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Streik bei Amazon zum Prime Day

Verdi ruft Beschäftigte zum Boykott auf

Streik, Amazon, Lager Bad Hersfeld Foto: Amazon, Montage: Grobosch

Schnäppchenjäger brauchen Geduld. Am Haupttag des sogenannten Prime Day treten zahlreiche Amazon-Mitarbeiter in den Streik.

17.07.2018 Carsten Nallinger

Der gestern um 12 Uhr gestartete Schnäppchen-Marathon von Amazon, der noch bis zum heutigen Dienstag um 24 Uhr geht, steht unter schlechten Vorzeichen. Zum einen war bereits im Vorfeld klar, dass der sogenannte Prime Day zu einem Stresstest für die Logistik wird. Schon vorab war offensichtlich, dass die schiere Paketflut und das Leistungsversprechen mit der Lieferung am nächsten Tag nicht in Einklang zu bringen sind. Seit heute ist das Chaos nun perfekt: Pünktlich zur Materialschlacht legt ein Teil der Amazon-Beschäftigten die Arbeit nieder. Einmal mehr hat die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (Verdi) zum Arbeitskampf aufgerufen und will den Online-Riesen in den Tarifvertrag zwingen.

Verdi: Amazon bereichert sich auf Kosten der Mitarbeiter

„Die Botschaft ist klar: Während der Onlineriese sich bereichert, wird an der Gesundheit der Beschäftigten gespart“, sagte Stefanie Nutzenberger, für den Handel zuständiges Verdi-Bundesvorstandsmitglied. Nicht anders sei es zu verstehen, warum Amazon sich einem Tarifvertrag verweigere. Lange Schichten, kilometerlange Wege, monotones Arbeiten und schwere körperliche und psychische Belastung sorgen laut Nutzenberger für gesundheitliche Probleme. Deswegen wolle Verdi vertraglich geregelte Maßnahmen zur Entlastung für die Beschäftigten erstreiten. Dagegen biete der Konzern als gesundheitsfördernde Maßnahme Obsttage an. Ein Hohn, findet Nutzenberger: Den Schnäppchentag habe man daher für den Arbeitskampf auserkoren.

An diesen Standorten kommt es zum Arbeitskampf

Gestreikt wird am heutigen Dienstag in Bad Hersfeld, Leipzig, Graben (Bayern), Rheinberg, Werne und Koblenz. Auch in Spanien und Polen finden Aktionen der Beschäftigten statt, um auf ihre Arbeitsbedingungen hinzuweisen. In Polen gibt es am Dienstag sogenannte Safe Package-Aktionen (Dienst nach Vorschrift-Aktionen), in denen besonders auf ordnungs- und sachgemäße Behandlung der Pakete geachtet wird. In Spanien rufen die Gewerkschaften zum Streik bis Mittwoch auf. Bislang lehnt Amazon allerdings jede Verhandlung ab.

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