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Sicherheitsassistent von Mobileye

Transgourmet bessert in puncto Sicherheit nach

Foto: Mobileye

Zwischen Januar und Juli dieses Jahres hat der Lebensmittel-Dienstleister Transgourmet rund 300 seiner 18-Tonner mit dem Unfallpräventionssystem von Mobileye nachrüsten lassen. Transgourmet nutzt die Fahrzeuge in der Regel acht Jahre - die Nachrüstlösung lohnt sich.

Jährlich sterben rund 1,24 Millionen Menschen infolge eines Verkehrsunfalls. Das sind mehr als zwei Verkehrstote pro Minute. Die Hälfte aller Verkehrstoten sind leicht verwundbare Verkehrsteilnehmer, also Fußgänger, Radfahrer und Motorradfahrer. Das hat eine Untersuchung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ergeben. In 93 Prozent aller Unfälle ist der Mensch verantwortlich – in 80 Prozent ist er rund drei Sekunden unaufmerksam, hat das Virginia Transportation Research Council NHTSA herausgefunden. Erschreckende Erkenntnisse.

Geänderte Sicherheitsvorschriften

Der Gesetzgeber hat reagiert: Seit November 2015 sind für neu zugelassene Lkw über 8 Tonnen ein Notbremsassistent und für Fahrzeuge über 3,5 Tonnen ein Spurhalteassistent  vorgeschrieben. Damit sollen die meist schweren Unfälle mit Nutzfahrzeugen reduziert werden. "Etwa zu dem Zeitpunkt sind wir mit Mobileye in Berührung gekommen", sagt Sven Sauerwein, Leitung Zentralbereich Logistik Services bei Transgourmet Deutschland, dem Spezialisten für die Belieferung von Großverbrauchern in Hotellerie, Gastronomie, Betriebsverpflegung und sozialen Einrichtungen.

"Wir haben uns entschieden, auch ältere Fahrzeuge mit Fahrerassistenztechnologie auszustatten", fügt er hinzu. Zwischen Januar und Juli dieses Jahres hat der Transgourmet rund 300 seiner 18-Tonner mit dem Unfallpräventionssystem von Mobileye nachrüsten lassen. Transgourmet nutzt die Fahrzeuge in der Regel acht Jahre, daher sei es nur logisch gewesen, in eine Nachrüstlösung zu investieren.

"Für uns war das Umrüsten der Flotte überhaupt kein Aufwand", lobt der Leiter Zentralbereich Logistik Services. Denn Mobileye hat jeweils ein Team zu den 15 Transgourmet-Standorten in Deutschland geschickt. Da die Lieferfahrzeuge in der Regel nachmittags von ihren Touren zurück sind, konnten die Techniker das kamerabasierte Mobileye-System nach und nach auf unserem Betriebshof einbauen. "Wir mussten die Lkw weder in Werkstätten bringen, noch hat der Einbau Standzeiten verursacht", fügt er hinzu.

Akustische und opitische Infos für Fahrer

Das System besteht aus einer Kamera, die an der Windschutzscheibe angebracht wird und den Bereich vor dem Fahrzeug überwacht, und einem Display, das am Armaturenbrett installiert wird. Neben akustischen Signalen erhält der Fahrer somit auch optische Informationen. So wird beispielsweise im Display angezeigt, wie schnell er fahren darf oder dass das vorausfahrende Fahrzeug abbremst. Tritt ein Fußgänger auf die Straße, leuchtet im Display ein rotes Personensymbol auf und es ertönt ein Signalton, um den Fahrer zu warnen. Alle Fahrer erhielten eine intensive Einweisung in das Sicherheitssystem.

"Einen messbaren Effekt, haben wir bislang nicht – das ist noch zu früh", sagt Sauerwein. Dennoch verspricht sich Transgourmet, Unfälle zu vermeiden beziehungsweise die Schadenquote in der Flotte zu senken, was sich unter Umständen auch auf die Versicherungsprämie auswirken könnte. Die Fahrer seien anfangs skeptisch gewesen. "Veränderungen werden ja immer zunächst kritisch beäugt", stellt er fest. Inzwischen sei die Stimmung aber komplett umgeschlagen und "wir bekommen Rückmeldungen, dass das System toll unterstütze", betont er. Ein Fahrer berichtete sogar davon, dass Mobileye ihn vor einem Auffahrunfall bewahrt habe.

