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„Massive Benachteiligung“

Wettbewerbsverein schießt gegen Post und Bahn

Foto: B. Wylezich - Fotolia

Der Wettbewerbsverein im Speditions-, Logistik- und Transportgewerbe beklagt eine Benachteiligung der Privatwirtschaft zu Gunsten staatlicher und halbstaatlicher Unternehmen. Das hätten eine Marktanalyse und eine Mitgliederumfrage ergeben.

Demnach hat der Verein zur Förderung des Wettbewerbs und lauteren Verhaltens im Speditions-, Logistik- und Transportgewerbe eine Umfrage unter 133 Mitgliedsunternehmen durchgeführt. Zwei Drittel der befragten Speditionsunternehmen gaben sich demnach überzeugt, dass es keine Chancengleichheit zwischen dem privaten und dem (halb-)staatlichen Transport- und Logistikgewerbe gebe. Die Unternehmen beklagen laut dem Wettbewerbsverein Quersubventionen, Preisangebote der staatlichen Anbieter unterhalb des Marktpreises und geringere Kontrollen des Geschäftsgebarens durch staatliche Kontrollorgane.

Bundeskartellamt soll stärker prüfen

„Unsere Mitglieder fühlen sich durch das Zusammenspiel zwischen halbstaatlichen Unternehmen, staatlichen Auftraggebern und staatlichen Kontrollorganen im Wettbewerb benachteiligt“, sagt Dr. Andreas Müller, Geschäftsführer des Wettbewerbsvereins. Er fordert das Bundeskartellamt auf, Deutsche Post DHL und Deutsche Bahn stärker in den Fokus zu nehmen, so wie es in den vergangenen Jahren im Bereich der Wasserwirtschaft geschehen sei. An den Bund richtet sich die Forderung, das Engagement im Speditions- und Transportgewerbe zu beenden: „Hier besteht keine wesentliche Aufgabe der staatlichen Daseinsvorsorge, sondern hier funktionieren die Mechanismen des Marktes.“

Dem Thesenpapier „Zwischen Staatskonzernen und Start-ups: Wettbewerbsbedingungen privater Logistikunternehmen. Die Situation der privatwirtschaftlich finanzierten Speditionen“ zufolge gab mehr als jeder zweite Befragte an, sich in seinem Hauptgeschäftsfeld im Wettbewerb mit staatlichen Unternehmen zu befinden. „Der Marktanteil der (halb-)staatlichen Unternehmen unter den Top-10-Kontraktlogistikern weltweit beträgt 8,5 Prozent. Und diese drei Unternehmen erwirtschaften damit knapp 45 Prozent des Gesamtumsatzes der Top-10-Kontraktlogistiker. Im Rahmen des Marktberichtes stellt der Wettbewerbsverein acht Forderungen zur Wiederherstellung einer fairen Wettbewerbssituation auf. Dazu gehört die Forderung, dass die Bundesregierung und die EU die Branche, aufgrund ihrer wirtschaftlichen Bedeutung, stärker beachten und für faire Wettbewerbsbedingungen sorgen sollen. Unfaires, wettbewerbsverzerrendes

Unternehmen bauen Lagerkapazitäten aus

Wie die Befragung ergab, plant aktuell mehr als die Hälfte der Umfrageteilnehmer, ihre Lager- und Umschlagskapazitäten auszubauen, obwohl die Branche unter einem enormen Preis- und Verdrängungswettbewerb steht. „Die Befragung der überwiegend mittelständischen Mitglieder des Wettbewerbsvereins ergab außerdem, dass der Fachkräftemangel nun auch mit voller Wucht im Speditions- und Transportgewerbe angekommen ist“, heißt es weiter: Rund 80 Prozent der Befragten gaben demnach an, in unterschiedlichster Form unter dem Mangel qualifizierter gewerblicher Fachkräfte zu leiden. Dabei fehlt es insbesondere an Berufskraftfahrern. „Um auch zukünftig wettbewerbsfähig zu bleiben, fordern wir, den Beruf des Kraftfahrers in das Fachkräfteeinwanderungsgesetz mit aufzunehmen“, erläutert Dr. Müller.

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