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Nachfolgeplanung

Wenn Familien-Spirit zum Erfolg führt

Lörrach, Duale Hochschule, Forum Logistik Foto: Claudia Wild

Die Suche eines Nachfolgers für den Chefsessel ist fast immer eine schwierige Mission. Wie sie in einem Familienbetrieb für Logistik gelingen kann, zeigt die Duale Hochschule Lörrach bei ihrem 11. Logistik Forum.  

Das englische Wort Spirit ist ein bedeutungsschwangeres Multitalent: Es vereint eine Vielzahl deutscher Wörter in sich. Damit trifft es den Kern dessen, was ein gut geführtes Familienunternehmen auch in der Logistik ausmacht: Seele, Tatkraft, Mut, Sinn und (Unternehmer-) Geist. Wer den Chefsessel eines mittelständischen Logistikunternehmens erklimmen will, braucht dies alles und noch mehr, machten die fünf Referenten des 11. Lörracher Logistik Forums Mitte März deutlich.

Liebe zum Beruf gehört dazu

"Liebe zum Beruf" gehört für Karlhubert Dischinger, Logistiker und seit Juli 2012 Präsident des Verbands Spedition und Logistik Baden-Württemberg, als zentrale Eigenschaft dazu. Auch eine akademische Ausbildung sei ein Muss – "am besten als duales Studium mit Praxisbezug".

Rund 90 Prozent aller deutschen Unternehmen sind familiengeführt. „Deren Hauptziel ist die Übertragung des Unternehmens auf die nächste Generation“, sagt Prof. Rainer Kirchdörfer, Vorstand der Stiftung Familienunternehmen, die Ende 2011 eine Studie über die volkswirtschaftliche Bedeutung von Familienunternehmen in Deutschland (Stand: Ende 2011, www.familienunternehmen.de) vorlegte. Dass es in Deutschland viele große und erfolgreiche Familienunternehmen gebe, liege nicht unbedingt an den guten Rahmenbedingungen bei Steuer- und Arbeitsrecht, Regulierungen, Finanzierung und öffentlicher Infrastruktur. In dem wirtschaftsstarken Alpenland ist die Nachfolgeplanung ein heißes Thema. Jedes Jahr suchen laut Unternehmensberater Thomas Rickli von der TWR Consulting 10.000 Schweizer Firmen einen Nachfolger. Nur bei einem Drittel klappt die Übergabe. Die Erfahrungen hätten gezeigt: "Ohne externe Unterstützung des Prozesses geht es heute nicht mehr", sagt Berater Rickli. Seine Empfehlung lautet: Nachfolge regelt man nur einmal, dafür aber richtig.

Vertrauen und Respekt waren die Basis einer erfolgreichen Nachfolgeplanung

Ein Beispiel ist das 1936 gegründete Transportunternehmen Planzer aus Dietikon. Jungunternehmer Nils Planzer, gelernter Kfz-Mechaniker und heute Chef von rund 3.700 Mitarbeitern, leitet den Stückgut-Spezialisten in zweiter Generation. Vertrauen und Respekt waren die Basis einer erfolgreichen Nachfolgeplanung des Unternehmens.
„Frauen an die Macht“ könnte dagegen die Unternehmensnachfolge bei Schwarz aus Göppingen überschrieben werden. Das 1846 gegründete Fuhrunternehmen leitete viele Jahre die Gründerwitwe. Eine erfolgreiche Planung und klare Aufgabenteilung innerhalb der Familie legte später den Grundstein für den Erfolg der heutigen Schwarz Gruppe. "Die Risiken sind genau da, wo auch ihre Chance liegen – in der Familie", sagte einmal August Oetker. Und traf damit wohl voll ins Schwarze.      



 

Literatur zum Thema

Die Duale Hochschule Lörrach hat Heft 4 ihrer Schriftenreihe dem Schwerpunkt "Nachfolgeplanung in der Logistik" gewidmet. Darin finden sich alle Tagungsbeiträge sowie Gastbeiträge. Bestellungen an logistik@dhbw-loerrach.de.

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