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Transport Logistic 2019

Scheuer: Logistik ist Gestalterin

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer auf der Messe Transport Logistic 2019 Foto: Messe München/Thomas Plettenberg

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer auf der Transport Logistic. Unsicherheiten sorgen für Informationsbedarf und Rekordmesse.

Die Weltleitmesse Transport Logistic 2019 in München konnte sich kaum vor Besuchern retten. Rund 64.000 waren es und damit nochmals fünf Prozent mehr als 2017. Den Rekordansturm hatte Stefan Rummel, Geschäftsführer der Messe München, im Vorfeld erwartet. „Wir stehen vor einem Rekord. Die Messe ist um zehn Prozent gewachsen, sodass wir sogar eine weitere Halle, die zehnte, belegen mussten.“

Den Grund für dieses immense Interesse verdeutlichte Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer in seiner Eröffnungsansprache. Denn es tue sich viel in der Logistik, aber auch in der Handels- und Verkehrspolitik, die dann wiede­rum direkten Einfluss auf die Branche nähmen. „Weltwirtschaft im Umbruch – ist Logistik Gestalterin oder Getriebene?“, lautete die Frage, die Scheuer folgerichtig gleich zu Beginn aufwarf.

Logistik als Gestalterin des Wandels

Sein Fazit kam wenig später: „Die Logistik hat das Zeug dazu, den Wandel zu gestalten.“ Mit ihr hänge zudem der Wohlstand im Land unmittelbar zusammen. „Wobei ich hier einen guten Stand habe, sind wir Deutschen doch Logistikweltmeister.“ Das sei aber gleichsam auch eine Verpflichtung. „Wir müssen immer den Schritt besser sein.“ Das heiße aber auch, eine bessere Vernetzung der Verkehrsträger zu realisieren, um mehr Sendungen von der Straße zu bekommen.

„Wir haben die Kraft dazu, auch mithilfe der Digitalisierung“, erklärte Scheuer. Autonome Zustellroboter oder Maschinen, die per Funk aus der Ferne gewartet würden, seien keine Zukunftsmusik mehr. Gleiches gelte für optimierte und vernetzte Zustellrouten.Künstliche Intelligenz gilt ihm als Schlüsseltechnologie für viele Anwendungen, ebenso wie der neue Mobilfunkstandard 5G. „Aber wer A sagt, muss auch B sagen. Ohne Funkmasten geht das nicht“, mahnte er mit Blick auf die Kritiker des Infrastrukturausbaus.

17 Milliarden Euro für die Infrastruktur

Der wiederum schreite auf allen Ebenen gut voran. 17 Milliarden Euro stecke das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) allein in diesem Jahr in die Infrastruktur, und zwar verkehrsträgerübergreifend. „Dazu haben wir beispielsweise den Masterplan Binnenschifffahrt auf den Weg gebracht“, berich­tete der Bundesverkehrsminister . Zudem fördere sein Ministerium LNG-Lkw. Mehrere Hundert sollen mittelfristig bezuschusst werden, wobei in Deutschland in gleich mehrerer Hinsicht gefördert werde. Neben einem Zuschuss zum Erwerb des Fahrzeugs gibt es eine Maut­befreiung, und außerdem gilt eine verlängerte Steuerermäßigung auf Erdgas.

Auf der Schiene setze das BMVI wiederum auf Wasserstoffzüge und bezuschusse deren Anschaffung mit 40 Prozent. „Solange der Wasserstoff aus Strom hergestellt wird, ist der Betrieb aufgrund der EEG-Umlage zu teuer“, erklärte Scheuer. Hier müsse sich noch etwas tun. Langfristig soll der Wasserstoff dann den Diesel ersetzen – immer dort, wo es keine Oberleitungen gibt.

Strategie für die Schiene

Was Scheuer zum nächsten Thema in Sachen Infrastruktur führte. Insgesamt 5,6 Milliarden Euro stecke das BMVI in die Schiene. „Das ist deutlich mehr, als es dem Modal Split entspricht“, erklärte er. Bis zum Jahr 2038 sollen dann, so sein Versprechen, alle Züge mit Ökostrom fahren, also zwölf Jahre früher als ursprünglich geplant. Die Führungsspitze der bundeseigenen Deutschen Bahn soll, so der Auftrag, schon in den nächsten Tagen eine entsprechende Strategie vorstellen.

Für den Bundesverkehrsminister ist die Perspektive für die Zukunft jedenfalls klar: Deutschland sieht er als „Logistikstandort de luxe“. Es gehe darum, auch weiterhin der „Treiber in Europa“ zu sein. Zölle, Handelsbeschränkungen und -hindernisse seien hier aber fehl am Platz. Es gelte vielmehr, den offenen Handel zu erhalten und damit den Wohlstand zu sichern. Wie stark dieser Wunsch auch in der Transport- und Logistikbranche verhaftet ist, verdeutlicht nicht zuletzt der Erfolg der Messe Transport Logis­tic 2019.

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