Ersatzteil-Offensive

BPW auf der Automechanika

Foto: BPW Bergische Achsen

BPW Bergische Achsen erweitert im Vorfeld der Automechanika und der IAA Nutzfahrzeuge ihr Ersatzteilangebot mit neuen Produkten und einem Ersatzteilcontainer, der individuell bestückt werden kann.

Neben der Automechanika 2018 wirft auch die IAA Nutzfahrzeuge in Hannover ihre Schatten voraus. Entsprechend wartet BPW Bergische Achsen nicht nur mit Neuheiten rund um Nutzfahrzeugachsen und Telematiklösungen aus dem Hause Idem auf. Bei der Vorpressekonferenz zur großen Nutzfahrzeug-Weltleitmesse zeigte der Vollsortimenter auch Neuheiten für das Ersatzteilgeschäft.

Eines der Nachmarkt-Highlights am BPW-Messestand ist ein mobiles Ersatzteillager auf Basis eines 40-Fuß-Containers mit vollautomatischer Abrechnung und Nachbestellung. Die BPW Aftermarket Group hat diese Lösung bereits in Skandinavien eingeführt und zum Patent angemeldet. Ralf Maurer, Geschäftsführer der BPW Aftermarket Group Deutschland, sieht aber auch Anwendungsmöglichkeiten für den deutschen Markt: „Der Arbeitsalltag unserer Kunden wird mit dem Ersatzteilcontainer viel einfacher. Die Technik im Container und die Datenverarbeitungssysteme haben sich in Finnland bereits mehrere Jahre bewährt“, erklärt Maurer.

Der Ersatzteilcontainer ist mit Regalen, Klimaanlage, Videoüberwachung sowie digitalen Funk- und Sicherungssystemen ausgerüstet. Die Zusammensetzung des kundenindividuell und gemeinsam mit der Werkstatt vordefinierten Sortiments umfasst 1.300 bis 2.000 Ersatzteile. Die Türen des Ersatzteilcontainers sind mit einer Zugangskarte gesichert. Jedes Ersatzteil ist mit einem RFID-Funketikett versehen. Bei Entnahme eines Ersatzteils erfolgen Abrechnungen, Nachbestellung und Wiederbestückung automatisch.

Um eine ebenfalls digitale Lösung für die Ersatzteilbeschaffung handelt es sich bei den künftig verfügbaren QR-Code-­Stickern namens QR.vin, die durch die Werkstatt angebracht werden können und den Zugang zu den fahrzeugspezifischen Ersatzteilen ermöglichen. Gekoppelt mit einer eigens dafür entwickelten App sollen BPW-Kunden künftig über Smart­phones oder Tablets Verschleißteile direkt anfordern können. Nach dem Scan des QR-Codes zeige die Fahrzeugakte des BPW-Webshops sofort Ersatzteilfavoriten, Bestellhistorien inklusive Preisen, Lieferzeit und mögliche Alternativteile. Die Bestellung erfolge anschließend mit wenigen Klicks gleich über die mobile Web-App. Die Ware selbst komme anschließend mit der nächsten Tour, sei aber je nach Region schon in zwei Stunden am Fahrzeug. Die Lösung ist sowohl für Neufahrzeuge als auch für den kompletten Fuhrparkbestand relevant.

Angebracht werden kann der neue QR-Code-Sticker auch an der ebenfalls neuen Trailerleuchte Ermax, die im Gegensatz zu herkömmlichen Leuchtkörpern nun aus Polycarbonat besteht. Vorteil des Materials: Es ist laut Hersteller 17-mal bruchsicherer als Acryl oder der Kunststoff ABS und kann laut BPW mechanischen Dauerstress durch Vibrationen, Schlagloch-Fahrten und Parkrempler deutlich besser wegstecken. Das bewies der Bruchtest auf dem BPW-Werksgelände in Wiehl: Mehrere kräftige Gummihammerschläge steckte die Ermax-Leuchte locker weg. Verkaufsargument für das teure Verschleißteil sind die Total Costs of Ownership, denn die Leuchte soll sich vor allem über die Haltedauer des Trailers rechnen.

Eine Argumentation, die auch für die neue Trailerscheibenbremse Eco Disc TS2 von BPW sprechen soll. Diese arbeitet laut Hersteller mit einer Einstempeltechnologie und verfügt über eine neue Anordnung der Zuspanneinheit. Dazu gehört ein versetzter Stempel. Somit herrsche ein optimales Gleichgewicht der Kräfte und Momente am Belag. Eine verstärkte Belagrückenplatte sorge zusätzlich für eine homogene Druckverteilung zwischen Belag und Scheibe, was einen gleichmäßigen Verschleiß der Beläge und damit eine längere Nutzungsdauer gewährleisten soll.

Ist die neue Scheibenbremse dennoch verschlissen, kann sie laut BPW getauscht werden, ohne dass im Vorfeld zunächst der Bremssattel entfernt werden muss. Zudem konnte laut Hersteller durch die neue Konstruktion die Anzahl der Bauteile reduziert werden. „Da wir die wichtigsten Funktionen in wenige, aber innovative Bauteile integrieren, werden die Schnittstellen weiter reduziert, wodurch die Robustheit des Gesamtsystems weiter gesteigert wird“, erklärt Bernhard Rossenbach, Leiter Produktmanagement bei BPW. Zusätzlich sorge die Reduzierung der Bauteile für ein geringeres Gewicht der Bremse. Immerhin zwei Kilogramm soll die Maßnahme eingespart haben.

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Jan Bergrath, Experte für Fahrerthemen Jan Bergrath Journalist
Harry Binhammer, Rechtsanwalt und Fachanwalt für Arbeitsrecht Harry Binhammer Fachanwalt für Arbeitsrecht
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