit Blick auf die Zukunft des Systems Straße den ersten bahnverladbaren Trailer, mit Joloda-Ausstattung. Seit 2008 setzt das Unternehmen auch in der Zahl deutlich auf Intermodaltransporte. Damals waren es 53 in einem Jahr.
„Heute fahren wir im Jahr rund 15.000 Intermodaltransporte und jede unserer Einheit ist bahnverladbar“, sagt Stev Etzrodt, der den Bereich Intermodal bei Bode verantwortet. Zur Flotte gehören heute 300 Joloda-/Planenauflieger, 200 Kühleinheiten, 35 Trockencontainer und 50 temperierte 45-Fuß-Container. Diese nutzt Bode für die Belieferung von Lidl in Finnland. Der Vorteil: Auf den RoRo-Schiffen können sie doppelt gestellt werden, erklärt Etzrodt.

Fahrermangel tangiert den KV nicht

"Die vergangenen zehn Jahre haben uns mit unserem KV-Engagement recht gegeben", sagt Firmenchef Bode und verweist auf den zunehmenden Mangel an Lkw-Fahrern, die Probleme bei der Straßen-Infrastruktur und dem weiter wachsenden Bedarf an Frachtraum. Der Bereich Intermodal hat bei Bode System: "Es macht vor allem dann Spaß, wenn man es mit der entsprechenden Menge voll ausnutzen kann – dafür braucht man die entsprechende Paarigkeit und den richtigen Partner am anderen Ende", sagt Bode, der dabei das nationale und internationale Netzwerk von Kombiverkehr nutzt.

Auf der Relation in den Norden ist dies gegeben: So bringt der „Alte Schwede“ von jeder Fahrt aus Skandinavien etwa Papier oder Forstprodukte sowie andere Handelswaren zurück.

Beladung im Terminal in Lübeck

Nach der Beladung der Trailer und Container geht es weiter zum benachbarten Cargo-Terminal Lehmann (CTL) in Lübeck, wo schon am Nachmittag die Beladung des Zuges in vollem Gang ist. Im Terminal stehen dem Bode-Zug zwei Schienengleise mit je 320 Meter zur Verfügung, auf die der Ganzzug zur Be- und Entladung aufgeteilt wird. Wenn der Zug um 22:15 Uhr in Lübeck startet, hat er bei voller Auslastung 1.600 Bruttotonnen; für bis zu 36 Trailer und Container ist Kapazität. Nicht selten ist der Companytrain dann ganz im Bode-Look gekleidet: Eine Lok hat der Partner DB Cargo zusätzlich mit den Logos von Kombiverkehr und der Spedition beklebt, um der starken Partnerschaft besonderen Ausdruck zu verleihen.

DB Skandinavia traktioniert

Die Traktion übernimmt ab Lübeck-Dänischburg die DB Skandinavia, mit der Bode eine Produktionsgemeinschaft gegründet hat. Ab Malmö zieht eine Lok von Green Cargo den Zug zum Terminal Rosersberg unweit von Stockholm. Die effektive Laufzeit gibt Firmenchef Bode mit 24 Stunden an. Noch schneller ginge es, wenn es in Dänemark keinen Lokführerwechsel aufgrund der Sprache bräuchte – "wir würden natürlich gerne durchtraktionieren“, sagt Prokurist Etzrodt.
Ist der "Alte Schwede" dann am Folgetag kurz vor Mitternacht angekommen, wird ab dem darauffolgenden Morgen um 7 Uhr entladen und die Lkw starten in Richtung Zieldestination: Den Nachlauf übernehmen langjährige Partner der Spedition Bode, die auch eine schwedische Niederlassung hat. Die Lkw steuern die zwei Lidl-Zentrallager in Schweden an, um die Waren für die Filialen abzuliefern – "God aptit", kann man da nur sagen.

 

Ilona Jüngst

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Datum

22. November 2017
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