Lkw-Fahrer im Fernsehen

Ein neuer Asphalt-Cowboy

Jan Bergrath Foto: Jan Bergrath
Meinung

Am 11. Oktober ist der Südtiroler Fernfahrer Markus Dissertori alias Mark Nielsson in einer Folge der „Asphalt Cowboys“ zu sehen. Vorab hat er mir erzählt, wieviel Spaß er bei den Dreharbeiten hatte – obwohl eigentlich nichts nach Plan lief.

Zugegeben, ich habe mir erst am Tag der Deutschen Einheit nach längerer Zeit wieder eine Folge der DMAX-Serie "Asphalt Cowboys" angesehen. Ich war erstaunt, nicht nur wie präzise und ästhetisch das Arbeitsleben der Fahrinnen und Fahrer mit den heutigen technischen Möglichkeiten gefilmt wurde, sondern auch, wie realistisch und sachlich der Beruf mit seinen schönen Momenten und all den Schattenseiten gezeigt wird. Einige der langjährigen Protagonisten haben es mittlerweile zu einer gewissen Bekanntheit in der Szene gebracht – Mike Cohen etwa, bekannt als "Big Mike", war zum Beispiel Gast bei FERNFAHRER am Nürburgring und hat dort die Zuschauer begeistert.

Die beliebte bayerische Kipper-Fahrerin Christina Scheib war sogar auf der IAA in Hannover in der "World of Heroes" im Gespräch mit Rüdiger Kirschstein zu sehen, dem langjährigen Partner von Manfred Krug in der TV-Kultserie "Auf Achse". Ein echtes Highlight am sogenannten IAA-Fahrerwochenende, das FERNFAHRER-Chefredakteur Thomas Rosenberger moderiert hat. Und aus dem Augenwinkel habe ich Tinka, also Katrin Oschmann, mit ihrem weiß-blauen Scania-Hängerzug von der Spedition Höhner, über die ich auch schon berichtet habe, am Stand von Sonax gesehen, wo sie mit ihrer ansteckenden Fröhlichkeit für den Pflegemittelhersteller warb.

Der Gast aus Südtirol – Spezialist für Lkw-Überholverbote

Eins steht fest: Die TV-Zuschauer haben ihre Helden der Straße ins Herz geschlossen. Und deshalb freue ich mich ganz besonders, dass laut Programmvorschau am Donnerstag, 11. Oktober, ab 20:15 Uhr in Folge drei der achten Staffel von "Asphalt Cowboys" nun mit Markus Dissertori aus Tramin bei Bozen ein wirklich weit gereister Fernfahrer zu sehen ist, den ich bereits im FERNFAHRER 5/2016 als Profi im Profil vorgestellt habe. Unter dem Künstlernamen Mark Nielsson betreibt er eine Facebook-Seite mit den schönsten Bildern seiner Touren in die entlegensten Winkel des Kontinents.

Unter diesen Namen schaltet er sich immer dann in Diskussionen auf Facebook ein, wenn es um die Frage geht, ob dauerhafte Überholverbote wie auf seiner Rennstrecke, der A22 in Italien, nicht der tatsächliche Grund für die vielen Stauende-Unfälle auf deutschen Autobahnen sind. "Das gibt es nur in Deutschland in dieser Häufigkeit", sagt der sympathische Fahrer, der vor allem in Frankreich, Italien und Spanien seinen wunderschönen V8-Scania aus der R-Serie mit dem vierachsigen Schwarzmüller-Spezialtieflader für den Transport von Baggern und Baumaschinen noch ausfahren kann.

Ein Dreh mit Hindernissen

Bereits im Frühjahr habe ich Markus in seinem Heimatort Tramin, der auch der Sitz der Spedition EMT ist, getroffen. Schon damals stand fest, dass die Produktionsfirma ihn auf einer Tour begleiten will. Es wurde allerdings erst der 25. Juni als Drehbeginn einer dreitägigen Fahrt, bei der fast alles schief lief, was schieflaufen konnte. Der große Bagger, der als Ladung auserkoren war, konnte kurzfristig nicht gefahren werden. "Wir mussten improvisieren", erzählt Mark. "Das Team brauchte für jeden Drehort auch eine Drehgenehmigung."

Also suchte die Spedition eine Alternative. Das war zunächst eine Ladung mit zehn Papierrollen auf Paletten, für die er seinen Tieflader unter erschwerten Bedingungen bei einem Kunden in der Oberpfalz an die Rampe setzen musste. "So ein Dreh dauert einfach seine Zeit", erklärt Markus. "Erst müssen die Kameras installiert werden und dann musst du alles sehr langsam machen, aber immer noch so, dass es trotzdem natürlich aussieht. Und außer im Gespräch mit der Redakteurin, die während der Fahrt neben mir im Lkw saß, darfst du nie in die Kamera blicken."

Ein emotionaler Moment ganz ohne Drehbuch

"Es war nicht so leicht, mit meinem Zug durch die enge Einfahrt zu kommen. Als ich es geschafft hatte, fuhr in diesem Moment ein anderer Lkw durchs Bild", erzählt Markus. "Also nochmal raus – und wieder rein." Das Papier ging zur Zwischenlagerung zu EMT nach Südtirol, wo Markus immerhin einen halbwegs imposanten Komatsu PC 138 laden konnte, um die Feinheiten des Vierachs-Tiefladers vorzuführen. Ziel diesmal: Hohenlinden kurz vor München. Dort gab es beim örtlichen Komatsu-Vertreter mit der Drehgenehmigung keine Probleme.

"Unterwegs haben sie dann noch meine Pause in meiner Lieblingsraststätte in Österreich, Rosenberger an der A13 gleich hinterm Brenner, gedreht. Dort habe ich durch einen Zufall einen alten Kollegen aus meiner frühen Zeit als Holzfahrer getroffen. Das war wirklich ein emotionaler Moment."

"Das Team war wirklich bemüht, meinen Alltag als Fahrer mit all seinen Facetten zu zeigen", berichtet Markus. Und schließlich gab es noch die imposanten Bilder vom Entladen des Baggers. "Alles wurde so gefilmt, wie es wirklich passiert ist. Nur ein Wort, das in der Serie öfter auftaucht, gibt es bei mir nicht zu hören, und das ist 'Zeitdruck'. Den gibt es bei mir nicht."

Nun freuen sich Markus und ich auf die Ausstrahlung der Folge. "Drei Tage für so eine Tour, die für mich im Grunde Nahverkehr ist, sind schon sehr lang. Mir hat es aber viel Spaß bereitet, dabei sein zu dürfen. Ich würde es jederzeit wieder tun!"

Unsere Experten
Jan Bergrath, Experte für Fahrerthemen Jan Bergrath Journalist
Harry Binhammer, Rechtsanwalt und Fachanwalt für Arbeitsrecht Harry Binhammer Fachanwalt für Arbeitsrecht
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