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Lkw Walter wächst mit KV

Trotz Expansion CO2 einsparen

Kombinierter Verkehr bei Lkw Walter Foto: Lkw Walter

Logistiker Lkw Walter ist bekannt für Lkw-Komplettladungen. Um weiter wachsen zu können, sind Kombinierte Verkehre im Fokus.

Das auf Lkw-Komplettladungen spezialisierte Familienunternehmen Lkw Walter will auch im Kombinierten Verkehr (KV) weiterwachsen. „Wir haben unsere Transporte in der Vergangenheit jährlich zwischen fünf und zehn Prozent gesteigert, und dabei soll es auch bleiben“, sagt Direktor Michael Krainthaler. Mit rund 1,5 Millionen Full Truck Loads haben die Österreicher im Geschäftsjahr 2018/19 einen vorläufigen Umsatz von 2,08 Milliarden Euro (Vorjahr 2,01 Milliarden Euro) erzielt. Rund ein Viertel davon wurde intermodal abgewickelt. Damit die CO2-Einsparungen in Höhe von 330.000 Tonnen durch die Verlagerung von Straßentransporten auf die Schiene weiter ausgebaut werden können, bedürfe es aber einer gezielteren Förderung durch die Politik.

Hauptlauf auf Schiene oder Schiff

Bahn und Schiff werden bei Lkw Walter im Verhältnis zwei Drittel zu einem Drittel für die Hauptstrecke genutzt. Das Unternehmen sieht sich als Pionier bei der Entwicklung intermodaler Verkehre und bietet täglich mehr als 300 Abfahrten auf über 200 KV-Routen in alle europäischen Wirtschaftszentren. „Wir sorgen für den Vor- und Nachlauf und verlassen uns auf die Expertise von KV-Operateuren“, erläutert der Manager. Das gelte ebenso für den Short-Sea-Bereich.

Das Unternehmen verfügt über mehr als 10.000 kranbare Megatrailer und Standard-Sattelauflieger vom deutschen Hersteller Krone, die alle mit GPS ausgestattet sind. „Wir investieren ausschließlich in kranbares Equipment“, betont Krainthaler. „Und GPS ist für die Trailer viel wichtiger als für die Zugmaschinen.“ Die Transportpartner seien oft kleinere Betriebe mit drei bis zehn Fahrzeugen, die alle besucht und auditiert würden.

LNG verbessert Umweltbilanz

Um die Umweltbilanz weiter zu verbessern, werden auch alternative Antriebsformen getestet. So gab es beispielsweise Versuche mit LNG-Fahrzeugen im Ruhrgebiet. „Hier wäre aber ein dichteres Tankstellennetz nötig“, gibt Krainthaler zu bedenken. Außerdem seien die Anschaffungskosten für umweltschonendere Lkw immer noch sehr hoch und der Wiederverkaufswert eine unbekannte Größe. Lang-Lkw sind für die Österreicher jedenfalls überhaupt kein Thema. „Wir wollen so standardisiert wie möglich sein und haben ausschließlich 13,60 Meter lange Fahrzeuge im Einsatz. Das ermöglicht uns eine optimale Planung“, hebt Krainthaler die Vorzüge hervor.

Und diese detaillierte Planung ist nötig, denn der Erfolg des Unternehmens basiert auf einer Auslastung von mindestens 95 Prozent. Um gegenüber dem reinen Straßentransport konkurrenzfähig zu sein, wird ausschließlich mit Ganzzügen oder fixe Menge-Verpflichtungen gearbeitet, Einzelladungsverkehre gibt es nicht. „Wir kombinieren die Warenströme der Kunden“, erläutert der KV-Koordinator Thomas Telfner die Strategie. „Dabei tragen wir das Auslastungs-Risiko, aber wir können auch besser Einfluss nehmen.“ Das Netz der Company Trains soll weiter ausgebaut werden.

Das Angebot des Unternehmens deckt ganz Europa ab, jüngst wurden beispielsweise neue Züge nach Rumänien gestartet. Aber auch Russland, Zentralasien und der Nahe Osten sind wichtig, nach dem arabischen Frühling kamen Tunesien und Marokko dazu. Insbesondere Polen wird als hoch interessanter Markt eingeschätzt, aber dort sei man nach wie vor stark auf die Straße fokussiert, berichtet Telfner. In Richtung Großbritannien bietet Lkw Walter diverse Shortsea-Verbindungen an. Auch unbegleitete Verkehre sind hilfreich angesichts des wohl bevorstehenden Brexits.

Im Zeichen des Fahrermangels

Das Thema Fahrermangel stellt sich ja nicht direkt, aber die Transportpartner können die zunehmend schwierige Personallage leichter bewältigen, da die Fahrer bei den kombinierten Verkehren grundsätzlich zu Hause übernachten. Technische Lösungen wie Platooning oder Oberleitungs-Lkw hält Krainthaler für Zukunftsmusik, die im Tagesgeschäft nicht weiterhelfe. Autonomes Fahren sei zudem auf der Schiene viel leichter umzusetzen: „Dort haben wir bereits jetzt nur einen Lokführer für bis zu 38 Einheiten und keine Staus und Fahrverbote. Investitionen wären hier viel besser untergebracht.“

Um die zunehmende Verkehrsüberlastung und daraus resultierende Einschränkungen umweltschonend in den Griff zu bekommen, müsse die Politik dafür sorgen, dass die Bahn wettbewerbsfähiger wird, zeigt sich der Manager überzeugt. Die Schweiz habe hier eine Vorreiterrolle, grundsätzlich aber seien die Probleme überall in Europa gleich: Benötigt würden weitere Terminalkapazitäten, Investitionen in die Infrastruktur, um längere und schwerere Züge zu ermöglichen und der Ausbau von Vier-Meter-Korridoren.

Das Unternehmen

  • Lkw Walter Internationale Transportorganisation (Wiener Neudorf) wurde 1924 gegründet
  • Das Unternehmen befindet sich zu 100 Prozent in Familienbesitz und hat mit 1.781 Mitarbeitern im Geschäftsjahr 2018/2019 einen vorläufigen Umsatz von 2,08 Milliarden Euro
  • Die mehr als 10.000 kranbaren Auflieger des Komplettladungsspezialisten sind alle mit GPS ausgerüstet
  • Alle Trailer sind eigenfinanziert und werden in Österreich, Deutschland und Belgien gewartet
  • Für Lkw Walter ist Deutschland der wichtigste KV-Markt
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