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Start-up LiBCycle und inTime Express Logistik

Defekte E-Batterien sicher transportieren

Foto: InTime

LiBCycle und inTime bieten zusammen ein maßgeschneidertes Konzept für den Transport defekter E-Batterien an.

Die Zahl der batterieelektrischen Pkw steigt rasant und auch E-Lkw werden bald Normalität. Defekte Batterien können aber gefährlich sein. Deswegen haben das Start-up LiBCycle und das Unternehmen inTime Express Logistik eine Lösung entwickelt, um sie sicher zu transportieren. Die Idee dazu stammt von Philipp Brunotte und Áron Németh. Beide befassten sich erstmals 2019 an der TU München mit dem Thema und haben zusammen im Februar dieses Jahres das Start-up LiBCycle gegründet.

Transportbox mit einer patentierten Technologie

Im Kern steht dabei eine sichere Transportbox mit einer patentierten Technologie, mit der ganze Lithium-Ionen-Batterien sowie einzelne Batteriemodule zu den Fahrzeugherstellern transportiert werden können, die gesetzlich dazu verpflichtet sind, defekte Batterien zurückzunehmen und zu recyceln. Dabei herrscht aktuell noch Unsicherheit auf dem Markt, und es fehlt an Standards. LiBCycle möchte diese Standards liefern.

Die Transportbox ist laut Brunotte dafür ausgelegt, dass jede Batterie unabhängig von ihrer Größe und Form sowie einfach zu verstauen transportiert werden kann. LiBCycle befindet sich aktuell in der finalen Phase der Entwicklung und plant, die Transportboxen gegen Ende 2021 anbieten zu können.

Aufgrund des hohen Gewichts ganzer Batteriespeicher von bis zu 750 Kilogramm ergeben sich für den Transport und die Transportbox zusätzliche Herausforderungen, so Brunotte. Ziel sei es daher, das Gewicht der Transportbox möglichst gering zu halten. Alle Boxen sollen standardisiert sein, aber trotzdem den individuellen Bedürfnissen der Fahrzeughersteller angepasst werden können.

Full Service für Fahrzeughersteller

Das Ziel von LiBCycle ist es aber, nicht nur die Transportbox zu verkaufen, sondern mehr zu bieten: „Wir planen keinen reinen Verkauf der Transportboxen, sondern möchten diese im Rahmen eines Full Service zusammen mit der Logistik anbieten, sodass wir für unsere Kunden die einfachste Lösung mit dem größtmöglichen Mehrwert kreieren.“ Und hier kommt der Logistikdienstleister inTime aus Isernhagen ins Spiel.

„Wir haben den Mehrwert von LiBCycle auch für uns als Transporteur erkannt und haben deswegen als strategischer Investor investiert“, sagt Geschäftsführer Gerd Röttger. inTime bringe dabei neben seiner großen Fahrzeugflotte auch seine Kenntnisse und Kontakte zur Automobilindustrie ein, berichtet Röttger. „Wir übernehmen für die Hersteller schon heute etwa den Transport von Prototypen, aber auch von Akkus und Batterien zu den jeweiligen Teststrecken und -zentren.“

Bisher wurde der Batterietransport dabei nach den ADR-Bestimmungen als normaler Gefahrguttransport abgewickelt. Auffällig war laut Röttger, dass die Batterien und Akkus in Einwegverpackungen transportiert wurden.

Automatische Routenplanung sparte Zeit und Aufwand

Zusammen wollen LiBCycle und inTime künftig aber den kompletten Kreislauf der Batterien abdecken und automatisieren: Dies soll eine Plattform ermöglichen, die bereits im kommenden Jahr live gehen soll. Mithilfe dieser Plattform können die OEMs beziehungsweise die Fachwerkstätten die Transportboxen und den Transport über LiBCycle und inTime ordern.

Die Abholung wird automatisch und routenoptimiert geplant. „Das spart den Kunden in der Automobilwirtschaft Organisationsarbeit und Zeit“, sagt Röttger. Die Logistik rund um die Batterieentsorgung und -wiederaufbereitung wäre somit ein Teil des Aftersales-Bereichs, inklusive Behältermanagement durch den Logistiker, der die wiederverwendbaren Transportboxen abholt und wieder zu den Werkstätten bringt.

Jetzt Nische, später Massenmarkt

Das Potenzial einer massenmarktfähigen Lösung für die Transportboxen sowie für den weiteren Prozess ist laut beiden Partnern riesig, und die Zahlen etwa der Nationalen Plattform Zukunft der Mobilität (NPM), die die Bundesregierung berät, bestätigen dies: Damit Deutschland seine Klimaziele im Verkehrssektor einhalten kann, müssen demnach 2030 mindestens 14 Millionen Fahrzeuge mit Batteriebetrieb ausgestattet sein. „Das ist jetzt noch eine Nische, aber das Angebot werden wir in gemeinsamer Entwicklung und Abstimmung mit der Automobilindustrie nach vorne bringen“, sagt Röttger.

Brunotte jedenfalls setzt nach eigenen Angaben alles darauf, den Kunden aus der Fahrzeugindustrie die bestmögliche Lösung anzubieten. Es ist ihm aber vor allem ein großes Anliegen, mit LiBCycle die Energie- und Mobilitätswende zu unterstützen.

Und auch Gerd Röttger macht sich weitere Gedanken zur E-Mobilität, etwa zum Einsatz von E-Lkw in der eigenen Flotte. „Wir haben gewisse Linien, die sich durchaus für den Einsatz von E-Lkw eignen würden, und überlegen jetzt schon, was wir austauschen können. Denn dass die E-Mobilität kommt, darüber sind sich alle einig – auch wenn der Weg und die Wegstrecke noch unklar sind.“

Die Unternehmen

LiBCycle

  • LiBCycle wurde als Start-up 2021 von Philipp Brunotte und Áron Németh gegründet
  • Das Unternehmen aus München hat aktuell fünf Mitarbeiter

inTime

  • inTime mit Sitz in Isernhagen wurde 1987 als Kurierdienst gegründet
  • Über die Jahre hat die Gruppe mehrere Niederlassungen in Deutschland sowie Standorte in Spanien, England, Polen, Tschechien, Ungarn, Rumänien und Schweden gegründet
  • Die Mitarbeiterzahl beträgt 600
  • Seit 2015 gehört die Mehrheit an inTime dem Logistikkonzern Super Group aus Südafrika
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