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KEP-Studie 2022 4,5 Milliarden KEP-Sendungen unterwegs

Foto: Adam Drobiec

Die KEP-Studie 2022 des Bundesverbands Paket und Expresslogistik (BIEK) zeigt ein ungebremstes Wachstum der Paketsendungen, vor allem im Privatkundengeschäft.

Einen neuen Rekord vermeldet die KEP-Studie des Bundesverbands Paket und Expresslogistik (BIEK) für das Jahr 2021: Das Sendungsvolumen legte demnach um 460 Millionen Sendungen und 11,2 Prozent auf insgesamt 4,51 Milliarden Sendungen zu. Pro Tag stellten die KEP-Unternehmen demnach 15 Millionen Sendungen an 9 Millionen Empfänger - gewerblich und privat - zu.

„Selten wurde so klar wie in den vergangenen Jahren, dass auf die Paketdienste Verlass ist, wenn es darauf ankommt. In der Pandemie halten sie den Alltag der Menschen und die Wirtschaft am Laufen. Die Unwägbarkeiten durch den Brexit meistert die Branche nach wie vor souverän und flexibel", sagt BIEK-Vorsitzender Marten Bosselmann bei der Vorstellung der Studie, die seit 2004 jährlich erscheint und im Auftrag des BIEK von dem Beratungsunternehmen KE-CONSULT Kurte&Esser erstellt wird.

Pandemie-Folgen beeinflussen Sendungsentwicklung

Vor allem in den ersten Monaten des Jahres 2021 hätten sich die politischen Corona-Maßnahmen sowie die öffentlichen und wirtschaftlichen Einschränkungen direkt auf das KEP-Sendungsvolumen ausgewirkt; die Paketdienste "leisteten insbesondere in den ersten Monaten 2021 einen grundlegenden Beitrag zur Aufrechterhaltung der Versorgung der Bevölkerung".

Lockdown lässt Sendungszahlen steigen

Laut der Erhebung ist nach 2020 auch im vergangenen Jahr das Sendungswachstum zwar erneut zweistellig gewesen, schwankte aber im Jahresverlauf: Im ersten Halbjahr stiegen die Sendungsmengen demnach um knapp 20 Prozent, verursacht durch den Pandemie-Lockdown, der bis in das zweite Quartal andauerte. Im zweiten Halbjahr nahmen die Sendungszahlen dann im Vergleich zum Vorjahr nur noch um 3,8 Prozent zu.

"Zu berücksichtigen ist, dass sich das Wachstum aus dem Vergleich mit dem Sendungsvolumen der Monate des Vorjahres, also 2020, ergibt. In den ersten drei Monaten dieses Vergleichsjahres waren noch keine Auswirkungen der Pandemie und damit kein sprunghafter Anstieg des Sendungsvolumens zu verzeichnen. Insofern entfällt dieser statistische Basiseffekt im weiteren Verlauf des Jahres 2021. Die Veränderungsraten ab dem zweiten Quartal 2021 beruhen auf dem Vergleich mit 2020 unter Corona-Bedingungen. Sie fallen daher niedriger aus," heißt es in der Studie.

Foto: Frank Nürnberger
Von links: Dr. Klaus Esser, Autor der KEP-Studie 2022, BIEK-Vorsitzender Marten Bosselmann und Elena Marcus-Engelhardt, Leiterin Kommunikation und Politik beim BIEK.

B2C nimmt weiter zu, B2B erholt sich

Laut der Studie gaben erneut die B2C-Sendungen mit einem Wachstum von 16,6 Prozent dem gesamten KEP-Sendungswachstum Auftrieb. Ursache sei der dynamisch wachsende Online-Handel, der auch 2021 durch Corona einen weiteren Schub erhielt.

Laut dem BIEK war im vergangenen Jahr aber auch bei den B2B-Sendungen ein deutlicher Erholungs- beziehungsweise Aufholeffekt zu beobachten: Waren die Sendungsmengen 2020 mit einem Minus von 1,5 Prozent noch rückläufig, legte das Sendungsvolumen 2021 wieder um 5,7 Prozent im Vergleich zu 2020 zu.

Lieferkettenprobleme schwächen B2B-Geschäft

Allerdings habe sich der Erholungstrend im Verlauf des Jahres 2021 wegen der Lieferkettenprobleme abgeschwächt, der Mangel an Halbleitern und damit verbundene Produktionseinschränkungen in für den KEP-Bereich wichtigen Kundensegmenten Fahrzeug- oder Maschinenbau habe sich hier bemerkbar gemacht.

Königsklasse Paketlogistik

Dennoch bleibt das Privatkundensegment eindeutig Wachstumstreiber der KEP-Branche, und damit verschieben sich auch die Marktanteile im KEP-Segment zwischen Paketsendungen und Express- und Kuriersendungen. Im Gesamtmarkt machen Paketsendungen der Studie zufolge mehr als 85 Prozent aus, der Anteil der Express- und Kuriersendungen beträgt, trotz steigender Sendungsvolumen, nurmehr 14,3 Prozent. Wobei laut der Studie inzwischen viele Expresssendungen heute im Vergleich zu früher eher als Pakete verschickt werden - dies sei der hohen Leistungs- und Servicequalität bei den Paketsendungen geschuldet.

Dennoch: Vor zehn Jahren lag der Anteil noch bei rund 18 Prozent; im selben Zeitraum stiegen also die Paketanteile um rund 4,5 Prozent.

2021 erwirtschafteten die Unternehmen der KEP-Branche einen Gesamtumsatz von 26,9 Milliarden Euro, 14,3 Prozent mehr als im Vorjahr. Laut dem BIEK waren allein bei den Paketdienstleistern 266.000 Menschen beschäftigt, 10.800 mehr als im Jahr davor.

Prognose für 2022 nicht möglich

Geht das Wachstum so weiter? Die Autoren der Studie sehen bis 2026 zumindest kein zweistelliges jährliches Wachstum beim Sendungsvolumen, sondern rechnen eher mit einem voraussichtlichen durchschnittlichen Wachstum von 4,7 Prozent auf 5,7 Milliarden Sendungen.

Für 2022 können die Experten jedoch aktuell keine Prognose abgeben; die derzeitigen Trends und Veränderungen auf den Märkten, wie Ukraine-Krieg, Lockdown in China, Preissteigerungsraten, höhere Energiekosten, hätten aktuell einen Nachfrageschock ausgelöst, so dass eine verlässliche Prognose 2022 nicht möglich sei.

"Wir sind sprachlos angesichts des Kriegs, der mitten in Europa entbrannt ist. Das menschliche Leid in der Ukraine macht uns alle sehr betroffen, und was dort geschieht, stellt auch die KEP-Branche in Deutschland vor Unsicherheiten in einem ungeahnten Ausmaß. Gemeinsam mit weiteren Unsicherheitsfaktoren erschwert dies Prognosen für die Marktentwicklung in den kommenden Jahren ungemein", so BIEK-Vorsitzender Marten Bosselmann. "Eins ist aber trotzdem sicher: Auch künftig werden sich die KEP-Dienste als Fels in der Brandung bei der Versorgung der Bevölkerung behaupten, selbst wenn dies mit ungeahnten Herausforderungen verbunden sein wird“.

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