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Alarmierende Umfrage unter VVWL-Mitgliedern

Spediteure fürchten digitale Konkurrenz

Digitalisierung in der Logistik Foto: Fotolia/chombosan

Ein Großteil der Logistiker hält mit der digitalen Entwicklung nicht Schritt. Das zeigt eine Befragung der Agentur Herzig unter VVWL-Mitgliedern.

23.10.2017 Carsten Nallinger

Die Kölner Agentur Herzig Marketing Kommunikation hat zusammen mit dem Verband Verkehrswirtschaft und Logistik Nordrhein-Westfalen (VVWL) im September rund 1.900 VVWL-Mitgliedsunternehmen befragt. Im Fokus stand der digitale Wandel. Die Ergebnisse sind alarmierend: Mehr als zwei Dritteln der Spediteure gaben an, dass es vor allem an Zeit und Sachkompetenz mangele, um IT, Prozesse und Vertrieb für die Zukunft fit zu machen.

"Die Unternehmen müssen aufpassen, dass sie nicht den Anschluss verlieren", sagt Marcus Hover, stellvertretender VVWL-Hauptgeschäftsführer. Fast wöchentlich starte eine Online-Spedition, eine virtuelle Frachtenbörse oder ein neues Preis- oder Buchungsportal, erklärt er. "Aktuell gibt es etwa 180 dieser digitalen Anbieter im Transportmarkt", berichtet Hover. Das beweise, dass die Digitalisierung zahlreiche Anknüpfungspunkte für neue Geschäftsmodelle und Dienstleistungen in der Logistik eröffne.

Der Druck auf klassische Spediteure nimmt zu

"Vernetzung, Echtzeitverarbeitung von Massendaten sowie innovative Algorithmen ebnen den Weg zu neuen Logistik-Services – erhöhen zugleich aber auch den Druck auf klassische Spediteure", erläutert Heike Herzig, Geschäftsführerin der Agentur Herzig, die sich auf Logistikmarketing spezialisiert hat. Die aktuelle Umfrage untermauert diese Einschätzung: Knapp 60 Prozent der befragten Spediteure gaben darin an, sich bereits mit Thema "Digitale Konkurrenz" beschäftigt zu haben. Dass Verlader zukünftig mehr Aufträge über Online-Portale mit Echtzeitpreisen abwickeln werden, glauben sogar fast 80 Prozent. Mehr als die Hälfte (56 Prozent) sieht darin eine Bedrohung für klassische Spediteure.

44 Prozent fürchten die Online-Konkurrenz hingegen nicht. Sie gaben in Einzelbefragungen an, dass sie sich durch Spezialisierung gegen neue Wettbewerber schützen wollen. "Einige Spediteure prognostizieren zudem, dass Online-Modelle an komplexen Anforderungen und Kundenwünschen scheitern werden", berichtet Herzig.
Trotzdem empfindet die Mehrheit der Transportdienstleister laut Studie die Situation als ernst. Vor allem, weil es ihnen zunehmend schwerer fällt, bei der Vielzahl von Portalen und deren rasanter Entwicklung den Überblick zu behalten. Auch die Identifikation passender Online-Partner stellt Spediteure vor Herausforderungen. Zudem befürchten sie einen Kontroll- und Kontaktverlust zu den eigenen Kunden sowie den Verlust der eigenen Identität.

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