ATT Truckbay

Grubeneinbau ist Maßarbeit

Foto: Carsten Lange 13 Bilder

Beim Einbau zweier Fertiggruben in die neue ­Werkstatthalle von Reuther Straßenreinigung kam es auf Zentimeterarbeit an.

Die 40 Mitarbeiter von Reuther Straßenreinigung sind in vielen Bereichen im Einsatz: im Straßenbau, auf Baustellen, Betriebsgeländen und Flughäfen sowie in Kommunen. Mit Kehr- und Reinigungsfahrzeugen entfernen sie Fräsgut, verbessern die Griffigkeit von Belägen, beseitigen Fahrbahnmarkierungen und Ölspuren oder reinigen Straßen. Anspruchsvolle Tätigkeiten, die spezielle Fahrzeuge erfordern und auch an den Service hohe Anforderungen stellen. Den übernimmt Reuther selbst.

Truckbay lässt sich an Erfordernisse der Werkstatt anpassen

Derzeit errichtet das Familienunternehmen im Pleidelsheimer Gewerbegebiet eine Werkstatthalle, in der die 36 eigenen Fahrzeuge untergebracht und gewartet werden. Für Arbeiten an den Fahrzeugen sind zwei Fertiggruben vorgesehen: die eine 12 Meter lang, die andere 16 Meter. Es handelt sich jeweils um das Modell Truckbay von ATT Nussbaum. Truckbay ist eine vorgefertigte Werkstattgrube für Fahrzeuge von bis zu 60 Tonnen, die sich an die Erfordernisse der Werkstatt anpassen lässt. So kann die Fertiggrube auch mit Prüftechnik für die ­periodische Fahrzeugüberwachung versehen werden. Zur Standardausstattung wiederum gehören eine staubdichte und strahlwassergeschützte Beleuchtung, Leitungen für Druckluft, eine Elektroinstallation, eine Entwässerungsanlage und zwei Treppen. Der Korrosionsschutz der Truckbay wird mit einer Tankbeschichtung gewährleistet. Sie schützt vor Ölen, Fetten und Säuren. Der Bodenbelag besteht aus Gitterrostelementen. Dank der selbsttragenden Konstruktion entfallen aufwendige Einschalungsarbeiten. Doch auch wenn die Grube vorgefertigt ist, wartet noch Arbeit auf die Monteure. Und die hat es in sich. An der Werkstatthalle von Reuther in der Zeppelinstraße 17 gibt es noch einiges zu tun. Im Inneren fehlt noch der Belag für den Hallenboden. An mehreren Stellen türmen sich Erd- und Schutthaufen. Außerdem ist die Halle noch eingerüstet, die Tore sind ebenfalls noch nicht installiert.

ATT-Team begleitet Einbau

Dort, wo die beiden Truckbays ihren Platz finden sollen, klaffen zwei gewaltige rechteckige Ausschachtungen im Hallenboden. Das Team von ATT fährt um 7.30 Uhr vor. Es besteht aus Key-Account-Managerin Tchmeena Weinbrecht und Vertriebsleiter Thomas Hatt sowie den ­Monteuren Michail Lubahn und seinem Sohn Christoph Lubahn. Betriebswirtin ­Tchmeena Weinbrecht leitet die Einbauarbeiten, es ist ihr erster Einsatz als ­Verantwortliche. Auch zwei Kranführer der Firma Wiesbauer gehören zum Montageteam. Andreas Lehmann steuert einen Gelände-Hy­draulikkran, einen 70-Tonner, und Valery Schneider einen Citykran, einen 50-Tonner. Beide Fahrzeuge werden für den Einbau benötigt. In der Regel ist aber nur ein Kran im Einsatz. Dann fährt der Schwertransporter mit der Fertiggrube durch das Hallentor, im Inneren hebt ein Kran die Fertiggrube vom Fahrzeug und hievt sie in die Ausschachtung. Dieses Vorgehen ist bei Reuther jedoch nicht möglich. Die Zufahrten sind zu eng, der Schwertransporter kann nicht in die Halle fahren. Deshalb hat das Team von ATT zusammen mit der Kranfirma einen anderen Plan entwickelt: Der Citykran postiert sich außen, hebt die Truckbay vom Transporter, schwenkt sie um fast 90 Grad und bugsiert sie zusammen mit dem Gelände-Hydraulikkran in die Halle.

"Ich vertraue meinen Monteuren."