Fahrer erledigen anspruchsvolle Arbeit

Transgourmet legt laut Sauerwein schon immer großen Wert auf hohe Standards. So werden die Fahrer nicht nur regelmäßig in Sicherheitsthemen geschult, sondern von jeher alle Fahrzeuge mit Assistenzsystemen ausgestattet. Rückfahrkamera und Toter-Winkel-Assistent gehören seit Jahren zur Standardausstattung damit es beim Rechtsabbiegen in Innenstädten nicht zu Unfällen mit Fußgängern oder Radfahrern kommt, die der Fahrer im Außenspiegel nicht sehen kann. "Unsere Fahrer erledigen einen anspruchsvollen Job, wir wollen sie bestmöglich unterstützen", erläutert Sauerwein. Transgourmet sehe sich aber auch in einer sozialen Verantwortung. Nicht nur die eigenen Leute, sondern auch alle anderen Verkehrsteilnehmer sollen vor Unfällen oder Schäden bewahrt werden.

Transgourmet hat rund 180.000 Euro für das Nachrüsten mit dem kamera­basierten Mobil­eye-System bezahlt. Das heißt, dass pro Fahrzeug rund 600 Euro zu Buche schlagen. Ob sich die Investition irgendwann amortisiert, spielt keine vorrangige Rolle. "Unser Anliegen ist es, unsere Waren unfallfrei zu den Kunden zu bringen", sagt der Leiter Zentralbereich Logistik Services. Und die Fahrleistung ist hoch: Transgourmet hat 2016 rund 29,7 Millionen Kilometer mit seiner Flotte zurückgelegt. Erfreulich wäre es natürlich, wenn beispielsweise die Zahl der Auffahrunfälle signifikant zurückgehen würde. Das lasse sich anhand von Statistiken aber erst zu einem späteren Zeitpunkt feststellen.

Mobileye

  • Mobileye, ein israelisches Unternehmen des Intel-Konzerns, ist spezialisiert auf die Entwicklung von Fahrerassistenzsystemen (ADAS) und autonomes Fahren
  • Die Technologie ist in Fahrzeugmodelle der weltweit größten Autohersteller wie BMW, Audi, Volkswagen, Volvo, Nissan, Ford, Honda oder General Motors integriert
  • Das System für Kollisionsvermeidung kann in nahezu jedes Fahrzeug installiert werden
  • Mobileye hat ihre europäische Nieder-lassung in Düsseldorf

Die Funktionen von Mobileye 6

  • Vorausschauende Kollisionswarnung – einschließlich Motorraderkennung
  • Abstandsüberwachung und -warnung
  • Geschwindigkeitsbegrenzungsanzeige & Verkehrszeichenerkennung
  • Fußgängerkollisionswarnung einschließlich Fahrradfahrererkennung
  • Spurhaltewarnung

Transgourmet Deutschland

  • Transgourmet Deutschland ist Spezialist für die Belieferung von Großverbrauchern in Hotellerie, Gastronomie, Betriebsverpflegung und sozialen Einrichtungen
  • Als Vollversorger bietet das Unternehmen ein umfassendes Sortiment an Lebensmitteln, Ge- und Verbrauchsgütern und Großküchenausstattung aus einer Hand
  • Transgourmet Deutschland mit Sitz imhessischen Riedstadt beschäftigt rund 3.700 Mitarbeiter und
  • erwirtschaftet als 100-prozentige Tochter des Großhandelsunternehmens Coop Schweiz jährlich rund 1,3 Milliarden Euro Umsatz
  • Zu Transgourmet gehört das deutsche Selbstbedienungs-Großhandelsunternehmen Selgros
  • Die Flotte umfasst 800 Multitemperaturfahrzeuge
  • 300 ältere Lkw wurden mit Mobileye nachgerüstet
  • Investitionskosten dafür rund 180.000 Euro
Unsere Experten
Jan Bergrath, Experte für Fahrerthemen Jan Bergrath Journalist
Carsten Nallinger Carsten Nallinger Lkw-Navigation
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