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Kravag zieht Bilanz

Corona trübt Geschäfte ein

Kravag Foto: Kravag

Corona stellt die Kravag-Versicherungen vor einige Herausforderungen. Dies erklärte der Chef der Kravag-Gesellschaften, Edgar Martin, bei der virtuellen Delegiertenversammlung.

Das Jahr 2020 fing zunächst gut an für die Kravag-Versicherungen. So verzeichnete die Kravag-Logistic Versicherungs-AG Im Januar und Februar die einen Anstieg der Bruttobeiträge um 8,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

Corona-bedingt ging die Zahl der versicherten Fahrzeuge im Bestand der Kravag-Logistic von 692.000 im Dezember 2019 auf 673.000 im Mai 2020 zurück. Die Bruttobeiträge sanken entsprechend auf 467 Millionen Euro. Die endgültigen Auswirkungen der Krise seien Mitte des Jahres noch immer schwer abschätzbar, so Martin.

Viele Flottenkunden wurden durch die Corona-Maßnahmen hart getroffen. Hier ist die Kravag den Kunden entgegengekommen, indem sie ihnen für Fahrzeuge eine beitragsfreie Ruheversicherung ohne amtliche Stilllegung bei der Zulassungsstelle ermöglicht hat. Denn vielerorts waren die Behörden für den Zeitraum des Lockdowns nicht oder nur eingeschränkt erreichbar. Um den Warenfluss in der Krise zu gewährleisten, hat Kravag die Kunden zudem dabei unterstützt, Lkw und Zugmaschinen, die bisher nur für den Werkverkehr im Einsatz waren, auch für den Güterverkehr nutzen zu können, etwa für dringend benötigte Lebensmitteltransporte.

Liquidität der Kunden im Blick

In einer Krisensituation bleiben oftmals Zahlungseingänge aus. Kravag weist darauf hin, dass die hauseigene Forderungsausfallversicherung der hier Absicherung biete. Um auf die Pandemie zu reagieren, hat Kravag auch die bestehende Warenkreditversicherung (WKV) angepasst. So können Forderungsausfälle, die auf Corona zurückgehen, entschädigt werden.

Die digitalen Angebote der Kravag-Logistic sollen Transport- und Logistikunternehmen in Zeiten der Kontaktbeschränkung und Homeoffice zusätzlich unter die Arme greifen. Demnach sollen das Kundenportal Kravag-online sowie die Logistikplattform Wedolo von Kravag, SVG und dem Bundesverband Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL) den Kunden mit zahlreichen digitalen Services ihr tägliches Geschäft erleichtern.

Eine weitere Erleichterung bei der Transportabwicklung hat die Kravag nach eigenen Angaben bei der Übergabe versicherter Waren ermöglicht. Um das Risiko einer Ansteckung aller am Transport Beteiligten zu reduzieren, können Transportgüter ohne direkten menschlichen Kontakt übernommen oder übergeben werden. Statt der vertragsgemäßen schriftlichen Schnittstellendokumentation genügt während der Zeit der Kontaktbeschränkungen die Dokumentation der Übergabe durch andere Maßnahmen, wie zum Beispiel aussagekräftige Fotos oder die Benennung von Zeugen.

Verantwortung für Lkw-Fahrer

In der Krise stehen Lkw-Fahrer immer wieder vor geschlossenen Raststätten, Dusch- und WC-Anlagen. Um die Fahrer zu unterstützen, hat das Unternehmen die Services der Kravag Truck Parking App kurzfristig ausgebaut. In der App finden Trucker nun auch das Angebot von „SaniStop“ – einer Aktion von DocStop, dem BGL sowie den SVG, die die kostenfreie Nutzung von Duschen und Toiletten bei Verladern und Spediteuren ermöglicht.

Als Unterstützer der Brancheninitiative #LogistikHilft, einer Initiative des Bundesverkehrsministeriums, hilft Kravag darüber hinaus dabei, neue sanitäre Einrichtungen für Fahrpersonal in Form von Dusch- und WC-Containern aufzustellen. Zudem werden Lkw-Fahrer mit Schutzausrüstung wie Masken und Desinfektionsmitteln versorgt. „Wir sind uns als Versicherer der Transportbranche unserer Verantwortung bewusst und haben in der Krise schnell reagiert, um das Gewerbe bestmöglich zu unterstützen“, erklärte Martin.

Kravag-Logistic auf Wachstumskurs

Die Kravag-Logistic konnte 2019 ihre Marktführerschaft als Versicherer des Transport- und Logistikgewerbes ausbauen. Mit gebuchten Bruttobeiträgen in Höhe von 944 Millionen Euro (2018: 894 Millionen Euro) betrug das Wachstum 5,6 Prozent. Der Bestand der versicherten Fahrzeuge stieg 2019 um 28.000 auf 692.000 zum Jahresende. Die Kraftfahrtversicherung blieb somit mit 80,9 Prozent der gesamten Beiträge unverändert der beitragsstärkste Versicherungszweig der Kravag-Logistic. Auch in der Transportversicherung, dem zweitgrößten Zweig des Spezialversicherers, wurde ein erneuter Anstieg der gebuchten Bruttobeiträge um 8,0 Prozent verzeichnet.

Die Bruttoaufwendungen für Versicherungsfälle stiegen 2019 auf 778 Millionen Euro, die bilanzielle Schadenquote stieg leicht auf 82,6 Prozent, blieb damit jedoch noch unter Plan. Ebenfalls unter Plan blieb die Schaden-Kosten-Quote (Combined Ratio), die auf 98,4 Prozent anstieg. Im Vergleich zum Vorjahr konnte die Kravag-Logistic den Jahresüberschuss deutlich steigern, und zwar von 13,7 Millionen Euro in 2018 auf 19,1 Millionen Euro im Jahr 2019. Dies resultierte vor allem aus einem rückläufigen Steueraufwand, verursacht unter anderem durch Steuererstattungen im Zusammenhang mit abgeschlossenen Betriebsprüfungen.

Kravag-Allgemeine: Zusammenarbeit mit Maklern

Mit 520 Millionen Euro konnte auch die Kravag-Allgemeine ihre Bruttobeiträge im Jahr 2019 weiter steigern und erreichte somit ein Wachstum von 2,8 Prozent (2018: 506 Millionen Euro). Die Zahl der versicherten Fahrzeuge erreichte zum Abschluss des Jahres 2019 einen neuen Höchststand mit insgesamt 1,063 Millionen Fahrzeugen. Das waren 54.000 mehr als Ende 2018. „Wichtiger Erfolgsfaktor ist und bleibt unsere ausgezeichnete Zusammenarbeit mit den Maklern und Mehrfachagenten, mit denen wir unsere Kunden bestmöglich erreichen“, betonte Martin.

Die Bruttoaufwendungen für Versicherungsfälle stieg ebenfalls von 411 Millionen Euro im Vorjahr auf 426 Millionen Euro in 2019, die Bruttokostenquote der Kravag-Allgemeine lag mit 15,4 Prozent unter dem Vorjahreswert (2018: 15,6 Prozent). Die bilanzielle Schadenquote erreichte mit 81,8 Prozent Planniveau, die Combined Ratio stieg von 96,6 Prozent im Jahr 2018 leicht an auf 97,2 Prozent. Sie blieb damit unter Plan. Auf Grundlage des erneuten Wachstums der Kravag-Allgemeine konnte auch der Jahresüberschuss erhöht werden und betrug 2019 13,3 Millionen Euro. Dies entspricht einer Steigerung um 9,9 Prozent.

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