Im Inneren übernimmt der zweite Kran die Grube, hebt sie an und setzt sie in die Ausschachtung. Inzwischen ist der Schwertransporter mit der 16 Meter langen Truckbay eingetroffen. Die Monteure Michail Lubahn und Christoph Lubahn bringen die Stützen der Grube in Position. Unterdessen rangiert im Inneren der Halle Kranführer ­Andreas Lehmann mit seinem 70-Tonner, um die beste Stelle für die spätere Übernahme der Truckbay zu finden. Anschließend fährt der Schwertransporter mit der Grube schräg versetzt und rückwärts neben das Hallentor. Kranführer Valery Schneider stellt seinen Citykran zwischen Transporter und Hallentor ab und bringt Stahlketten an der Truckbay an. Rund um die Fahrzeuge postieren sich das Team von ATT, die Kranführer und der Architekt der Halle, Peter Schuster, um die letzten Details für die entscheidende Phase, das Reinbugsieren der Wanne in die Halle, zu besprechen. Klar ist allen: Aufgrund der beengten Verhältnisse ist das keine einfache Aufgabe. Es kommt auf Zentimeter an. Ein besonderes Problem ist das Gerüst, das in das Tor ragt und es verengt. „Bei der Vorbesprechung vor drei Wochen war davon keine Rede“, sagt Weinbrecht. So schwierig und aufwendig wie in diesem Fall sei das Einbringen einer Truckbay in die Halle selten. Dennoch ist sie zuversichtlich. „Ich vertraue meinen Monteuren, wir arbeiten Hand in Hand.“ Michail Lubahn und Christoph Lubahn haben jahrelange Erfahrung im Einbau der Fertiggruben.

Autokrane im Präzisionseinsatz

Kranführer Lehmann beurteilt die Anforderung als „durchaus interessant“. Dann hebt sein Kollege Valery Schneider die Truckbay langsam an und dreht sie ebenso langsam, sodass die acht Tonnen schwere Grube längs durch das Tor passt. Mit Seilen, die an den Seiten der Truckbay angebracht sind, richten die Monteure die Grube genau aus. Weiterhin langsam schiebt der Kranführer die schwebende Truckbay in das Tor. Als die Wanne zur Hälfte in der Halle ist, setzt Schneider sie auf Holzbalken ab. Nun kommt Kranführer Andreas Lehmann ins Spiel, der in der Halle in seinem Fahrerhaus gewartet hat. Er befestigt an der Wanne Lastenschlupfe und Stahlketten. Beide Krane, der 70-Tonner im Inneren der Halle, der 50-Tonner von außen, heben nun gleichzeitig die Truckbay an und schieben sie Zentimeter für Zentimeter fast vollständig in die Halle. Ein kleines Stück ragt noch nach außen, aber nun kann Lehmann die weiteren Arbeiten allein übernehmen. Diskutiert und entschieden werden muss noch, ob die fünf Meter langen Stahlketten die richtigen sind oder doch eher die sechs Meter langen. Eine falsche Entscheidung kann dazu führen, dass die Stahlkonstruktion der Truckbay zu stark belastet wird. Im Vergleich zu den vorherigen Arbeiten geht es nun zügig voran.

Erster Einbau einer Fertiggrube ist erfolgreich verlaufen

Wenig später schwebt die Truckbay über der vorgesehenen Fundamentplatte. „Dreh rein, passt!“, ruft Michail Lubahn dem Kranführer zu. Lehmann senkt die Fertiggrube ab, die Monteure von ATT dirigieren sie mittels der Seile in die gewünschte Position. Nun werden vom Installationsteam noch Elektrik, Druckluft und Hydraulik angeschlossen, und die Grube ist betriebsbereit. Das Einsetzen der 16 Meter langen Truckbay hat drei Stunden gedauert. Tchmeena Weinbrecht ist erleichtert und lobt ihr Montageteam und die Kranführer: „Das sind die wahren Helden.“ Der erste Einbau einer Fertiggrube unter ihrer Leitung ist erfolgreich verlaufen. Auch das Einsetzen der zwölf Meter langen Truckbay klappt reibungslos. Dafür hat das Team sehr viel weniger Zeit gebraucht. Ebenfalls zufrieden ist Lars Reuther. Zusammen mit seinen Geschwistern Stephanie Hirt und Marcel Reuther arbeitet er in dem Unternehmen, das seine Eltern Christina und Ulrich Reuther gegründet haben. Lars Reuther hat den Neubau von Anfang an begleitet. Und der Service am Reuther-Fuhrpark kann auch bald beginnen.

Unsere Experten
Jan Bergrath, Experte für Fahrerthemen Jan Bergrath Journalist
Harry Binhammer, Rechtsanwalt und Fachanwalt für Arbeitsrecht Harry Binhammer Fachanwalt für Arbeitsrecht
Who is Who
Who is Who Nutzfahrzeuge 2019 WHO IS WHO Nutzfahrzeuge

Alle Hersteller, Zulieferer und Dienstleister für Nutzfahrzeugflotten.