Scania Brennstoffzellen-Lkw

Feldtest mit Asko in den Startlöchern

Foto: Scania

In Kooperation mit Asko, Norwegens größtem Convenience-Händler, startet Scania einen Feldversuch mit vier Brennstoffzellen-Lkw. Der Wasserstoff soll dabei aus erneuerbaren Energien gewonnen werden.

Schon Mitte 2017 hat Scania die Entwicklung eines Brennstoffzellen-Lkw und dessen Einsatz beim norwegischen Convenience-Händler Asko kommuniziert. Mit Details zum Projekt hat der schwedische Lkw-Bauer vor knapp drei Jahren auf Nachfrage aber gespart, auch ein Foto des Fahrzeugs war nicht zu haben. "Es ist zu früh, um Daten zu Performance und Reichweite zu verkünden," sagte Örjan Åslund, Head of Product Affairs bei Scania, seiner Zeit.

Jetzt aber scheint die Zeit reif: In einer neuen Pressemitteilung sind endlich konkrete Daten enthalten, wonach der 26+1-Tonner mit 6x2-Achsformel rund 400 bis 500 Kilometer ohne Tankstopp fahren können soll. Unter einem Druck von 350 bar stehen hierfür genau 33 Kilo Wasserstoff parat – nach den Systemzeichnungen aus 2017 in Tanks, die stehend hinter der Fahrerkabine angebracht sind. Die 90-kW-Brennstoffzelle aus dem Hause eines nicht näher benannten Zulieferers versorgt damit eine 56 Kilowattstunden fassende Lithium-Ionen-Batterie mit Energie. Ein in der Spitze 290 kW und 2.200 Nm leistender Elektromotor gibt die Kraft am Ende dann über ein Zweiganggetriebe an die Achse ab.

2017 kommunizierte Scania, dass der Wasserstoff für das Projekt mit erneuerbarem Strom produziert wird, der aus Solarzellen vom Dach des Asko-Logistiklagers in Trondheim stammt – und auch heute ist die Rede von einer Wasserstofftankstelle von Asko in Trondheim. Gleichzeitig kann die Batterie des Brennstoffzellen-Lkw auch direkt über einen 22 kW On-Board-Charger mit CCS-Anschluss geladen werden.

Keine universelle Lösung

Scania vertritt laut eigener Angaben die Ansicht, dass es keine universelle Lösung für die Elektrifizierung schwerer Nutzfahrzeuge gibt. Entsprechend forscht der Hersteller nicht nur an der Brennstoffzelle, sondern auch an Biokraftstoffen, Hybrid-Antrieben, rein batterieelektrischen Bussen und Oberleitungs-Lkw. Die Fahrzeuge basieren dabei immer auf einem modularen Ansatz. In den Brennstoffzellen-Lkw für Asko also ersetzen Elektromotor und Zweiganggetriebe, Batterie und Brennstoffzelle die konventionelle Diesel-Getriebe-Konfiguration, der restliche Antriebsstrang aber besteht aus den gleichen Standardkomponenten, wie sie auch in den Hybrid-Lkw und Hybrid-Bussen des Herstellers zum Einsatz kommen.

"Wasserstoff ist eine interessante Option für den elektrifizierten schweren Fernverkehr. Frühere Tests zeigen, dass die Technologie auch in einem kälteren Klima gut funktioniert", erklärt Karin Rådström, Leiterin Vertrieb und Marketing bei Scania. Man werde die Leistung der Brennstoffzellen-Lkw weiterhin genau überwachen. "Ich möchte Asko auch dafür loben, frühzeitig und mutig Schritte unternommen zu haben, um die Versorgung mit Wasserstoff aus erneuerbaren Quellen und die Infrastruktur für die Betankung sicherzustellen. Das Unternehmen ist ein Akteur, der wirklich Maßnahmen ergreift, um eine Verlagerung in Richtung nachhaltiger Transporte voranzutreiben."

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