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Kühne+Nagel führend in Luft- und Seefracht Starkes Jahresergebnis 2021

Foto: Kühne+Nagel

Ein starkes Jahresergebnis präsentiert der Logistikdienstleister Kühne + Nagel für 2021. Der Nettoumsatz stieg um 61 Prozent, das Ebit um 175 Prozent.

Laut CEO Dr. Detlef Trefzger betrug der Nettoumsatz im vergangenen Jahr, umgerechnet auf Euro, 32 Milliarden (plus 61 Prozent), das Ebit (Ergebnis vor Zinsen und Steuern) erreichte 2,8 Milliarden Euro und legte damit um 175 Prozent zu. Ähnliches Wachstum beim Reingewinnn, der sich um 173 Prozent auf 2,1 Milliarden Euro verbesserte, der Cash Flow stieg um 23 Prozent. Und diese alles in einem nicht eben leichten Umfeld – im Rahmen einer weltweiten Pandemie und globalen Lieferkettenproblemen.

Weltweit führende Position in der See- und Luftfracht

Demnach habe Kühne+Nagel in den vergangenen zwölf Monaten seine weltweit führende Position in der See- und Luftfracht ausbauen können, sagte der CEO bei der digitalen Bilanzpressekonferenz, nicht zuletzt auch durch die Übernahme des chinesischen Logistikers Apex Logistics. Laut Trefzger haben aber allen Segmenten von der weiterhin hohen Nachfrage nach Transportdienstleistungen profitiert.

Wachstumstreiber für den Konzern mit Sitz im schweizerischen Schindellegi waren demnach die Bereiche Healthcare und E-Commerce, aber auch vom weiterhin hohen privaten Konsumverhalten habe Kühne+Nagel profitiert. Demnach hat Kühne+Nagel etwa für alle großen Hersteller, aber auch für Länder und NGOs, die Impfstofflogistik übernommen und 2021 rund 1,2 Milliarden Impfdosen in 90 Länder ausgeliefert. Im Bereich E-Commerce hat der Dienstleister laut seinem Vorstandsvorsitzenden 210 Millionen E-Commerce-Bestellungen abgewickelt und betreibt inzwischen weltweit insgesamt 1,1 Millionen Quadratmeter E-Commerce-Lagerfläche.

Verspätungen und Engpässe in der Seefracht

Bei der Betrachtung der einzelnen Geschäftsbereiche lag auch 2021 die Seefracht an erster Stelle, mit einem Umsatzanteil am Gesamtumsatz von 13,4 Milliarden Euro und einem Ebit von 1,49 Milliarden, plus 262 Prozent. Neben den Verspätungen im globalen Seeverkehr machte auch der Containermangel den Mitarbeitern das Leben schwer und führte laut Trefzger zu einem ausgesprochen hohen Bearbeitungsaufwand. Das Containervolumen der Schweizer lag im Gesamtjahr 2021 mit 4,6 Millionen TEU rund zwei Prozent über dem Vorjahr.

In der Luftfracht machte sich laut Trefzger ebenfalls eine hohe Nachfrage verbunden mit nicht ausreichenden Kapazitäten bemerkbar - der Umsatz lag bei 10,60 Milliarden Euro, das Ebit verbesserte sich um 131 Prozent auf 1,14 Milliarden Euro. Das Luftfrachtvolumen lag im Gesamtjahr 2021 mit 2,2 Millionen Tonnen um 55% Prozent über dem Vorjahr, wobei ungefähr die Hälfte des Wachstums Apex Logistics beitrug.

Erfreuliche Zahlen gab es auch im Landverkehrsbereich von Kühne+Nagel, der vor allem in Amerika und Europa stattfindet. Hier betrug der Umsatz 3.61 Milliarden, das Ebit stieg um 52 Prozent auf 92 Millionen Euro. Laut Trefzger trug in dem Geschäftsbereich die digitale Buchungsplattform eTrucknow zum guten Ergebnis bei, die von den Kunden gut angenommen werde, ebenwo wie die für den Brexit entwickelte digitale Verzollungsplattform.

Die Geschäftsleitung in Schindellegi ist auch mit dem Bereich Kontraktlogistik zufrieden: Hier sank der Umsatz zwar auf 4,50 Milliarden Euro, dies beinhaltete aber negative Einmaleffekte aus der Veräußerung von Kontraktlogistikaktivitäten in Großbritannien nach dem Brexit. Das Ergebnis der Sparte belief sich auf 152 Millionen Euro (plus 95 Prozent). Laut Trefzger werde im Bereich Kontraktlogistik insbesondere das Angebot für Pharma und E-Commerce-Fulfilment ausgebaut - mittlerweile gebe es 100 Distributionszentren mit Fokus auf den Pharma- und Gesundheitssektor sowie 175 auf E-Commerce-Fulfilment spezialisierte Standorte

Aktivitäten in Russland und der Ukraine gestoppt

Das Statement war Kühne + Nagel-CEO Dr. Detlef Trefzger wichtig: Noch vor Verkündigung des positiven Jahresabschlusses gab er eine Stellungnahme des internationalen Logistikdienstleisters zu den „Kriegshandlungen Russlands in der Ukraine“ ab.

Diese hätten alle erschüttert, sagte Trefzger, in Gedanken seien die Mitarbeiter von Kühne + Nagel (KN) bei ihren Kollegen, deren Familien und allen Betroffenen in der Ukraine. „Wir beschäftigen Mitarbeiter aus sehr vielen Nationen und fördern diese Vielfalt auch aktiv.“

Hilfe für Mitarbeiter, die es über die Grenze schaffen

Angesprochen auf die aktuelle Situation in der Ukraine, gab Trefzger bekannt, dass Kühne + Nagel bereits alle Aktivitäten in Russland und der Ukraine gestoppt habe. Als Logistiker biete man aber Hilfestellungen für bestimmte Organisationen an, wenn es etwa darum gehe, Hilfsmittel an die Grenze bringen. „Alle umliegenden Landesorganisationen wie Polen, die Slowakei, Ungarn und Rumänien helfen den betroffenen Mitarbeitern aus der Ukraine weiter, die es über die Grenze schaffen“, sagte Trefzger.

Laut dem CEO sind in den Landesorganisationen Russland und Ukraine weniger als zwei Prozent der insgesamt 78.000 KN-Mitarbeiter angestellt, die Wichtigkeit beider Länder liege aber in Form des Netzwerks vor.


Für Aussagen zu den makroökonomischen Auswirkungen ist es laut Trefzger noch zu früh, unter anderem hänge dies von der Frage ab, ob und wie trotz der Krise der Konsum weitergehen werde. Abzusehen seien auch weiter steigende Energiepreise, vielleicht sogar eine Geldinflation.

Umwege von Europa nach Asien verteuern Luftfracht

Ziemlich sicher ist er sich aber bei den Auswirkungen auf die internationalen Logistik: Zum jetzigen Zeitpunkt seien durch den Konflikt auf den Flugrouten zwischen Asien und Europa erhebliche Umwege zu erwarten. Durch die Sperrung des Luftraums müssten Frachtflugverbindungen anders gestaltet werden, die Flugzeuge etwa deutlich mehr in Richtung Süden fliegen, um dann wieder Kurs nach Norden etwa auf Japan und China zu nehmen. Dies bedeute mehr Flugzeit, längere Umlaufzeiten und einen größeren Aufwand, was auch das Kapazitätsangebot betreffen dürfte. Dies werde sich auch deutlich auf die Preise niederschlagen.

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