Supertruck MAN TGX 18.640

Loblied auf ein Ruhrgebiet-Original

Supertruck Müller Jacoby Altessener Original Foto: ETM 17 Bilder

Transporte Müller aus Essen legt Wert auf einen gediegenen Fuhrpark. Als Erinnerung an den Firmengründer kommt jetzt auch ein besonderer Supertruck zum Einsatz.

Der schmucke MAN-Sattelzug von Transporte Müller ist mehr als nur eine schöne Fahrzeugkombination. Er ehrt auf besondere Weise die Geschichte des Unternehmens. Und dass dabei die Essener Brauerei Stauder in vielfacher Hinsicht auf der faszinierend exakten Lackierung erscheint, ist auch kein Zufall: Hier war der Firmengründer Gerd Müller, der 2017 verstorben ist, einst über zwei Jahrzehnte lang als Bierfahrer angestellt. Sein Ruf als Altenessener Original ist legendär, denn trotz der harten Arbeit war er ein menschliches Urgestein des Ruhrgebiets. Sein Sohn Volker, heute Geschäftsführer des auf beträchtliche Größe gewachsenen Transportunternehmens, beschreibt ihn rückblickend als herzlich, großzügig, ehrlich und hilfsbereit.

Supertruck Müller Jacoby Altessener Original Foto: Felix Jacoby
Die Airbrushkünstlerin hat Wochen an den sehr detaillierten Bildern gearbeitet.

Airbrush macht dieses Gespann einzigartig

Mitte der 80er-Jahre kam die Brauerei auf die Idee, ihrem treuen Mitarbeiter die Selbstständigkeit als Subunternehmer mit eigenem Lastwagen vorzuschlagen. Seine Frau Roswitha machte flugs die erforderliche Sachkundeprüfung für das Führen eines Transportunternehmens. Der erste Lastwagen war ein MAN 24.320. Vater und Sohn gingen damit oft gemeinsam auf Tour, häufig im innerdeutschen Fernverkehr, um Biere von Brauereien aus Bayern zu holen, die das Sortiment von Stauder ergänzten. Auch wenn Sohn Volker heutzutage nur noch gelegentlich fährt, weil ihn die Führung des Unternehmens mit knapp 30 Lastzügen und rund 50 Mitarbeitern in Anspruch nimmt, hat er durch diese Zeit doch einen starken Bezug zu seiner Flotte. Viele seiner Fahrzeuge laufen in leuchtendem Gelb für einen Großlogistiker, doch mit Lampenbügeln und schmuckem Zubehör unterscheiden sie sich deutlich von den Standardmodellen. Volker Müller hat ein Auge darauf, dass seine Fahrzeuge einen ordentlichen Eindruck hinterlassen. Einmal in der Woche geht jeder Zug durch die Waschstraße, und die Firma vermerkt stolz, dass sie ihren Fuhrpark gekauft und nicht geleast hat.

Supertruck Volvo FH16 750
Tribut an Lemmy und Motörhead

Bemerkenswert ist auch die Investition in Sicherheitspakete weit über dem, was der Gesetzgeber fordert. Zum Einsatz kommen im Wesentlichen Mercedes-Benz, MAN und DAF.Um die Erinnerung an den Firmengründer lebendig zu halten, wurde im Jahr seines Todes beschlossen, ihm ein besonderes Denkmal zu schaffen: MAN bot Transporte Müller ein Sondermodell des aktuellen Modells mit dem großen, 640 PS starken D38-Motor an, einer von 100 Stück aus der Sonderserie "Performance Line Edition", ausgestattet mit reichlich nützlichem wie auch dekorativem Zubehör. Passend dazu wurde, für diesen Fuhrpark eher untypisch, ein Thermoauflieger von Schmitz bestellt, ebenfalls mit feinem Zubehör wie Seitenverkleidung, zusätzlichen Leuchten und Edelstahlrädern. Nachdem die Kombination zusammengestellt war, musste sie trotzdem nicht gleich auf die Straße zum Geldverdienen. Stattdessen bekam die Airbrush-Künstlerin Sabine Krbecek aus Mülheim den Auftrag und reichlich Zeit, um aus dem Gespann etwas Einzigartiges zu schaffen. Sie ist unglaublich kreativ, hat in ihrer Vergangenheit ein Diplom als Airbrusherin gemacht, aber auch schon in einer Speziallackiererei für Kirmesbuden gearbeitet. Dazu gestaltet sie so ziemlich alles, was sich als Projektionsfläche ihrer Fantasie anbietet, von menschlichen Körpern über Motorräder bis hin zu Sattelzugmaschinen.

Fahrer schwärmt von Kraft des Trucks mit dem Löwen im Markenzeichen

Dieser Auftrag aber war von der Größe und vom Aufwand her auch für sie etwas Neues. Auf der rechten Seite, weitgehend in Grau gehalten, geht es um die Zeit, als der Vater während des westdeutschen Wirtschaftswunders die Menschen mit Getränkenachschub versorgte. Damals waren Bierkästen noch aus Holz, und es gab noch kaum Hilfsmittel – eine heute nur noch schwer vorstellbare Plackerei, die Gerd Müller trotzdem mit Herzlichkeit bewältigte. Auf der Fahrerseite ist er, nun voll in Farbe, auf dem Bock einer vielspännigen Bierkutsche zu sehen. Davor blickt seine Frau Roswitha aus einem kleinen Kiosk. Wer von hinten auf den Auflieger schaut, erblickt eine freundliche Bierkönigin. Die Qualität der Gemälde ist beeindruckend. Zum Truck-Grand-Prix am Nürburgring im Sommer 2018 wurde der Lastzug feierlich eingeweiht. Seitdem ist er der gut gepflegte Stolz des Kraftfahrers Michael Vittinghoff aus Gelsenkirchen. Der ehemalige Gerüstbauer fährt Lastwagen aus Leidenschaft, und er schwärmt von der Kraft und dem Fahrverhalten des Trucks mit dem Löwen im Markenzeichen. Unter der Woche erledigt er mit dem Gespann Fernverkehrstouren, an den Wochenenden fährt Michael am liebsten zu Truckfesten mit wohltätigem Charakter wie kürzlich in Bakum, wo er mit seinem MAN wieder viele Kinderaugen zum Leuchten brachte.

Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
FF 02 2019 Titel
FERNFAHRER 02 / 2019
5. Januar 2019
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