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Logistik

Manufaktur für Zukunftsthemen

Foto: Fotolia

Logistikmanufaktur - zu diesem neuen Format des Netzwerkens haben sich die Regionalgruppe Baden-Württemberg der Bundesvereinigung Logistik (BVL), das Logistiknetzwerk Baden-Württemberg (LogBW) und das Intralogistik-Netzwerk in Baden-Württemberg zusammengefunden.

"Gemeinsam runden sie das Bild der Wertschöpfungskette ab und stellen die Manufaktur der Logistik vor", sagte BVL-Geschäftsführer Uwe Peters.
Im Vordergrund standen bei der Veranstaltung in Abstatt das Kennenlernen und der Austausch von Idee und Erfahrungen.


Gastgeber war der Technologiekonzern Robert Bosch, der sich gerade mittels seiner Logistikstrategie 2020 auf die Anforderungen der Zukunft vorbereitet, wie Andreas Reutter, Einkaufsleiter Global Logistics Bosch, erklärte. Wesentliche Themen sind dabei etwa eine Planung, die auch die Logistik miteinbezieht und künftig zwölf plus neun Monate umfassen soll. Eine entsprechende Bündelung von Transporten und Lagerkapazitäten regional und über die einzelnen Geschäftsbereiche hinaus oder ein neues Supply-Chain-Netzwerk-Design, das etwa bei der Standortbestimmung nicht nur Produktionskosten und Fördermittel, sondern auch Logistikkosten in Betracht zieht. "Die Logistik hat ein großes Pfund: Sie hat die Übersicht über die Kundenbeziehungen, die Werke und die Beschaffung", sagte Reutter. Auch das Thema Industrie 4.0 sei in der Bosch-Logistik ein wichtiges Thema – "es verlangt nicht nur herausragende Fertigungsqualitäten, sondern auch eine entsprechende Logistikqualität."

2020 sind 30 Milliarden Dinge vernetzt

Unterschreiben würde das wohl auch Prof. Thomas Bauernhansl, Leiter des Instituts für Industrielle Fertigung und Fabrikbetrieb (IFF) der Universität Stuttgart und Leiter des Fraunhofer-Instituts für Produktionstechnik und Automatisierung IPA, der seine Zuhörer auf das Internet der Dinge vorbereitete: Während 2014 schon drei Milliarden Menschen und 17 Milliarden Dinge über das Internet vernetzt gewesen sind, werden demnach 2020 bereits 30 Milliarden Dinge miteinander vernetzt sein und eine neue Form des Wirtschaftens fordern wie: shared economy, also das gemeinsame Nutzen von Ressourcen oder prosumers, also Kunden, die ein Produkt selber mit Funktionalität versehen, oder strategische Ökosysteme,  bei denen Unternehmen von den Stärken der Anderen profitieren.


"Durch Industrie 4.0 erwarten wir ein zusätzliches Wertschöpfungspotenzial von 30 bis 50 Prozent", sagte Bauernhansl. Damit einhergehen könnten durch eine Erhöhung des Automatisierungsgrades auch um 10 bis 20 Prozent niedrigere Logistikkosten – durch mehr Milkruns, eine höhere Effektivität, dem Abbau von Lagerfläche. Zukunftssysteme dafür finden sich laut Bauernhansl bereits: sogenannte Picking-Roboter oder smarte und mobile Objekte, die Informationen in Echtzeit zum eigenen Befüllstand liefern können, fahrerlose Transportsysteme, die im Schwarm ihren eigenen Weg finden. "Bei Volkswagen sind solche frei navigierende FTS bereits in Betrieb – ein erster Schritt zur Auflösung von Band und Takt."

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