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Positionspapier des Bundesverbands Baustoffe

Baustoffindustrie will Kabotage freigeben

Baustelle Foto: Matthias Rathmann

Die verladende Wirtschaft reagiert auf den Fahrermangel und die überlastete Infrastruktur. Der Bundesverband Baustoffe, Steine und Erden (BBS) hat ein Positionspapier mit teilweise umstrittenen Forderungen herausgegeben. Unter anderem will er die Kabotage vollständig freigeben und das Verbot zum Verbringen der regelmäßigen Wochenruhezeit im Lkw kippen.

21.03.2018 Matthias Rathmann

Jungen Leuten soll es möglich sein, die Berufskraftfahrer-Ausbildung in zwei statt in drei Jahren zu absolvieren. Auch sollen sie die Prüfung bei Bedarf in anderen Sprachen oder in einfacherem Deutsch ablegen können. Entsprechende Forderungen kommen nun aus der verladenden Wirtschaft. Der Bundesverband Baustoffe, Steine und Erden (BBS), der rund 4.000 Unternehmen vertritt, will mit diesen Maßnahmen dem Mangel an Lkw-Fahrern begegnen.

BBS: Anwerben von Fahrern aus Nicht-EU-Ländern erleichtern

In seinem Positionspapier "Engpässe im Logistiksektor – Herausforderungen und Lösungsansätze" spricht sich der Verband ferner dafür aus, das Anwerben von Fahrern aus Nicht-EU-Ländern zu erleichtern. Dazu solle die Bundesagentur für Arbeit die Aufnahme des Berufsbilds in die Positivliste der Mangelberufe prüfen, heißt es. "Die hohen bürokratischen Hürden zur Anerkennung ausländischer Fahrerlaubnisse sind abzubauen."
Die Baustoffbranche sieht sich aber auch selbst in der Pflicht. "Die Wirtschaft verantwortet gute Arbeitsbedingungen und eine faire Bezahlung des Fahrerberufs", erklärt der BBS und regt zugleich einen regelmäßigen runden Tisch an, der sich aus Vertretern aller Seiten zusammensetzen soll. Der Verband listet hier Transportgewerbe, verladende Wirtschaft, Gewerkschaften und Politik auf.

Laut der Baustoffindustrie fehlen in Deutschland 40.000 Fahrer

Nach Angaben des Verbands fehlen in Deutschland etwa 40.000 Lkw-Fahrer für unterschiedliche Fahrzeugklassen. "Der demographische Wandel dürfte die Situation künftig weiter verschärfen", warnt die Wirtschaftsorganisation.

Ebenfalls alarmiert ist der Verband aufgrund der überlasteten Verkehrsinfrastruktur und der fehlenden Lkw-Parkplätze. Aktuell fehlen demnach rund 14.000 Lkw-Parkplätze, bis 2030 werde sich der Bedarf aufgrund des wachsenden Güterverkehrs auf 26.000 erhöhen. Um für Abhilfe zu sorgen, bricht der BBS auch hier mit Tabus, indem er das neue Verbot zum Verbringen der regelmäßigen Wochenruhezeit in der Fahrerkabine kippen will und sich für eine flexiblere Gestaltung von Schichtzeiten ausspricht.

BBS für höhere Tonnage und Ausweiten des Lang-Lkw-Betriebs

Um die Effizienz des Verkehrsnetzes zu erhöhen, wirbt der Verband für eine vollständige Aufhebung der Kabotage-Regelungen sowie für eine Erhöhung der Tonnage und ein Ausweiten des Regelbetriebs mit Lang-Lkw. Was den Zankapfel Kabotage angeht, erklärt der BBS: "Die bestehenden Einschränkungen zur Befrachtung ausländischer Lkw mit ausschließlich innerdeutschen Transporten stehen der Idee eines gemeinsamen europäischen Binnenmarktes entgegen und sind daher kritisch zu prüfen."

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